
Post Metal • Progressive Doom • Postrl Rock
(40:34; Vinyl, CD, Digital; Lifeforce Records; 20.03.2026)
Die Spanier befassen sich mit kosmischen Themen, existenziellen Fragen und dies tun sie musikalisch mit massivem, modernen Post Doom Metal, Growls, Clean Vocals und dynamischen Wechseln zwischen ruhig und breiter Soundwand. Den richtig großen Moment finde ich hier nicht auf diesem Album, nichtsdestotrotz funktioniert man trotzdem grundsolide in jedem der sieben Stücke.
Man merkt, die Mannen versuchen auf ihrem dritten Album, ihre eigene Note zu finden – griffige, aggressive Schübe, die aber nie in Tempoausbrüche ausarten – immer wieder synthetische Spuren und sanfte Strophen/Parts, dann wieder brachiale Abschnitte, wobei ich den derben Gesang zu stereotyp wahrnehme.
Das alles ist nicht originell, die Songideen gehen in Ordnung, ist man doch um Abwechslung und subtiles Atmosphäre Kreieren bemüht. Interessante melancholische Inseln, melodiös dunkle Melodien in 'Spontaneous Synchronization' haben Tiefgang – ohne Zweifel.
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Auch im schwebenden Teil von 'Hyperdimensional Physics' kommt die Leise/Laut Dramaturgie gut auf den Punkt - melancholisch schleifende Gitarren haben was von Swallow The Sun oder früheren Katatonia. Die emotionalen Clean Vocals sind nicht perfekt, wissen aber zu berühren. Stürmisch im Midtempo startet 'Esoteric Futuristin Visions' – ob richtig derbe Riff-Pakete oder dieser driftend psychedelische Gitarren-Tune, der Doom schwingt hier permanent zwischen Post- und klassischem Dark Metal der Neunziger. Dystopisch, durchgehend mit unheilvollen Melodien kommt hier kein Frohsinn auf, man bleibt in tiefgrauen Tönen gefangen.
Ein wehmütiger, leichtfüssiger Rock Sound im abschließenden 'Geometrie Congruence Vortex' badet in Melancholie, Tristesse und die erst seltsam verfremdeten Vocals begeistern regelrecht, aber auch hier bricht irgendwann der derbe Gesang ins bis dato spannende Unterfangen und reißt mich etwas aus dem katatonischen Brave Murder Day-Nebel. Manchmal schade, dass viele temporär gute Ideen durch etwas dröge Growls in einer gewissen Eintönigkeit, gar Sackgasse landen. Guter Sound, Atmosphäre und Abwechslung sind auf der Habenseite gegeben – es bleiben auf der Minusseite die benannten Abstriche.
Bewertung: 9/15 Punkten
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Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Lifeforce Records zur Verfügung gestellt.

