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    Du bist hier:Home»Reviews»Billy Fuller - Fragments

    Billy Fuller - Fragments

    0
    By flohfish on 5. April 2026 Reviews

    Billy Fuller - Fragments (Invada Records, 03.04.2026)
    Krautrock • Electronica • Experimental
    (36:18; Vinyl, Digital; Invada Records, 03.04.2026)
    "Fragments" ist weniger ein Soloalbum als eine Archivöffnung – ein Mixtape für einen Freund, wie Billy Fuller selbst sagt. Und selten war eine Metapher so treffend und gleichzeitig so entlarvend. Ideen, die „forgotten and dormant“ irgendwo lagen, werden wieder hervorgeholt und zu 16 Tracks zusammengefügt. Jeder für sich stimmig, atmosphärisch, aber selten ein kompletter Song. Man hört Ansätze, Möglichkeiten, Abzweigungen, die Fuller nie nimmt. Charmant? Ja. Oder: konsequent unfertig.

    Karrieren wie die von Billy Fuller lesen sich wie ein Dauerabo für „Ach, der auch noch?“: Seit 2003 spielt er für Robert Plant, hat bei Massive Attack mal eben 'Paradise Circus' mit einem improvisierten Basslauf gerettet, zieht sich durch die Diskografien von Baxter Dury und steht mit Geoff Barrow (Portishead) bei Beak> sowieso im repetitiven Krautrock-Paralleluniversum. Ein Mann, der Material anderer veredelt, ohne sich je selbst in den Vordergrund zu drängen – und der auf "Fragments" alle Instrumente selbst bedient.

    Im Großen und Ganzen handelt es sich um ein Instrumentalalbum, wenn man einmal von ein paar sporadischen Spoken-Word-Passagen absieht. Krautrock fungiert als Klebstoff, aber das Album lebt auch von seinem oft stark elektronischen Charakter. Über die Tracks hinweg treiben kosmisch-infizierte, gespenstisch-melancholische Electronica und schwebende Melodien wie auf einem losen Traumtape umher und treffen überraschend genau den Nerv unserer unberechenbaren Gegenwart. Die stoische Motorik irgendwo zwischen Can und Beak> hält alles zusammen, selbst wenn die Ideen lose bleiben. Trotz unterschiedlicher Charaktere entsteht so eine überraschende Kohärenz – weniger durch dramaturgische Entwicklung, eher durch Haltung.

    'Three Blind Mice' ist mein persönliches Highlight. Ätherische Keys, angenehm grummelnder Bass, ein Hauch Pink Floyd und eine Melodie, die sich festsetzt. Trotzdem bleibt Fuller seiner Linie treu: die Idee wird angedeutet, getragen – nicht wirklich ausgearbeitet.

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    Das Paradoxe an "Fragments": Jeder Moment zeigt, wie viel mehr hätte passieren können, wenn Fuller seine Ansätze zu Ende gedacht hätte. Stattdessen gibt es Fragmente, Skizzen, Momentaufnahmen. Kein Spannungsbogen, keine Eskalation, kein „Jetzt passiert was“ – einfach ein permanentes „Es könnte, wenn es wollte“.

    Unterm Strich: ein eigenwilliges, sehr persönliches Mixtape eines Sidemen, der seit Jahren zeigt, was er kann – und hier demonstriert, was er bewusst nicht zu Ende denkt. "Fragments" ist kein unfertiges Album. Es ist ein Album über Unfertigkeit. Und manchmal macht genau das den Reiz aus – manchmal auch den Frust.
    Bewertung: 10/15 Punkten


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    Billy Fuller - Fragments (Invada Records, 03.04.2026)
    • Billy Fuller - drums, bass guitar, upright bass, guitar, keyboards, synths, vocals

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    Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von rarely Unable zur Verfügung gestellt.

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    Billy Fuller Bristol Digital Drone Electronica England Experimental Post Rock Invada Records Krautrock Rarely Unable Vereinigtes Königreich Vinyl
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    flohfish
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    1978 in Traben-Trarbach geboren und seit 2014 in Köln ansässig bin ich noch immer ein echter Globetrotter. Ziehe ich gerade einmal nicht trampend und couchsurfend mit meiner Frau Inga durch die Welt, so arbeite ich als Sozialpädagoge in der Inklusionsbegleitung sowie in der Einzelfall- und Familienhilfe. Nebenberuflich bin ich als Stadtführer für Free Walk Cologne tätig. Außerdem nähen Inga und ich hin und wieder noch immer unsere Travelling Monkeys, handgefertigte Stoffaffen. Musikalisch in den 90ern sozialisiert, wuchs ich mit Grunge (Pearl Jam, Nirvana), Prog (Marillion, Dream Theater), Punk (Bad Religion, NoFX), Gothic Metal (Paradise Lost, My Dying Bride) und Crossover (Rage Against the Machine, Faith No More) auf. Für mich sind die letzten zehn Jahre musikalisch so ziemlich die spannensten, die ich bisher erlebt habe, da in dieser Zeit viele jener verschiedenen Stile musikalisch zusammengführt worden sind.

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