Atmospheric Dark Folk • Etherial • Dark Ambient
(44:15; Vinyl, CD, MC, Digital; Maple Death Records; 23.01.2026)
Anna von Hausswolff ging mit "Iconoclasts" raus aus den nur statisch, düsteren Klängen, mehr in offenere Pop-Gefilde. Diese entstandene Lücke darf man gerne mit neuen Alternativen auffüllen und die italienische Künstlerin Julinko erzeugt mit ähnlicher Stimme, sakralem Doom-Ambient und ätherischem Folk Klangbilder, die gerade auf älteren Veröffentlichungen der Schwedin noch omnipräsent waren.
Gleich mit den ersten Takten des Albums ist man genau in dieser schwelenden, unwirklichen Welt erwacht – die Stimme, der Ausdruck ist frappierend nah an der Schwedin. 'Peace Of The Unsaid' ist psychedelisch, melancholisch, leise – gruftige, außerweltliche Orgelklänge nehmen einen mehr als sanft an die Hand. Loslassen geht ganz einfach mit diesen Sound-Fäden. 'Cloudmachine' ist forscher, ohne in irgendeiner Weise Rhythmik zu integrieren. Viel mehr wird mit dem Gesang in mehr Akzenten, Emotionen und vorpreschender Melodik ein weiterer Raum ausgeleuchtet – das fragil Mädchenhafte in der Stimme passt zu diesen transzendent-sakralen Klängen auf wundersame Weise einfach nur perfekt.
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Wave-/Goth-Elemente, das düster-ambiente gehört hier natürlich zum Fundament, aber ähnlich der Schwedin nimmt man diese surreale Art des Musizierens mehr als ein Konzept zwischen den Stühlen, statt irgendwelcher klebrigen Goth-Klischees wahr. Somit wird diese Gangart beide Lager ganz entspannt vereinen. Schemenhaft unwirklich, fast wie ein Geist, raunt und flüstert die Künstlerin ihre Gebete und Gedanken vorsichtig und verletzlich – ein Sound, der den Winter und alte Gemäuer vor das geistige Auge zaubern kann.
Wenn in 'Unleash' und 'Throw Ashes' sogar etwas fieser Noise/Drone Doom in den sonst eher feingliedrigen Ausdruck hineingrätscht, ergibt es zum zerbrechlichen Gesang einen fast noch spezielleren Kontrast. Spätestens hier weiß man, wieso solche Klänge ihre Hörer auch im offenen Black-Metal-/Industrial-Umfeld finden dürfen.
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'Jeanne de Rien' driftet archaisch und hypnotisch, dank melodiöser Drone-Schichten und vorsichtig angedeuteten Drum-Loops. Die stets melodiösen Chants/Vocals halten das experimentell Angedeutete innerhalb der Klänge stets im harmonischen Kontrast. Mit dem neunminütigen, monoton halluzinierenden 'Kiss The Lion's Tonque' taucht man nochmal richtig schön weg und ja Julinko – halb Hexe, halb Märchen-Fee – ist eine weitere spannende Märchenfigur aus irgendeiner Zwischenwelt – für Freunde von exaltiertem weiblichen Gesang, der dunklen Räume und Nische ein weiteres kleines Juwel für ganz bestimmte Momente.
Bewertung: 12/15 Punkten
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Abbildungen: Julinko/Bandcamp

