Postrock • Slowcore • Blackgaze
(19:48; Vinyl, CD, Digital; Pelagic Records; 30.01.2026)
Knapp 20 Minuten bietet diese EP der beiden Musiker Jake Woodruff (Defeater) und Ex-Explosions Of The Sky Mitbegründer Carlos Torres. Sieben Songs mit eher kurzer Laufzeit, angedeuteten Math-Rock und Slowcore-Fragmenten, aber auch mal mit drückender Heavyness – nah am Blackgaze – machen diesen hoffentlich als Appetizer rangierenden Kurzfilm sehr unterhaltsam.
Während '(Don't Dream It's Over)' noch wie ein klassisches Slowcore Intermezzo der Jahrtausendwende hinein träumt, wird im folgenden 'Imaginäre Lines' ganz traditionell nah am typischen Postrock Kern musiziert – alles perlt und driftet mit schönsten melancholischen Gitarren ohne Ziel und nur die kurze Laufzeit ist etwas dürftig. 'Rain And Sirens' startet ebenfalls auf leisen pastoralen Sohlen, um sich nicht ganz unerwartet den kleinen finalen noisigen Rausch noch zu gönnen. Allein dieser Track wirkt wie eine Skizze, ein Häppchen und lässt einige Möglichkeiten in viel zu kurzer Zeit eher angedeutet.
Mathrockig angehauchte Songs wie 'Hairspring' – zusätzlich mit hymnischem und sehr Genre-affinen Postrock – wissen die typische Melodik und vor allem Dynamik zu transportieren. Der Sound ist organisch, nicht überproportioniert, und wenn die Gitarren pastoral klingen wollen, dann tun sie dies mit schönstem Wohlklang. '(Deluge In A Paper Cup') schmeisst mit Double Bass und gar Blackgaze-nahen Drums nochmal am Ende um sich, gibt dem Hörer letztlich auch da eher eine Ahnung, wie und in welcher Breite hier auf Zukünftiges zu schließen geht. Hier findet sich sogar prominente Unterstützung von MONOs Takaakira Goto, wie sowieso diese experimentelle Zusammenkunft einige bekannte Namen der Szene wie David Haik oder Urian Hackney als unterstützende Basics zu nennen weiß.
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Inspiriert in Sachen Band/Album-Name vom Autor Hanif Abdurraquib und seinem Buch 'There's Always This Year', welches sich mit den Themen Kreativität, Zusammenkunft und Resilienz beschäftigt. Jagged City fragmentieren noch, skizzieren Möglichkeiten, spielen experimentell mit Sound-Landschaften und viele dieser Ansätze und Melodien hätten gut und gern in epischen Laufzeiten ihre Qualitäten ausleben dürfen. Sei es wie es ist, spannend bleibt es allemal, was hier zukünftig Kreatives noch in diesem Projekt schlummert.
Bewertung: 10/15 Punkten
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Abbildungen: Bandcamp/Pelagic Records

