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    Du bist hier:Home»Reviews»Atlantis - The Complete Vertigo Studio-Recordings 1972-1975

    Atlantis - The Complete Vertigo Studio-Recordings 1972-1975

    0
    By Juergen Meurer on 26. Januar 2025 Reviews

    Atlantis - The Complete Vertigo Studio-Recordings 1972-1975 (MiG, 12.12.2024) COVER(1:10:58 + 1:18:43; 2CD, Digital: MiG Music, 13.12.2024)
    Nachdem in den vergangenen Wochen das Live-Album von Frumpy aus dem Jahr 1995 und die 2006er Live Dokumentation von Inga Rumpf vorgestellt wurden, folgt nun der dritte Streich vom MiG Music Label. In diesem Falle handelt es sich um die zwischenzeitliche Nachfolgeband der legendären Frumpy, die aber im Kern gar nicht mal so anders aussah als der Vorgänger. Der Kern aus Sängerin Inga Rumpf, Keyboarder Jean-Jacques Kravetz und Bassist Karlheinz Schott blieb zusammen, neu hinzu kamen nun Frank Diez an der Gitarre und auf Empfehlung von Klaus Doldinger mit Curt Cress ein renommierter Schlagzeuger. Beide Neulinge hatten vorher noch mit der Band Emergency eine Platte veröffentlicht.

    Auf dieser Zusammenstellung werden alle auf dem Vertigo Label erschienenen Alben zusammengefasst. Da die Spielzeiten die 40-Minuten Marke nicht überschritten, war es möglich, alle vier Alben auf einer Doppel-CD unterzubringen. Den Anfang machen "Atlantis" (1972) und "It’s Getting Better" (1973).

    Ihrem von Frumpy her bekannten Stil sind sie im Wesentlichen treu geblieben. Über allem schwebt nach wie vor die markante Stimme von Inga Rumpf, die in allen Bereichen überzeugen kann, sei es mit mächtigem Organ in den Rocksongs als auch bei gefühlvollen Balladen. Da wäre beispielsweise das schöne 'Maybe it’s Useless' zu nennen. Auf dem neun-minütigen 'Living at the End of Time' zeigen sie gar leicht proggige Züge, da ist Zeit für perfekt abgestimmtes Zusammenspiel von Gitarre und Orgel. Und auch das finale Stück auf dem Debüt, 'Words of Love', zeigt die Stärken der Band bei ruhigen Nummern.

    Den Titel des zweiten Albums muss man nicht wörtlich nehmen, denn das Debüt war schon gut und mit der gleichen Qualität geht es hier trotz zweier Umbesetzungen (siehe unten) weiter. 'Drifting Winds' sei als Musterbeispiel für ein sehr emotional vorgetragenes Lied genannt – es mag abwegig klingen, aber den Rezensenten erinnern Passagen ein wenig an einen Song von Pink Floyds Album "Obscured by Clouds". Das darauf folgende 'Days of Giving' ist mit 7 ½ Minuten Spielzeit der längste Song des Albums, der Kravetz wie auch dem neuen Gitarristen Dieter Bornschlegel Gelegenheit bietet, ausgiebig zu solieren. Auf dieser flotten Nummer sorgt neben Ringo Funk (Ex-Jeronimo) an den Drums Gasper Lawal mit der Afro-Perkussion für zusätzlichen Wirbel. Wer eine Mischung aus Rock und Blues der Marke Frumpy mag, ist auf den beiden ersten Atlantis-Alben bestens aufgehoben.

    Trotz weiterer Veränderungen ließ Album Nummer 3 nicht lange auf sich warten. "Ooh, Baby" wurde im Sommer 1974 aufgenommen und von Dieter Dierks produziert. Eine einschneidende Veränderung war sicherlich der Weggang des alten Weggefährten Jean-Jacques Kravetz, der lediglich als Gast am Piano auftaucht. Die Keyboards hat stattdessen nun Adrian Askew übernommen und auch die Gitarrenposition wurde schon wieder umbesetzt, diesmal mit Alex Conti. Die Songs sind kurz und knapp gehalten in einer Mischung aus Rock, Blues, Soul, Funk und Gospel. Im folgenden Jahr konnten sie ein großes Ziel erreichen, nämlich eine ausgiebige Tour durch die USA. Sie waren unter anderem Opener für Lynyrd Skynyrd oder Muddy Waters. Doch sie erlebten auch die negativen Seiten in Form ihrer amerikanischen Plattenfirma, die absolut null Support lieferten.

    Nach besagter US Tour verließ Conti die Band wieder und mit Rückkehrer Diez und Newcomer Rainer Marz hatte man gleich zwei Gitarristen an Bord und produzierte 1975 mit "Get on Board" das letzte Album bei Vertigo. Auch hier starten sie gleich mit dem Titelsong, einer Ohrwurmnummer mit guten Gesangsarrangements, dabei sind alle Musiker mit Background Vocals beteiligt. Insgesamt kommt dieses Album etwas Rock-orientierter daher, die Gitarren behalten deutlich die Überhand.

    Schließlich war die Luft raus und Anfang 1976 wurde das Ende der Band verkündet. Es sollte zwar noch ein Album namens "Top of the Bill" erscheinen, doch das enthielt Material von 76, bei dem Inga Rumpf nicht mit dabei war (!), sowie Songs von der 75er Besetzung. Das 1975 aufgenommene Live-Album wird demnächst ebenfalls wiederveröffentlicht.

    Für den Fan ist dieses Doppelalbum eine wunderbare Gelegenheit, sich die vollständige Atlantis Diskografie zur Vertigo Zeit zuzulegen.
    Bewertung: 10/15 Punkten


    Besetzung auf "Atlantis":
    Inga Rumpf - vocals / percussion
    Jean-Jacques Kravetz - piano / organ
    Frank Diez - guitar
    Karl-Heinz Schott - bass
    Curt Cress - drums / percussion

    Reebop Kwaku Baah - congas
    Jean Alain Roussel - electric piano / organ
    Jackie Diez - backing vocals
    Claire - backing vocals

    Besetzung auf "It's Getting Better":
    Inga Rumpf - vocals / percussion / acoustic guitar / bottleneck guitar
    Jean-Jacques Kravetz - piano / organ
    Dieter Bornschlegel - guitar
    Karl-Heinz Schott - bass
    Ringo Funk - drums / percussion

    Gasper Lawal - afro-percussion

    Besetzung auf "Ooh, Baby":
    Inga Rumpf - vocals / percussion
    Adrian Askew - keyboards / acoustic guitar / backing vocals
    Alex Conti - guitars / backing vocals
    Karl-Heinz Schott - bass / backing vocals
    Ringo Funk - drums / percussion / backing vocals

    Linda Fields - backing vocals
    Jean-Jacques Kravetz - grand piano
    Jasper van’t Hoff - piano solo

    Besetzung auf "Get On Board":
    Inga Rumpf - vocals
    Adrian Askew - keyboards / vocals
    Frank Diez - guitars / vocals
    Rainer Marz - guitars / vocals
    Karl-Heinz Schott - bass / vocals
    Ringo Funk - drums / percussion / vocals

    Surftipps zu Atlantis:
    Wikipedia

    Abbildungen: Atlantis / MiG

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    Adrian Askew Alex Conti Atlantis Bluesrock CD Claire Curt Cress Deutschland Dieter Bornschlegel Digipack Digital Frank Diez Frumpy Gasper Lawal Inga Rumpf Jackie Diez Jasper van’t Hoff Jean Alain Roussel Jean-Jacques Kravetz Karl-Heinz Schott Krautock Linda Fields MiG Music Rainer Marz Reebop Kwaku Baah Ringo Funk
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    Juergen Meurer

    Auf den Hund gekommener Proggie, aufgewachsen mit Yes, Genesis, Gentle Giant, King Crimson, VdGG usw. Anschließend bemerkt, dass es - huch - ja noch sooo viele andere Bands in dieser Richtung gibt, quer über den Globus verteilt. Dann kam das Interesse für Italo-Prog, Skandinavier, Japaner, Franzosen usw. Über Tangerine Dream, Klaus Schulze, Vangelis, Kitaro usw. entwickelte sich dann auch stetig das Interesse an Elektronischer Musik und Ambient.

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