Sylvan – One To Zero

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(65:53, CD, Vinyl, Digital, Gentle Art Of Music, 2021)
Erstaunliche sieben Jahre liegt bereits die Veröffentlichung des letzten Sylvan-Albums „Home“ zurück. Bereits damals legte man ein Konzeptwerk vor, das jedoch nicht an das Band-Highlight, dem 2006er Werk „Posthumous Silence“ heranreichte. Der Nachfolger „One To Zero“, das mittlerweile zehnte Album der Hamburger Band, wartet wiederum mit einem konzeptionellem Inhalt auf, das sich dieses mal mit dem Eigenleben künstlicher Intelligenz beschäftigt.

Stilistisch findet man hier vieles, was man bereits von Sylvan kennt und somit zu deren Trademarks gezählt werden kann. Da stehen ausschweifende, sinfonische Arrangements sowie hochmelodischer, griffiger Art Rock mit einer gewissen Heavyness im Wettstreit, einmal mehr zusammengehalten von der prägnanten Stimme des Frontmanns Marco Glühmann. Weiterhin beteiligt sind Volker Söhl (Keyboards), Sebastian Harnack (Bass), Matthias Harder (Schlagzeug) und Jonathan Beck (Gitarre). Als Gäste fungieren zudem Kalle Wallner (Gitarre), Yogi Lang (Keyboards), Katja Flintsch (Violine, Viola) und Bine Heller (Backgroundgesang).

Doch wie bereits vom Vorgänger vermisst man vor allem zu Beginn zuweilen das markante Momentum. Dabei liegt es nicht an der zu üppig gewählten Laufzeit, denn statt 80 Minuten wie beim Vorgänger, wird hier in „nur“ 65 Minuten die programmatische Umsetzung realisiert. Es wird zwar einiges von guten Ideen getragen, aber letztendlich nicht so zwingend umgesetzt, als dass man als Hörer sofort mitgerissen wird.

Dabei ist „One To Zero“ beileibe kein schlechtes Album – Sylvan liefern immer noch erstklassigen Art Rock mit elegischen Sounds und ergreifenden Melodien ab. Doch muss man sich eben gedulden, bis z.B. ‚Encoded At Heart‘ im Schlussteil mit sattem Bombast überzeugt oder das verspielte, mit Violine angereicherte ‚On My Odyssey‘ in seiner beschwingten Lebendigkeit mitreißt. Vor allem im zweiten Teil des Albums gewinnen die farbigen, epischen Ausgestaltungen mehr an Format und es gelingt der Band, ihre eigentlichen Stärken markanter auszuspielen. Der Flirt mit elektronischen Klängen bei ‚Go Viral‘ bietet zudem neue interessante Ansätze, während das Album abschließende ‚Not A Goodbye‘ mit seiner unbestimmten Düsternis inhaltlich vieles offen lässt.

„One To Zero“ ist in unterschiedlichen Formaten erhältlich. Neben der CD Version und digitalem Format u.a. als limitierte Ausgabe in weißem Vinyl.
Bewertung 10/15 Punkten

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Abbildungen: Sylvan / Gente Art Of Music

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Höre eigentlich alles quer durch den bunten Gemüsegarten des Progressive Rocks, vergesse dabei aber auch nicht den Blick über den Tellerrand hin zu "normaler" Rock- und Popmusik, auch wenn mir vom aktuellen Mainstream leider immer weniger gefällt.

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Sylvan – One To Zero

von Kristian Selm Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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