White Moth Black Butterfly – The Cost Of Dreaming

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(45:52, CD, Vinyl, Digital, Kscope/Edel, 2021)
Presseinfos können so herrlich hemmungslos ausschweifend in ihren Ausführungen sein. Beim aktuellen Album von White Moth Black Butterfly lautet die überaus blumig artikulierte Botschaft: „Das Contemporary-Pop Projekt mit Prog- und Experimental Einflüssen von Daniel Tompkins (TesseracT) versammelte erneut ein weltweites Team aus Songwritern und Produzenten, welche alle an der kreativen Spitze ihres jeweiligen Genres agieren“. Wow, da wurde ja gleich mal richtig einer rausgehauen, was natürlich die Erwartungshaltung entsprechend steigert.

Doch auch ganz ohne werbetechnischen Überschwang und bei etwas neutraler Betrachtung funktioniert „The Dreamer“ als prächtige Fortsetzung von „Atone“ (2017). Wieder legen Streicher wunderbare Klangteppiche unter die mal weichen, mal majestätischen Pop Kleinodien, über denen das ausdrucksstarke Organ von Daniel Tompkins bzw. die zerbrechliche Stimme von Jordan Turner thront.

Als kreative Gäste fungierten in einem rein virtuellen Entstehungsprozess über drei Kontinente hinweg: der indische Songwriter Keshav Dhar (Skyhabor), Produzent und Arrangeur Randy Slaugh (u.a. Devin Townsend), Schlagzeuger Mac Christensen, sowie Kenny Fong am Saxophon und The Contortionist Keyboarder Eric Guenther. Erstaunlicherweise sind es nicht die vorab veröffentlichten Singles ‚The Dreamer‘ und ‚Soma‘, die das Album bestimmen, vielmehr stechen cineastisch orientierte Dream Pop-Tracks wie ‚Bloom‘, ‚Spirits‘ oder die treibende Synthie Pop-Nummer wie ‚Prayer For Rain‘ heraus.

Wie beim Vorgänger wird hier kunstvoller, klanglich opulent ausgestalteter Pop mit angesagter Electronica vereint und die 14 Tracks bestechen durch griffige Melodien im aktuellen Soundgewand. Der nahezu komplette Verzicht auf Gitarren und die Dominanz von vielerlei Electrosounds gehen gut ins Ohr. Somit vereinen die kunstvoll arrangierten Popwerke Soundexperimente mit radiotauglicher Kost, ohne dass man in Banalität oder Beliebigkeit abgleitet.
Bewertung: 11/15 Punkten (KR 8/KS 11)

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Abbildungen: White Moth Black Butterfly / Kscope

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Höre eigentlich alles quer durch den bunten Gemüsegarten des Progressive Rocks, vergesse dabei aber auch nicht den Blick über den Tellerrand hin zu "normaler" Rock- und Popmusik, auch wenn mir vom aktuellen Mainstream leider immer weniger gefällt.

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White Moth Black Butterfly – The Cost Of Dreaming

von Kristian Selm Artikel-Lesezeit: ca. 1 min
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