Arti & Mestieri – Essentia – Live in Japan

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Arti & Mestieri – Essentia – Live in Japan (Sfera/Warner, 21.10.20?)(62:24, 48:19, 110:30, 2 CD + 1 DVD, Warner Music/Sfera, 2020)
Es ist gar nicht mal so lange her, dass ein Live-Album hier besprochen – und hochgelobt – wurde. Und sie haben es wieder getan – und erneut handelt es sich um einen Mitschnitt eines Live-Auftritts in Japan. Diesmal aus dem Live Theater Club Città, aufgenommen am 18. Mai 2019. Und gleich vorweg sei gesagt, dass es sich lohnt, sich dieses Dreierpack, bestehend aus 2 CDs und einer DVD, zuzulegen, selbst wenn man schon im Besitz des oben genannten Mitschnittes ist. Das liegt zum einen an der generell hohen Qualität dieser Band, da ist es keineswegs übertrieben, wenn auf der Booklet-Rückseite von Jazz Rock Legends die Rede ist. Außerdem hat man sich auf diesem Album dazu entschlossen, den Schwerpunkt des präsentierten Materials auf das Album „Universi Paralleli“ aus dem Jahr 2015 zu legen, während es bei dem 2015 eingespielten Album hauptsächlich um das legendäre „Tilt“ Album geht.

Die große Konstante bei Arti & Mestieri ist Drummer Furio Chirico, der von Beginn an dabei ist, auf keinem Album fehlte und auch hier wieder zur zentralen Figur wird. Seit einer Weile wieder mit von der Partie ist mit Gitarrist Gigi Venegoni ein weiteres Gründungsmitglied, der zwischenzeitlich ausgestiegen war. Und auch die drei weiteren Mitstreiter sind langjährige Mitglieder dieser Jazz-Rock-Formation.

Furio Chirico – drums / percussion / gong
Gigi Venegoni – electric guitar
Piero Mortara – keyboards / accordion / piano
Lautaro Acosta – violin
Roberto Puggioni – bass / fretless bass

Also im Vergleich zum vorangegangenen Live-Album eine leicht komprimierte Variante mit dem wesentlichen Unterschied, dass auf Gesang verzichtet wurde, man also – bis auf die Zugaben – rein instrumental unterwegs ist. Neben dem omnipräsenten Chirico dürfen auch andere Soloeinlagen beisteuern, so zum Beispiel Keyboarder Morarta am Akkordeon oder Puggioni am fretless bass. Nicht mehr wegzudenken ist beim bandeigenen Sound die Geige, die seit vielen Jahren schon von Acosta bedient wird, der seine Sache ganz ausgezeichnet macht und in die Jazz-Rock-Musik von Arti & Mestieri einen symphonischen Einschlag einbringt. Hier wird mit viel Energie feinster Jazz Rock geboten – doch nicht nur im hohen Tempo, es darf auch mal etwas ruhiger zugehen wie beim kurzen Titel ‚Ali‘, nur von Bass und Schlagzeug gespielt. Darauf folgt ein – wieder einmal – bemerkenswertes Schlagzeugsolo von Chirico.

Warum ein zweites Schlagzeug auf der Bühne steht, wird erst bei der Zugabe ersichtlich, denn hier sind plötzlich deutlich mehr Musiker auf der Bühne zu verzeichnen. Und nicht nur deshalb wird es nun deutlich anders. Zum einen werden Fremdkompositionen gespielt, zum anderen kommt Gesang hinzu. Nicht nur das, es steht nun auch das Area Open Project auf der Bühne, bestehend aus:

Claudia Tellini – vocals
Patrizio Fariselli – keyboards / piano
Marco Micheli – bass
Walter Paoli – drums.

Zunächst überraschen sie mit einem Song von Jimi Hendrix, nämlich ‚The Wind Cries Mary‘, bei dem vor allem Sängerin Tellini überzeugt. Im abschließenden rund 14-minütigen ‚King Kong‘ von Frank Zappa wird es dann ganz wild. Das muss nicht zwingend gefallen, aber was für eine Stimme. Interessant auch das Intermezzo des sich duellierendem Piano und Akkordeon, dem sich ein Gitarrensolo anschließt. Die Zugaben bringen also noch einmal frischen Wind rein und eine weitere Facette zu Tage. Tolle Band, tolles Live-Album! Vielleicht darf man ja für die Zukunft auch ein neues Studioalbum erwarten?

Neben der hier besprochenen Digipak-Variante von Warner Music Italy gibt es auch noch eine japanische Ausgabe von King Records im dicken Doppeldecker-Jewel-Case mit anderem Cover, aber ansonsten identischem Material, also ohne die bei Japan-Ausgaben oft üblichen Bonus-Tracks. Das Album hat dort den Untertitel „Jazz Rock Legends Live in Japan“.
Bewertung: 13/15 Punkten (WE 12, JM 13, KS 12)

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Abbildungen: Arti & Mestieri

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Arti & Mestieri – Essentia – Live in Japan

von Juergen Meurer Artikel-Lesezeit: ca. 3 min
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