Realisea – Mantelpeace

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(53:33, CD, Digital, Freia Music/Dutch Music Works, 2020)
Und erneut etwas Neues aus den Niederlanden, dem nie versiegenden Quell des eingängigen Progressive Rocks – Realisea ist das Solo-Projekt von Brian de Graeve, Kennern schon vertraut als Frontmann der niederländischen Formation Silhouette, die in der Vergangenheit auch auf diesen Seiten wiederholt Beachtung gefunden hat. Tatkräftige Unterstützung erfuhr de Graeve bei seinem ersten Soloalbum mit dem Titel “Mantelpeace” durch seine Ehefrau Marjolein de Graeve, seinen Sohn Geoffrey sowie durch einige Freunde aus der niederländischen Prog-Szene. Dabei kommt de Graeve zu Gute, dass das Freia Music äußerst aktiv am Markt agiert und auch der Vermarktungs-Zusammenschluss Dutch Music Works bereits etliche begabte Künstler und Bands wie z.B. Han Uil (der das vorliegende Album auch gemastert hat), Sky Architect, The Aurora Project und Skylake eine musikalische Heimat bietet.

Im Grunde genommen wäre es korrekter “Mantelpeace” als ein Gesamtwerk der Familie de Graeve zu bezeichnen. Neben den Bassläufen des Juniors, dem Gesang und Flötenspiel der Gattin, steuerte sie doch gleich noch neben den Kompositionen und Texten, auch das Artwork bei, dennoch scheint der Ehemann mit den Vocals, den Keys, und den Electric – und Acoustic Gitarren die Hauptlast der Familienarbeit zu tragen. So harmonisch wie die Zusammenarbeit dieser Familie mit musikalischen Freunden funktioniert, so klingt auch das Endergebnis. Die elf Songs bieten durchgehend Wohlgefühl. Dazu tragen vor allem die angenehmen Female Vocals, der Harmoniegesang und die auf Melodie ausgerichteten Kompositionen bei. Meist poppig, rockig, mit einer kleinen Prise leicht Progressivem, so gleiten die Titel über weite Strecken dahin. Große Sprünge, Stilwechsel, Härte oder etwas mehr Dynamik hat da keinen Platz, obwohl ein wenig mehr Abwechselung dem Debütalbum sicherlich gut getan hätte. Dennoch hat auch die sanfte Seite des Albums ihre Stärken, seien es die wiederkehrenden atmosphärischen Keyboardpassagen, die Akustikparts oder der bereits beschriebene Frauengesang. Dennoch bleibt bei zu viel Wohlgefühl stets die Gefahr in Banalität und Langeweile oder gar Kitsch abzugleiten. De Graeves Debütalbum streift zwar die Grenzbereiche, ist aber insgesamt ein entspanntes und überwiegend gut zu hörendes Werk. Wenn man dann noch das Glück hat, eines der auf 150 limitierten Exemplare der True Music Guide-Edition (in Form eines Magazins) zu ergattern, dann ist doch alles in Ordnung und das Sammlerherz lacht.

Für Freunde der melodischen, eingängigen Seite des poppig, rockigen Prog Rocks dürfte Silhouettes Frontmann Brian de Graeve genau das Richtige anzubieten haben. Zumeist seidenweich gelangen die harmonischen Songsstrukturen von “Mantelpeace” direkt ins Ohr, dabei hätte allerdings auch ein wenig mehr Dynamik dem Album sicherlich nicht geschadet.
Bewertung: 9/15 Punkten

Realisea ist:
Brian de Graeve: Vocals, Guitars, Keys
Marjolein de Graeve: Vocals, Flute
Rob van Nieuwenhuijzen (Silhouette): Drums
Geoffrey de Graeve: Bass
Christophe Rapenne: Keyboards.

Special Guests:
Simon Rogers (Also Eden): Guitar
Jean Pageau (Mystery): Vocals
Michel St-Père (Mystery): Lead Guitar
Tamara van Koetsveld: Clarinet
Sophie Zaaijer: Violine
Mila Kamstra: Violine
Aldo Adema (Egdon Heath, Seven Day Hunt, TumbleTown) : Lead Guitar
Bart Laan (Skylake, Silhouette): Lead Guitar
Erik Laan (Silhouette): Keyboards, Minotaur, Piano
Rindert Bul (Novatia): Guitar
Suzan van den Engel: Harp
Duncan den Graeve: Harmony Vocals
Ger Otten: French Horn
Jos Uffing: Bass, Harmony Vocals.

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Abbildungen sind von Realisea/ Freia Records

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Über den Autor

Horst-Werner Riedel

Musik spielt seit jeher eine große Rolle für mich. Ursprünglich stand der Sammeltrieb und die Suche nach Neuem im Vordergrund. Erst 2005 eröffnete mir der engere Kontakt zu Gleichgesinnten die Möglichkeit einen intensiveren Blick in die Szene zu erhalten. So blieb es nicht aus, dann auch einmal meine Gedanken und Beobachtungen in Worte zu fassen. Aus dem Blickwinkel des kritischen Betrachters erhalten Konzerte und CD´s oftmals eine tiefergehende Bedeutung und Musik wird neu erlebt.

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von Horst-Werner Riedel Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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