Alan Simon – Chouans

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(83:59, DCD, Cherry Red Records, 2019)
Alan Simon hat sich bis heute mit seinen zahlreichen Veröffentlichungen als französischer Folk-/ Rock-/ Prog-Musiker, aber auch als Komponist und Arrangeur einen wohlklingenden Namen erabeitet, nicht nur in der französischen Musikszene. Nach einer langen Liste hervorragender CDs unterstrich er zuletzt seine unbestrittenen Fähigkeiten mit der bereits legendär gewordenen Rock-Oper “Excalibur: The Celtic Rock Opera”. Auf dem Label Cherry Red Records veröffentlicht der fleißige Franzose nun das nächste Doppelalbum mit dem Titel “Chouans”. Dabei handelt es sich um ein 23 Tracks umfassendes Opus über die Französische Revolution, die vor gut 230 Jahren die Welt veränderte. Im Gegensatz zu den Vorgängeralben, verzichtet Simon auf die ansonsten für seine Produktionen übliche internationale Musikerschar.

Auf seiner aktuellen Veröffentlichung beschränkt sich Simon auf einige Landsleute, die ihn bei der Umsetzung des musikalischen Konzeptes tatkräftig unterstützen. Nennenswert sind die auch außerhalb der Landesgrenzen bekannten Sänger Tristan und Christian Décamps vom französischen Progurgestein Ange, sowie Ex-Ange Mitglied Francis Décamps, jetzt Gens de la Lune. Gewohnt theatralisch und gleichzeitig poetisch drücken die drei, neben weiteren Sängern, dem Album einen deutlichen Stempel auf. Simon´s Hang zum Stilmix bleibt auch auf “Chouans” ohne Einschränkung erhalten, ob Chanson, Pop, Folk, Klassik, World, Rock, Prog, Rockoper oder Jazzanleihen, nichts wird ausgelassen, auch wenn bei diesem Werk der französische Touch deutlicher im Vordergrund steht. Bei dieser Thematik ist das keine Überraschung. Die Umsetzung dieser perfekten Mischung diverser Stilrichtungen gehört zu den Stärken des Franzosen. Neben den in der Rock- oder Popmusik üblichen Instrumenten, finden auch traditionelle, folkloristische Instrumente ihren Platz.

Eingängige Melodien, epische Passagen, symphonische Momente, Instrumentalparts und Soli, Alan Simon schöpft wie gewohnt aus dem vollen Programm. Trotz ähnlicher Tempi überraschen die Stücke dank einer Vielzahl von unterschiedlichen Stimmungen. Auf Einzelne der insgesamt 23 Titel einzugehen, würde den Rahmen sprengen, ist doch das Konzept als Einheit zu betrachten. Dennoch sollte man den Auftritt der Folksängerin und Harfinistin Dana auf ‘Monsieur Henri’, einer keltischen Ballade, nicht unerwähnt lassen.
So schön und angenehm Simon´s neuestes Werk auch klingen mag, so sollte beim Hören nicht vergessen werden, dass immerhin auch die dunkle Seite der Französischen Revolution einen Teil des Werkes ausmacht. Das umfangreiche Booklet lädt zum Nachlesen ein, vorausgesetzt man ist der Landessprache mächtig.

Alan Simon scheinen weiterhin die Ideen nicht auszugehen, historische Themen in anspruchsvolle Musik umzusetzen. Für Freunde des Symphonic Rocks kein unbedingtes Muss, aber eine sehr gute Empfehlung, Alan Simons Schaffen einmal näher kennen zu lernen.
Bewertung: 10/15 Punkten

Besetzung:
Alan Simon (Gesang, Gitarre)
Guido Carli (Schlagzeug)
Marco Fadda (Percussions)
Massimo Palermo (Bass)
Marco Canepa (Keyboards)
Basile Leroux (Gitarre)
Paolo Ballardini (Gitarre)
Antonello Pudva (Gitarre)
Matteo Dorigo (Drehleier)
Christian Décamps (Gesang)
Tristan Décamps (Gesang)
Francis Décamps (Gesang)
Dana (Gesang, Harfe)
Renaud Detressan (Gesang)
Gregory Deck (Gesang)
Morgan Marlet (Gesang)
Damien Pisano (Gesang)
Roberto Tiranti (Gesang)
Jean Claude Drouot (Gesang)
Bagad D’elven (Instrumental de Musique Bretonne)
Institut Musical De Vendée (Chor)

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Über den Autor

Horst-Werner Riedel

Musik spielt seit jeher eine große Rolle für mich. Ursprünglich stand der Sammeltrieb und die Suche nach Neuem im Vordergrund. Erst 2005 eröffnete mir der engere Kontakt zu Gleichgesinnten die Möglichkeit einen intensiveren Blick in die Szene zu erhalten. So blieb es nicht aus, dann auch einmal meine Gedanken und Beobachtungen in Worte zu fassen. Aus dem Blickwinkel des kritischen Betrachters erhalten Konzerte und CD´s oftmals eine tiefergehende Bedeutung und Musik wird neu erlebt.

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von Horst-Werner Riedel Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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