Motorpsycho – The Crucible

0

(40:27, CD, Vinyl, Digital, Stickman Records/Soulfood, 2019)
Die Fanband der Redaktion der letzten Zeit sind mit Sicherheit die drei umtriebigen Norweger von Motorpsycho. Gerade einmal etwas mehr als ein Jahr ist es her, dass man mit “The Tower” einen wahren Monolithen von einem Album erschuf – solche zehn Tracks auf 85 Minuten müssen erst einmal gehört, verdaut und sacken gelassen werden. Im Vergleich dazu gehen es Motorpsycho nun ein wenig ruhiger an – in Bezug auf den Umfang, nicht auf das Resultat. “The Crucible” kommt mit für die Band recht übersichtlichen 40 Minuten, aber drei gar nicht einmal so übersichtlichen Tracks daher, welche die derzeitige Dreifaltigkeit der Band repräsentieren.

Mit dem rockigen Berserker ‘Psychotzar’ wird in neun Minuten der Motor bereits auf volle Leistung gebracht und gleich zu Anbeginn musikalische Breitseite in riffgewaltigem Stoner Rock auf den in dieser Hinsicht gar nicht einmal so ahnungslosen Hörer losgelassen. Mit ‘Lux Aeterna’ präsentiert das Ensemble auf elf Minuten seinen Hang zu experimentellem Crossover, der hier mit Mellotron-getränktem Progressive Rock, sowie durch Gastmusiker Lars Horntveth (Jaga Jazzist) initiiertem Jazzrock wahrlich ausufernde Dimensionen erreicht. Mit dem 21-minütigen Titeltrack indes erschufen Motorpsycho ein wahres Monstrum von einem Song, der vor allem die dritte Ingredienz – Psycho – in mehr als nur homöopathischer Menge intus hat. Hier findet sich alles wieder, was der Band in den letzten Jahren wichtig war. Der Bass-lastige Spannungsaufbau, der sich in ein jubelndes Finale ergeht, erinnert hierbei an die King Crimson’sche ‘Starless’-Großtat, eine Band übrigens, die auch hier auf ‘The Crucible” hin und wieder ausgiebig zitiert wird.

Teapot of the Week

“Teapot of the Week” auf Betreutes Proggen in der KW7/2019

Letztendlich bauten Motorpsycho hier ihre Vorlieben für Mellotron-geschwängerten Artrock der Siebziger, der auf “The Tower” seinen Höhepunkt erreichte, mehr als nur dezent aus, wobei sich “The Crucible” auch als dritte Scheibe des Vorgängers gut gemacht hätte.
Bewertung: 13/15 Punkten (CA 13, KR 13)

Surftipps zu Motorpsycho:
Homepage
Motorpsycho im betreuten Interview zu “The Crucible” (englisch)
Motorpsycho im betreuten Interview zu “The Crucible” (deutsch)
Facebook
Twitter
Instagram
Spotify
Deezer
ProgArchives
last.fm
Wikipedia

image_pdfArtikel als PDF herunterladenimage_printArtikel drucken
Teilen.

Über den Autor

Carsten Agthe

-Vermessungsingenieur -Weltenbummler -involviert in: Ornah-Mental, Nostalgia, Vanille & The Woodpeckers, Palin-Drone, Stella Maris, Das Zeichen (RIP), Schl@g, Karmacosmic...

Antworten

Hinweis: Mit dem Absenden deines Kommentars werden Benutzername, E-Mail-Adresse sowie zur Vermeidung von Missbrauch für 7 Tage die dazugehörige IP-Adresse, die deinem Internetanschluss aktuell zugewiesen ist, in unserer Datenbank gespeichert. E-Mail-Adresse und die IP-Adresse werden selbstverständlich nicht veröffentlicht oder an Dritte weitergegeben. Du hast die Option, Kommentare für diesen Beitrag per E-Mail zu abonnieren - in diesem Fall erhältst du eine E-Mail, in der du das Abonnement bestätigen kannst. Mehr Informationen finden sich in unserer Datenschutzerklärung.

Motorpsycho – The Crucible

von Carsten Agthe Artikel-Lesezeit: ca. 1 min
0