Muzak – I [ai]

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(59:39, 1 CD, Eigenproduktion, 2018)
Mit ihrem Zweitling “I [ai]” gelingt dem in Luzern in der Schweiz ansässigen Quartett Muzak eine deutliche Weiterentwicklung im Vergleich zum Debütalbum “Oxymoron”. Zwar hatte auch dieses Werk bereits durchaus überzeugt, “I [ai]” hat jedoch in Bezug auf Komposition und griffige Melodien klar die Nase vorn. Stilistisch bleibt sich die Band treu, und so ordnet sich auch der aktuelle Output im alternativen Bereich des Modern-Prog ein. Weiterhin sind gewisse Ähnlichkeiten mit Dredg aus dem Album heraus zu hören. Das kraftvolle Drumming, das Spiel mit Dynamik und der häufig alternierende Einsatz cleaner und verzerrter Gitarrensounds als Stilmittel haben sie durchaus mit den Amerikanern gemein.

Lena Greber am Mikrophon setzt sich angenehm von einigen weithin bekannten Sängerinnen im Prog Bereich ab. Ihre kraftvolle Stimme ähnelt in ruhigeren Momenten ein wenig an die von Katharina Frank aus Rainbirds-Tagen. Ebenso verfügt sie über das  notwendige Volumen und Atem, den Instrumentalisten auch in härteren Passagen die Show zu stehlen. Dazu hat sie einen charmanten Akzent, den man durchaus als das gewisse Etwas bezeichnen kann.

Das als Konzeptalbum angelegte “I [ai]” wird durch ein atmosphärisches Instrumental mit Sprachfetzen und Hammond Einsatz eingeläutet, dem das ohrwurmverdächtige ‘A Matter Of Time‘ folgt. Insbesondere in der zweiten Hälfte des Albums wagen sich die Schweizer auch mal weiter aus dem Korsett des Alterno-Progs. Eines der Highlights ist dabei der Titel ‘Kaleidoscope’, der gewisse psychedelische Ansätze erkennen lässt. Mit dem 10-minütigen ‚Epilogue‘ lässt man das Album episch ausklingen. Hier wird nochmals die ganze stilistische Bandbreite von Muzak deutlich.

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Einziger Wermutstropfen ist die Tatsache, dass es sich bei “I [ai]” zwar um ein Konzeptalbum handelt, die Titel jedoch allesamt abgeschlossene Songs sind, die weder musikalisch Bezug aufeinander nehmen, noch fließend ineinander über gehen. So kommt nicht das ganze große Konzeptalbum-Gefühl auf. Andererseits hat die Vorgehensweise den Vorteil, dass die Stücke auch für sich funktionieren.

Wer offene Ohren für rockig-riffigen Alternative Prog mit toller Stimme hat, der  jedoch weit entfernt von Testosteron-Prog-Metal angesiedelt ist, der sollte „I [ai]“ nicht verpassen. Muzak nehmen eine tolle Entwicklung. Man wünscht ihnen ebensolchen Erfolg.
Bewertung 12/15 Punkten (DH 12, KR 12)

Foto: Bandcamp

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Über den Autor

Dieter Hoffmann

Dass der Prog-Virus hoch infektiös ist, musste ich bereits in meiner frühen Kindheit erfahren. Während meine Schulfreunde noch sorglos Ilja Richters Disco mit The Sweet und den Bay City Rollers schauen konnten, hatte mich mein älterer Bruder bereits in den frühen Siebzigern mit ELP und Yes verkorkst. Mein erster Radiorekorder und die LP-Hitparade von SWF3 gaben mir mit Genesis und Eloy dann den Rest.

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Muzak – I [ai]

von Dieter Hoffmann Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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