Tangerine Dream – Quantum Gate

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(70:53, CD, Kscope/Edel, 2017)
Edgar Froese ist im Januar 2015 verstorben, sein Name ist untrennbar mit Tangerine Dream verbunden. Einzig verbliebenes Gründungsmitglied und jahrzehntelang Kopf der Band, prägte er die EM-Szene in entscheidendem Maße. Es gibt deutlich über 100 Veröffentlichungen der Band, doch ein TD-Album ohne ihn ist eigentlich gar nicht vorstellbar. Es war jedoch sein Wille, dass das Projekt Tangerine Dream seine Fortsetzung findet. Und so erschien am 29. September 2017 tatsächlich ein neues Album von Tangerine Dream namens „Quantum Gate“. Das Erscheinungsdatum ist nicht zufällig gewählt, denn es ist der 50. Geburtstag der Band, den der Gründer leider nicht mehr miterleben durfte.

Somit ist „Quantum Gate“ zwar ein neues Kapitel in der TD-Historie, doch die Spuren von Edgar Froese sind noch eindeutig zu erkennen, was nicht zuletzt daran liegt, dass von ihm eingespielte Parts auf beinahe allen Songs vertreten sind. Die Aufnahmen stammen aus einem Zeitraum von August 2014 bis Juni 2017. Einzig ‚It’s Time To Leave When Everyone Is Dancing‘ findet ohne Froeses Beteiligung statt, zeigt aber schon, dass die aktuelle Besetzung durchaus die Qualität besitzt, den Namen Tangerine Dream in Ehren aufrecht zu erhalten.

Wer steckt nun hinter der neuen Ausgabe von Tangerine Dream und wagt sich an das ambitionierte Projekt, diese Legende weiterleben zu lassen und den zweifellos vorhandenen hohen Ansprüchen gerecht zu werden?

Zum einen ist dies der jetzige „Musical Director“ Thorsten Quaeschning, der schon seit 2005 bei Tangerine Dream tätig ist und sich auch mit seinem zweiten Projekt Picture Palace Music in der EM-Fan Szene einen Namen gemacht hat. Er spielt Synthesizer, E-Gitarre und auf einem Titel auch Bass-Gitarre.

Der zweite Mann an diversen Synthesizern ist Ulrich Schnauss, der auf eine ganze Reihe von Soloalben verweisen kann. So wie seinerzeit Linda Spa am Saxophon für besondere Farbtupfer sorgte, fällt diese Rolle wieder einer Dame zu. Doch diesmal geht es nicht um Blasinstrumente, sondern um eine Geige, gespielt von Hoshiko Yamane. Sie ist auf fünf der neun Songs vertreten, doch sie agiert eher unauffällig. Es wäre schön, wenn ihr zukünftig eine gewichtigere Rolle zukäme.

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Der Fan bekommt Sequenzer-betonte elektronische Musik im typischen Tangerine Dream Stil geboten, wobei es sowohl stimmungsvolle, ruhige Töne wie auch moderne Up-Tempo Nummern zu hören gibt. Stark ist beispielsweise ‚Tear Down The Grey Skies‘, eine recht lebhafte Nummer, die gelegentlich ein wenig an Altmeister Jean-Michel Jarre erinnert.

Das Album ist sozusagen als Vermächtnis des großen Edgar Froese wie auch als Beginn einer neuen Ära einer neuen Ausgabe der Band Tangerine Dream zu sehen und schneidet als solches angesichts der hohen Erwartungen auch durchaus respektabel ab. Die Legende lebt weiter und man darf gespannt auf viele weitere Veröffentlichungen sein. Gerade das nächste Album wird sehr wichtig sein, denn dann wird man sehen, wie sie ohne jeglichen Froese-Input klingen.

Und um auch hier gleich ein neues Zeichen zu setzen, ist dieses Album beim britischen Kscope Label veröffentlicht worden. Eine sehr schöne, von Froeses Witwe Bianca Froese-Acquaye kreierte Covergestaltung rundet den positiven Gesamteindruck ab.
Bewertung: 11/15 Punkten (JM 11, KR 11)

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Tangerine Dream – Quantum Gate

von Juergen Meurer Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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