Eloy – The Vision, The Sword And The Pyre

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(62:23, CD, Artist Station Records/Soulfood, 2017)
Seit den 90ern hat Eloy-Gründer Frank Bornemann Energie und Herzblut in ein Konzeptwerk über die im 15. Jahrhundert lebende und auf dem Scheiterhaufen verbrannte französische Nationalheldin Jeanne d’Arc gesteckt. Aus vielerlei Gründen musste er dessen Fertigstellung immer wieder verschieben. Erst Ende letzten Jahres, als Bornemann sich von seinen renommierten Horus Sound Studio getrennt hatte, nahm es konkrete Formen an. Unter dem Namen „The Vision, The Sword And The Pyre“ ist jetzt der erste Teil der umfangreichen Saga veröffentlicht worden. Die Fortsetzung soll 2018 erscheinen, gefolgt von der Aufführung einer Bühnenversion in Form einer Art Rockmusical in französischer Sprache.

Genug der Vorgeschichte, jetzt zum Inhalt: Stilistisch ist „The Vision, The Sword And The Pyre“ sofort als typisches Eloy-Album erkennbar. Bornemann nimmt sich Zeit dafür, den teilweise von gesprochenen Passagen zusammengehaltenen Klangteppich aus sinfonisches Elementen, Artrock und mystischen Soundcollagen auszurollen. Bombastische Elemente fallen teils noch wuchtiger und opulenter aus als gewohnt, die zurückgenommen Passagen erklingen folkloristischer und auf das Wesentliche reduziert. Hier und da dienen kurze, rein instrumentale Passagen als Überleitung, deshalb funktionieren nicht alle 13 Titel des Albums für sich alleine.

Fast alle Stücke gehen übergangslos ineinander über, sie entwickeln dabei ihren jeweils eigenen Charme und strahlen wundervolles Eloy-Feeling aus. „The Vision, The Sword And The Pyre“ ist keine typische Rockoper mit unterschiedlichen Rollen und gesungenen Dialogen. Frank Bornemann übernimmt den Gesangpart allein,  u.a. Alice Merton (gerade in den Charts mit ‚No Roots‚) und Jessy Martens unterstützen ihn als Sprecher und mit Chorgesang.

Vor Eloy-Selbstzitaten ist das Album nicht ganz gefeit, so weist zum Beispiel ‚The Call‘ Ähnlichkeiten mit ‚Child Migration‘ vom 1980er-Album „Colours“ auf. Unabhängig davon bietet
„The Vision, The Sword And The Pyre“ alles in allem mehr als 60 Minuten beste Sinfonic- und Artrock-Unterhaltung mit vertretbaren Längen, die auch für den zweiten Teil eine ansprechende Umsetzung erwarten lässt.
Bewertung: 11/15 Punkten (WE 10, DH 6, HK 8, GH 10, KS 11)

Frank Bornemann (Foto: Künstler)

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Über den Autor

Kristian Selm

Höre eigentlich alles quer durch den bunten Gemüsegarten des Progressive Rocks, vergesse dabei aber auch nicht den Blick über den Tellerrand hin zu "normaler" Rock- und Popmusik, auch wenn mir vom aktuellen Mainstream leider immer weniger gefällt.

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Eloy – The Vision, The Sword And The Pyre

von Kristian Selm Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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