Long Earth – The Source

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(63:43, CD, Grand Tour Music/JustForKicks, 2017)
Kenner werden beim Namen des Labels und angesichts der unten aufgelisteten Namen schnell eine Idee davon haben, wer hinter Long Earth steckt. Nämlich keine Newcomer, sondern erfahrene schottische Musiker mit Neoprog-Background. Die Besetzungsliste des Quintetts liest sich wie folgt:

Mike Baxter – keyboards
Gordon Mackie – bass
Ken Weir – drums / percussion
Neil Mackie – vocals / guitar
Renaldo McKim – lead guitar

Die Rhythmusfraktion spielte bereits bei Abel Ganz zusammen, produziert wurde „The Source“ von Hew Montgomery, der ebenfalls von Abel Ganz her bekannt und aktuell bei Grand Tour aktiv ist. Die Formation hat in den letzten zwei Jahren am Material für ihr Debüt gearbeitet, jetzt liegt es  vor. Das Album enthält mit ‚The Source‘ und ‚Ghosts‘ zwei jeweils in vier Untertitel aufgeteilte Longsongs jenseits der 20-Minuten-Marke. Grand Tour, Abel Ganz und Comedy Of Errors eignen sich als Orientierungshilfe, wenn man die Musik von Long Earth grob kategorisieren möchte. Oder auch Castanarc. ZU hören gibt es hier eine Art Wohlfühl-Neoprog –  auf eine so konsequente Art dargeboten, dass man sich irgendwann fragt, ob man sich wirklich über eine Stunde lang dermaßen wohlfühlen möchte. Ecken und Kanten gibt es nicht, auch keine Härte. So kann es passieren, dass man irgendwann den Eindruck hat, man habe die Repeat-Taste gedrückt – denn die Songs ähneln sich doch sehr.

Auf ausschweifende solistische Einlagen an Gitarren oder Tasten wurde weitgehend verzichtet. Die Tastensounds überzeugen nicht immer. Dafür punktet die Band mit angenehmem Leadgesang und netten Melodien. Das Problem: Pickt man einen beliebigen Song heraus, ist dieser im Zweifel in Ordnung, doch auf gesamte Spiellänge gibt es schlichtweg zu wenig Abwechslung. Das  spiegelt sichin der Bewertung des Albums zwangsläufig wider. Allerdings hat die Band sicherlich Potenzial, da ist bestimmt mehr drin. Es wäre zu wünschen, dass sie beim nächsten Mal mehr Mut zeigt und auch mal sperriger oder zumindest mit etwas mehr Schmiss zu Werke geht.
Bewertung: 7/15 Punkten (JM 7, KR 7)

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Long Earth – The Source

von Juergen Meurer Artikel-Lesezeit: ca. 1 min
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