Mike Keneally – Scambot 2

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(64:32, Download, Exowax, 2016)
Anspruchsvolle, nicht kategorisierbare  Musik – so lässt sich der zweite, wesentlich zugänglichere Teil des recht schrägen, kompromisslosen „Scambot“-Konzepts von Mike Keneally beschreiben. Sieben Jahre nach dem ersten Teil ist er jetzt erschienen. Wer es etwas genauer wissen will, dem kann man einen sehr eigenständigen, überaus originellen Stilmix aus diversen Schattierung von Progressive-, Jazz- und Country Rock bis hin zu kammermusikalischen sowie zappaesken Momenten sowie kleineren Schippen Progmetal und Hard Rock anbieten.

Zum Konzept nur so viel: In der epischen Geschichte geht es um einen miesepetrigen Typen namens „Scambot“, dessen Verhalten und Persönlichkeit von einem bösen Industriemagnaten namens Ophunji kontrolliert wird und in der zudem jede Menge eigenwillige Gestalten und Seltsamkeiten auftauchen. Mike Keneally kümmert sich nicht um irgendwelche Erwartungshaltungen. Er wirft einfach alles in einen Topf, rührt kräftig um und präsentiert eine sehr geschmackvolle Variante seiner Interpretation von Rockmusik.

Das Album wird durch Groove, selbstironischen Humor und einen für Keneally-Verhältnisse recht melodischen Ansatz zusammengehalten, auch wenn manches zunächst seltsam erscheinen mag. Zudem sind jede Menge fähige Musiker am Start (u.a. Bryan Beller, Marco Minnemann, Joe Travers), die komplexe Wendungen aber eben auch lässige Rhythmen locker aus dem Ärmel schütteln. Das kann in Riff-orientieren Hard Rock wie bei ‚Roll‘ münden, es reicht bis zu flirrendem Jazz Rock (‚Pretzels‘), oder gibt sich zurückgenommen und beinahe balladenhaft (‚Constructed‘).

„Scambot 2“ ist kein Album für Angsthasen, aber eben doch nicht so überladen und verkopft dass man keine Orientierung fände. Es zeigt, wie ein begnadetet Gitarrist eben nicht einfach nur drauflos frickelt, sondern sein Können mit viel Gefühl und kompositorischer Finesse und Feingliedrigkeit unter Beweis stellt. Wer von Mike Keneally nicht genug bekommen kann, greift zur Limited Edition, die eine Bonus-CD mit Songs aus den „Scambot“-Sessions bietet. (Anmerkung der Schlussredaktion: „Scambot 2 comes with a bonus album called Inkling“)
Bewertung: 11/15 Punkten (KR 13, KS 11)

Mike Keneally (Foto: Künstler)

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Über den Autor

Kristian Selm

Höre eigentlich alles quer durch den bunten Gemüsegarten des Progressive Rocks, vergesse dabei aber auch nicht den Blick über den Tellerrand hin zu „normaler“ Rock- und Popmusik, auch wenn mir vom aktuellen Mainstream leider immer weniger gefällt.

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Mike Keneally – Scambot 2

von Kristian Selm Artikel-Lesezeit: ca. 1 min
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