la YnE – La Grande Illusion

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La YnE(38:56, CD, Musea, 2014)
Mal wieder ein Album, bei dem auf Groß- und Kleinschreibung zu achten ist. Der korrekte Name dieser Formation ist „la YnE“. Und dahinter steckt zunächst einmal eine Person, deren Name dieses seltsame Konstrukt schnell erklärt. Sämtliche Songs auf diesem Album stammen nämlich von einem gewissen Matti Laine. Allaine, pardon, alleine eingespielt hat er es allerdings nicht. Welche Instrumente er hier höchstpersönlich einbringt, lässt sich weder im Booklet noch auf der Homepage herausfinden. Erst auf der Bandcamp-Seite (s.u.) wird man diesbezüglich schlauer: „Keyboards, synthesizers, basses, additional guitar, e-bow, programming, editing, radio, loops, samplers, sample programming“ – also schon mal ein reichhaltiges Programm. Schnell wird deutlich, dass hier in vielerlei Hinsicht eine Menge drinsteckt. Unter anderem liegt das auch an einer Vielzahl an Gastmusikern. Da sind zum Beispiel Pekka Laine (Guitars, Sequenced Loops), Thomas Rönnholm (Drums, Percussion), Verneri Pohjola (Trumpet), um nur einige zu nennen. Auch Geigen, Didgeridoo und Vibraphon gehören zum eingesetzten Instrumentarium.

Im Beipackzettel wird dieses Album als eine Art Flirt zwischen Ethnic und Modern bezeichnet – das trifft es schon ganz gut und erinnert ein wenig an das kürzlich besprochene Werk von TYA. Hier sind viele Ethno-Momente enthalten, aber auch der Jazz Faktor ist recht dominant. Die Soundvielfalt weckt schließlich das Interesse, auch wenn nicht unbedingt jeder Song beim Rezensenten zündet. Und so gilt es einiges zu entdecken, denn hier wurde mit viel Liebe zum Detail gearbeitet. Da sind nicht nur die World Music-Elemente und einige frickelige Jazz-Parts, sondern auch atmosphärische Ambient Sounds. Dabei erinnert die Trompete ein wenig an Nils Petter Molvær. Es darf bisweilen auch mal leicht schräg werden, doch ebenso sind wunderschöne, sehr melodiöse Songs vertreten, wie zum Beispiel der Titel ‚La porte de l’enfer‘ belegt. Laine macht es dem Hörer nicht einfach, durch die verschiedenartigen Ausrichtungen ergibt sich kein wirklich einheitliches Bild. Als weiterer Anhaltspunkt mag Mick Karn dienen, dem dieses Album gewidmet ist.

Das Motto des finnischen Musikers lautet übrigens: „Music is a journey, not a Destination“. „La Grande Illusion“ ist ein abwechslungsreiches Album, das diejenigen Hörer ausprobieren sollten, die sich mit einer Mischung aus ruhigen, ambienten Tönen, angeschrägten Jazz Einlagen und mit Vocals unterlegten World Music Parts anfreunden können.
Bewertung: 9/15 Punkten

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von Juergen Meurer Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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