Emerson, Lake & Palmer – Trilogy („DeLuxe“ Reissue)

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Emerson, Lake & Palmer-Trilogy-DeLuxe-Reissue-Cover(42:12, 46:53, 42:10 + 47:00, 2CD + DVD Audio, Legacy/Sony Music, 1972/2015)
Nun sind wir – oder doch noch nicht? – wohl am Ende der „Reissue-Serie“ von EL&P angelangt. Namhafte Soundtüftler – nach Steven Wilson nun wieder Jakko Jakszyk (of King Crimson fame) – nahmen sich in der Vergangenheit nach und nach alle Alben der Prog-Legenden vor und bastelten für Soundtüftler interessante Remasterings und/oder Mixes. Dabei wurde musikalisch nur äußerst selten für Überraschungen gesorgt, das Material von ELP ist nun einmal begrenzt und ausgereizt.
„Trilogy“, das vierte Album (und drittes im Studio eingespieltes) der damals als Supergroup apostrophierten Briten, gilt gemeinhin als deren „wegweisendes“ Werk in einer „experimentellen Zeit“ (Emerson). Es enthält eine Reihe von Kabinettstückchen, vornehmlich von Keith Emerson sowohl am Piano als auch und insbesondere an Orgel und Synthie. Stücke wie ‚The Endless Enigma‘, der Titelsong ‚Trilogy‘ und ‚Abaddon’s Bolero‘ zählen bekanntlich zu den Klassikern der Band.

Was bietet nun die überarbeitete und gleich als 3-Disc-„Luxus“-Paket vorliegende Trilogy–Fassung? Mit CD 1 wird das Album als Originalfassung präsentiert, während auf CD 2 die überarbeitete, neue Stereo–Fassung zu hören ist. Disc 3 wiederum greift die Mixes aus CD 2 auf und präsentiert sie als Audio-DVD in „MLP Lossless 5.1 & Stereo at 24-bit / 96 Hz“ etc. etc. Da auch die Original Stereo-Mixes hier nochmals zum Vergleich geboten werden, macht das in Summe immerhin viermal „Trilogy“.
Einziges musikalisches, also nicht soundtechnisches „Novum“ ist eine Alternativ-Version von ‚From the Beginning‘, die sich durch ein– nicht wirklich grundlegend – verändertes Moog-Solo am Ende des Songs auszeichnet.

Bei den neuen Stereo-Mixes gibt es natürlich eine Menge Feinheiten zu entdecken. Und wer die Anlage für Dolby Digital 5.1 hat, der wird wahrscheinlich noch mehr frohlocken. Am „ohrenfälligsten“ für Normalhörer ist – neben der Surround-Version, die natürlich besondere Klasse hat – der im Vergleich zum Original glasklare Sound bei den längeren Tracks wie ‚Trilogy‘, die kurzen Songs geben da eher wenig her. Aber bei ‚Abaddon’s Bolero‘ kommen doch tatsächlich Aspekte zum Vorschein, die den Titel in richtig „neuem Gewand“ zeigen, ein Gewinn für diese Edition und zugleich versöhnlicher Abschluss.

Das Booklet beleuchtet die Geschichte der Band und die Gedanken, die sich Jakszyk bei seiner Bearbeitung gemacht hat. So spricht er dort beispielsweise über immense Probleme bei der Suche nach den verschiedenen Musik-Puzzle-Teilen auf insgesamt 16 Spuren. Die Surround-Fassung wiederum basiert allein auf seiner eigenen Kreativität. Einige interessante Sound-Entdeckungen, die er bei der Bearbeitung des Originals machte, werden ebenfalls beschrieben.
Ob die Fans des Albums auf die Feinheiten des Sounds und der Stereo-Mixes gebührend achten oder dies doch lieber ausgemachten Tontechnik-Experten überlassen, ist die Frage. Jedenfalls war der Rezensent nach dem Durchhören aller drei Scheiben auf längere Sicht mit ELP bzw. Trilogy übersättig – doch das liegt ja auch ein wenig in der Natur der Sache.
Ohne Bewertung (WE 13/15, KS 13/15)

Surftipps zu EL&P:
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keithemerson.com
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carlpalmer.com
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Jürgen Wissing

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von Jürgen Wissing Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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