Premiata Forneria Marconi (PFM) – A Ghost + The World (2 CDs)

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Premiata Forneria Marconi - A Ghost(40:38/41:35, 2 CDs, Immaginifica/Aereostella, 2014/2015)
Wunderbar, wenn einem ein werter Kollege die ganze Arbeit für die Einleitung bereits abnimmt, denn bei diesen beiden Alben handelt es sich um zwei weitere Mitschnitte, die PFM in Tokio im Jahre 2014 aufnahmen, um ihre ersten fünf Alben in chronologischer Folge vorzustellen. Hinter „A Ghost“ verbirgt sich das ’73er Werk „Photos Of Ghosts“, „The World“ präsentiert das ’74er Album „The World Became The World“.

Mit den beiden Originalalben war man damals beim ELP-Label Manticore untergekommen, nachdem Greg Lake die Band dorthin vermittelte, sowie der Lyriker und Songtexter Peter „Pete“ Sinfield für die englischsprachigen Texte sorgte. Ein Großteil des Songmaterials stammt von den damals zuvor veröffentlichten italienisch-sprachigen Alben: „Photos Of Ghosts“ enthält komplett „Per Un Amico“ (1972) ergänzt um ‚Celebration‘ (im Original ‚È Festa‘ vom Debüt „Storia Di Un Minuto“), sowie das bis dato unveröffentlichte ‚Old Rain‘, während „The World Became The World“ komplett „L’Isola Di Niente“ (1974) plus ‚The World Became The World‘ (im Original ‚Impressioni Di Settembre‘ ebenfalls vom Debüt) beinhaltet. Doch genug der verwirrenden Historie um andere Songtitel, Bezüge zu Originalalben, lieber zur Musik.

Premiata Forneria Marconi - The WorldDie Qualität ist wie bei den anderen Mitschnitten aus Tokio sowohl vom spielerischen, als auch von der energetischen Präsentation hervorragend. Hier spielt keine muntere Rentnerband einfach lieblos ihre Klassiker in schunkelnder Bierzeltatmosphäre herunter, sondern erfrischende Spielfreude und locker, luftige, aber immer auch präzise Interpretationen machen das Zuhören zu einer echten Freude. Einziger Schwachpunkt, und das ist letztendlich der eigenen Empfindung geschuldet, ist die englische Sprache, die im Gegensatz zum italienischen Original eben nicht jenes Pathos und die volle Leidenschaft herüberbringen kann. Was jedoch auffällt, das die Band gerade in der Intonation und Aussprache seit den Siebzigern wesentlich besser und authentischer geworden ist. Ergänzt um einen Chor bei ‚The Mountain‘ sowie um Gastmusiker an Keyboards, Violine und Schlagzeug, geben die drei Urgesteine Franz Di Cioccio, Franco Mussida und Patrick Djivas mächtig Gas. Einziger Wermutstropfen: aus zeitlichen Gründen hat Franco Mussida inzwischen die Band verlassen und wurde durch Marco Sfogli (Gitarre; u.a. James LaBrie, Jordan Rudess, Lalu, Shadrane, Alberto Rigoni) ersetzt.

Beide Alben sind übrigens auch wieder als Vinyl/CD Version erhältlich. Ob man sich, sofern man alle fünf Livealben besitzt, mit den entsprechenden Gutscheinen noch eine Box für Alben zusenden lassen soll, bleibt jedem „verrückten“ Sammler (wie uns) selbst überlassen.
Bewertung: 13/15 Punkten (WE 13, KS 13)

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Über den Autor

Kristian Selm

Höre eigentlich alles quer durch den bunten Gemüsegarten des Progressive Rocks, vergesse dabei aber auch nicht den Blick über den Tellerrand hin zu "normaler" Rock- und Popmusik, auch wenn mir vom aktuellen Mainstream leider immer weniger gefällt.

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von Kristian Selm Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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