Autor: flohfish

1978 in Traben-Trarbach geboren und seit 2014 in Köln ansässig bin ich noch immer ein echter Globetrotter. Ziehe ich gerade einmal nicht trampend und couchsurfend mit meiner Frau Inga durch die Welt, so arbeite ich als Sozialpädagoge in der Inklusionsbegleitung sowie in der Einzelfall- und Familienhilfe. Nebenberuflich bin ich als Stadtführer für Free Walk Cologne tätig. Außerdem nähen Inga und ich hin und wieder noch immer unsere Travelling Monkeys, handgefertigte Stoffaffen. Musikalisch in den 90ern sozialisiert, wuchs ich mit Grunge (Pearl Jam, Nirvana), Prog (Marillion, Dream Theater), Punk (Bad Religion, NoFX), Gothic Metal (Paradise Lost, My Dying Bride) und Crossover (Rage Against the Machine, Faith No More) auf. Für mich sind die letzten zehn Jahre musikalisch so ziemlich die spannensten, die ich bisher erlebt habe, da in dieser Zeit viele jener verschiedenen Stile musikalisch zusammengführt worden sind.

14.0
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(42:37; Vinyl, CD, Digital; Redacted/The Orchard, 23.08.2024) Als ich beim ersten vollständigen Durchhören von „Greif“ bei ‚Une Ville Vide‘ angekommen war, sah ich mich gezwungen nachzuschauen, ob ich mit meinem Player nicht versehentlich zurück zu „Heat Ray“ gesprungen war, mit dessen Besprechung ich gerade erst fertig geworden war. Denn die analogen Synthieklänge, die hier zu hören sind, klingen mehr nach Will Gregorys Moog Ensemble als nach dem Crossover aus Black Metal und Gospel, mit dem Zeal & Ardor einmal bekannt geworden sind. Es war nicht das erste Mal, dass ich beim Hören von „Greif“ stutzen musste und es sollte auch…

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10.5
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(37:28; Vinyl, CD, Digital; Mute Records/[PIAS], 14.06.2024) Anfang der 2000er stürmten Goldfrapp mit einer experimentellen Mischung aus Trip Hop, Synth Pop, Electroclash und Ambient und Stücken wie ‚Utopia‘, ‚Train‘ und ‚Strict Machine‘ die Charts. Der Name der Band leitete sich von ihrer Sängerin Alison Goldfrapp ab. Mindestens genauso prägend und wichtig für Goldfrapp war Alisons visionärer musikalischer Partner: Will Gregory. Goldfrapps letztes Album „Silver Eye“ liegt mittlerweile sieben Jahre zurück. So ist es kaum verwunderlich, dass sich Will Gregory zwischenzeitlich auch anderen Projekten zugewandt hat, darunter dem Will Gregory Moog Ensemble, das in diesem Juni sein erstes Album veröffentlicht hat.…

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11.0
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(31:30; Vinyl, CD, Digital; FFS Labelservices, 09.08.2024) Woher der Bandname GYFTH stammt, ist nicht dokumentiert. Dass er von der Gift speienden Stimme von Sänger Alex Pegac herrührt, kommt schnell als Assoziation auf, ist aber eher unwahrscheinlich. Und doch ist das Wortspiel mit dem Begriff Gift nicht ganz falsch, denn in der ersten Single des Albums „Muss Los!“, dem Opener ‚Opfer!‘, heißt es in der Anfangszeile: Guten Tag wie gehts denn so, Hast du heut schon Gyfth genommen? GYFTH in einem Atemzug mit FJØRT zu nennen, liegt nahe. Denn nicht nur ihre Texte, die von erlebten Alltagsgeschichten, Ängsten, Gefühlen und Gleichgültigkeit…

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10.0
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(50:03; Vinyl, CD, Digital; Century Media/Sony Music, 09.08.2024) „Reaperdawn“ ist nach dem 2022er „Moribund“ das zweite Album von In Aphelion, einer Schwesterband der schwedischen Black-Metal-Formation Necrophobic. Markanteste Unterschiede zwischen den beiden Truppen: Bei In Aphelion schwingt Cryptosis-Schlagzeuger Marco Prij die Drumsticks, während Necrophobic-Gitarrist Sebastian Ramstedt an Stelle von Anders Strokirk für den Gesang verantwortlich zeichnet. Stilistisch sind die beiden Bands dabei gar nicht so weit auseinander, was ein Stück weit den Sinn und Zweck dieser Synchronizität der beiden Gruppen in Frage stellt. Denn wirklich progressiver als Necrophobic, wie In Aphelions Ausrichtung wohl ursprünglich einmal geplant war, ist dieser Ableger nur…

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12.0
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(50:27; Vinyl (1 LP, 2 LP), CD, Digital; Century Media/Sony Music, 16.08.2024) Dark Tranquility glehören zu den ganz Großen des Melodic Death Metals und werden, wie auch In Flames oder At The Gates, zur Göteborger Schule gezählt. Die Schweden befinden sich nunmehr im 36. Jahr ihres Bestehens, doch hat es in der Geschichte der Band wohl noch nie einen solch großen Umbruch gegeben, wie in den letzten Jahren. Denn seit 2016 haben mit Martin Henriksson, Niklas Sundin und Anders Jivarp insgesamt drei Gründungsmitglieder die Band verlassen. Zudem hat sich auch Gitarrist Christopher Amott im letzten Jahr von Dark Tranquility verabschiedet,…

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12.0
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(13:54; Vinyl, Digital; Pelagic Records, 16.08.2024) Nun sind wir also schon bei „Part 3“ angekommen, der dritten von insgesamt vier EPs des Projektes um die englische Musikerin Rebecca Need-Menear und den Produzenten Peter Miles, die im November dann auch zusammen als Langspielplatte mit dem Namen „i Häxa“ erhältlich sein werden. Was die Stimmung betrifft, so macht „Part 3“ genau so weiter, wie „Part 2“ aufgehört hatte: gefühlvoll, gespenstisch, beklemmend und wunderschön. Doch die Stilmittel, mit denen diese Atmosphäre erzeugt wird, unterscheiden sich denen, die auf dem ersten Teil der Serie wie auch auf deren zweiten Teil genutzt worden sind: War…

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9.0
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(35:47; Vinyl, CD, Digital, Long Branch Records/SPV, 09.08.2024) „Elements“ ist poppiger als „Home“ (‚Vertigo‘). „Elements“ ist elektronischer als „Home“ (‚On Fire‘). „Elements“ ist härter als „Home“ (‚Predator‘). Doch wo die Dänen mit ihrem Mix aus Metalcore, R&B, Electronic und Pop auf ihrem 2021er Longplayer noch mit Ausgewogenheit glänzten, ist das mittlerweile siebente Album der Kopenhagener Senkrechtstarter von Siamese ein wenig aus der Balance geraten. So entstehen zwar Kontraste, die oft äußerst spannend sind, wie etwa bei ‚The Shape Of Water‘ (das zusammen mit Ten56 eingespielt worden ist). Denen aufgrund ihrer Extreme aber manches Mal die Mitte fehlt. Zudem klingt der…

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13.0
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(44:47; Vinyl Boxset, Digital; Martha’s Music-Thirty Tigers/Membran, 02.08.2024) Nachdem ich vor wenigen Wochen den grandiosen Auftritt von The Smashing Pumpkins in Mönchengladbach miterleben konnte, hatte ich schon so eine kleine Vorahnung. So ein Bauchgefühl, dass demnächst nochmal etwas Großes von den US-Amerikanern anstehen könnte. Denn was in Gladbach auf der Bühne zu sehen war, war keine Billy-Corgan-Ego Show, sondern eine eingespielte, perfekt harmonierende Band in Bestform. Und tatsachlich, mit „Aghori Mhori Mei“, dem mittlerweile 13. Studio-Album ihrer Karriere, haben es William „Billy“ Patrick Corgan, James Iha und Jimmy Chamberlin vollbracht, endlich wieder ein Album aufzunehmen, das den Namen The Smashing…

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Zwischen Kuscheln & Glückseligkeit Trotz manchmal etwas allzu penetranter Promo-Arbeit oder vielleicht auch gerade aufgrund derselben war der Kanadier Alex Henry Foster in den letzten Monaten in aller Munde. So wurden seine diesjährigen Auftritte beim Herzberg Festival und bei der Last Night Of The Prog denn auch von vielen Anwesenden begeistert abgefeiert. Um seinen Fans etwas zurückzugeben, setzten Foster und seine Begleitband, The Long Shadows, zusammen mit den Betreibern der Kölner Kantine, zum Tourabschluss ein Gratiskonzert im dortigen Biergarten an. Wetterbedingt musste das Open Air auf dem Freideck leider last minute nach drinnen verlegt werden. Vielleicht ein Glücksgriff, denn Fosters…

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(33:18; Century Media/Sony Music, 1994/09.08.2024) 30 Jahre ist es bereits her, dass Micke „Lord Ahriman“ Svanberg und David „Blackmoon“ Parland, alias Dark Funeral, mit ihrer selbstbetitelten Debüt-Mini-CD wie ein Unwetter über der Bühne des Black Metals auftauchten. „Dark Funeral“, ein Album noch finsterer als sein Titel es erahnen lässt und auch 2024 noch genauso roh, brachial und kraftvoll klingt wie 1994. Anlässlich dieses runden Jubiläums haben Century Media Records „Dark Funeral“ neu aufgelegt: als CD sowie auf Transparent Blue-Black Marbled 180g Vinyl, das in streng limitierter Auflage auch signiert zusammen mit einem Kunstdruck erhältlich ist. Aber nicht nur das, denn…

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11.0
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(1:10:00; Vinyl, CD, Digital; Dais Records, 09.08.2024) „Seit ihrem Auftauchen in der skandinavischen Synthie-Pop-Szene vor 16 Jahren haben sich Nicklas Stenemo und Christian Hutchinson Berg alias KITE stetig von lokalen Ikonen zu einem globalen Phänomen entwickelt, doch bis jetzt haben sie noch nie ein komplettes Studioalbum veröffentlicht.“ Nach dem Lesen dieser Zeilen in der Presse-Info war ich schon kurz davor, die E-Mail mit der digitalen Bemusterung zu löschen, bis mir beim weiteren Überfliegen der Nachricht der Name Anna von Hausswolff ins Auge stach und ich auf das Video zur Single ‚Losing‘, klickte, auf der die Sängerin neben Frontmann Nicklas Stenemo…

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12.0
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(45:59; Vinyl, Digital; dunk!records, 17.05.2024) Erstmals auf den Schirm bekamen wir EF vor zwei Jahren, als sie ihr Album „We Salute You, You And You!“ über Pelagic Records veröffentlichten. Vom Rezensenten selbst mit 13 Punkten bedacht, war der Auftritt der Schweden beim ’22er Gloomaar Festival von allen anwesenden Betreuern mit Spannung erwartet worden. Und wie EF lieferten! Denn Pauke, Cello und Glockenspiel sorgten dafür, dass sich das Live-Erlebnis ähnlich intensiv gestaltete wie das Hören der Platte über Kopfhörer. Als unsere Fotografin Jacque ungefähr ein halbes Jahr später zum dunk!festival nach Belgien fuhr, war sie vom dortigen EF-Auftritt ähnlich begeistert und…

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9.0
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(43:11; Vinyl, CD, Digital; Fantasy Recordings/Concord/Universal , 24.04.2024) Wirft man einen Frosch in kaltes Wasser und erhitzt dieses dann langsam, bis es anfängt zu kochen, wird das Tier letztendlich im heißen Wasser sterben, da die nur langsame Temperaturveränderung von der Amphibie nicht als Gefahr wahrgenommen wird. Und ähnlich wie dem Frosch mit dem heißen Wasser ging es mir mit der Musik von DIIV (als „Dive“ ausgesprochen), denn der Shoegaze, den das aus Brooklyn stammenden Quartett auf „Frog In Boiling Water“ spielt, ist dem Sound nach derart ohne Ecken und Kanten, dass ich beim Hören gar nicht erst bemerke, wie müde…

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Too Old To Rock ’n‘ Roll? Ich bin nie ein großer Scorpions-Fan gewesen, aber irgendwann hatte ich mir einmal gesagt, dass man Legenden einmal gesehen haben muss, solange sie noch existieren. Dass die Scorpions in diesem Jahr auf großer „Love At First Sting 40th Anniversary“-Tour waren, war daher eine passende Gelegenheit, sich die Hannoveraner Hard-Rock-Legenden endlich einmal live zu geben. Letzte Zweifel, ob wir wirklich zum Open Air auf dem Luxemburger Messegelände fahren sollten, zerstreuten sich schnell, als klar wurde, dass keine geringere Band als Extreme als Support-Act auftreten würden. Damit waren dann auch die letzten Hemmungen gefallen, einen Konzertbericht…

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Eine der besten Live-Bands dieses Planeten? Nur einen Tag vor der Show von Bad Religion in der Escher Rockhal traf die Absage auf meine Akkreditierungsanfrage ein. Kein Presse-Ticket, kein Foto-Pass – und das bei einem ausverkauften Konzert. Verdammt! Aber Scheiß drauf. Handelt es sich doch hier um Bad Religion, die Band, die bereits im Jahre 1983 den Schritt vom Punk Rock zum Progressive Rock gewagt hatte und für den Rest ihrer Karriere bereute. Bad Religion, lebende Legenden des Punk Rock und womöglich die beste Live-Band dieses Planeten! Bad Religion Also, kurzerhand im Internet ein Ticket ergattert und allen Absagen zum…

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(1:16:00; Vinyl; InsideOut/Sony Music, 13.07.2009/19.07.2024) Endlich! Beardfish sind zurück. Nachdem sich die Schweden im Jahre 2016 aufgelöst hatten, kam es im Frühjahr 2024 zur Reunion der Progressive Rocker um Frontmann Rikard ‚Gungfly‘ Sjöblom. Perfekt aufeinander abgestimmt mit ihrem Auftritt bei der „Last Night Of The Prog“ wurde „Destined Solitaire“, das fünfte Studio-Album der Retro-Progger anlässlich seines 15. Geburtstages über InsideOutMusic erstmals auf Vinyl veröffentlicht. Da Ex-Kollege Kristian Selm besagtes Album seinerzeit schon für unser Vorgänger-Medium, den Progressive Newsletter, besprochen und gebührend gewürdigt hat… Dieser Mix aus Retro Prog, etwas sperrigen Ideen und einer gehörigen Portion eigenwilligem, zappaesken Humor überzeugt einmal…

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(Into The Everflow: 1:10:06; Vinyl, 2 CD, Digital; InsideOut/Sony Music, 1992/12.07.2024) (Mosquito: 1:07:27; Vinyl, 2 CD, Digital; InsideOut/Sony Music, 1994//12.07.2024) Nachdem Ende Mai schon das Debütalbum „A Social Grace“ sowie „Bleeding“, die vierte und letzte Scheibe der klassischen Phase von Psychotic Waltz eine Wiederveröffentlichung erfahren hatten, folgten im Juli, mit „Into The Everflow“ und „Mosquito“, das zweite und das dritte Album der Progressive-Metal-Legenden. Da die Bemusterungen dieses Mal allerdings auf CD erfolgten, gibt es die Besprechung dieser Reissues nicht im Format der #VinylCorner. Jeweils ausgestattet mit aktualisiertem Cover-Artworks, hat InsideOut Music sich auch bei den remasterten CDs alle Mühe gegeben.…

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(Bay Of Kings; 44:23; Vinyl, CD Digital; InsideOut Music/Sony Music, 1983/02.08.2024) (Momentum; 1:01:00, Vinyl, CD, Digital, InsideOut/Sony Music, 1988/02.08.2024) Mit „Bay Of Kings“ und „Momentum“ aus den Jahren 1983 und 1988 hat InsideOut Music in diesem August die beiden ersten klassischen Akustik-Gitarren-Alben von Steve Hackett als Remasters neu aufgelegt. „Bay Of Kings“ ist dabei, aufgrund seiner teils recht simplen Melodien, die etwas leichter zugängliche Scheibe der beiden. Wohingegen „Momentum“ mit seinen Einflüssen aus klassischer Gitarrenmusik, Jazz und Barock die deutlich abwechslungsreichere Platte ist. Beide Alben sind sowohl als Vinyl als auch als CD erhältlich, wobei weder das eine noch das…

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(1:20:04; Vinyl (2LP), CD (Mediabook), Digital, InsideOutMusic/Sony Music, 28.06.2024) Kaipa wurden im Jahre 1973 von Hans Lundin, Tomas Eriksson und Thomas Sjöberg als Ura Kaipa gegründet und sind damit ganze fünf Jahre älter als der Verfasser dieser Zeilen. Trotzdem ist das aktuelle Werk „Sommargryningsljus“ das erste Studio-Album der Schweden, das dieser zu hören bekommt. Live hingegen hatte es schon eine Begegnung mit diesem Prog-Urgestein gegeben, nämlich 2015 auf der Night Of The Prog, bei der allerdings die Zwillingsband Kaipa Da Capo (mit Roine Stolt, Ingemar Bergman, Tomas Eriksson, Mikael Stolt und Max Lorentz) aufgetreten war. Denn ähnlich wie bei Yes…

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(42:16; Vinyl, CD, Digital; RED CRK , 14.06.2024) Manch einer wird Julie Christmas von ihrer Zusammenarbeit mit Cult Of Luna kennen, andere, wie wir, vielleicht von ihrem Auftritt beim Roadburn Festival 2023. Und ein paar wenige Hörer sind vielleicht sogar mit ihrem 2010er Debüt-Album „The Bad Wife“ vertraut. Den meisten Lesern dieser Zeilen wird der Name Julie Christmas aber wohl vollkommen unbekannt sein. Deswegen eine kleine Warnung an dieser Stelle: Julie Christmas‘ Gesangstil ist nicht für Jedermanns Ohren bestimmt. Ein großes, aber wirklich nur ein ganz ganz großes bisschen Over The Top ist die Stimme der New Yorkerin: weinerlich jammernd,…

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