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    Du bist hier:Home»Reviews»Franck Carducci – The Answer

    Franck Carducci – The Answer

    0
    By André Fedorow on 28. November 2019 Reviews

    (69:45, CD, Digital, Eigenverlag/Just For Kicks, 2019)
    Insbesondere Genesis- und Pink Floyd-Fans sollten an dem in Amsterdam lebenden Multi-Instrumentalisten Franck Carducci nicht vorbeikommen. Anhand seines neuesten Albums „The Answer“, bedient er alle musikalischen Sehnsüchte von Fans der genannten Bands, jedoch ohne diese zu kopieren. Carducci bleibt eigenständig, selbstbewusst und vor allen Dingen sich selbst und seiner Kunst treu.

    Gleich in den ersten Sekunden von '(Love is) The Answer' wird klar, dass Soundästhetik und ein druckvoller Mix bei diesem Künstler eine große Rolle spielt. Floydi(an)ische Synthklänge folgen gut portionierten Einsätzen von Mellotron und Hammond, die manchmal an die alten Genesis Klassiker (Gabriel-Ära) erinnern. Große Gesangsbögen und zusätzliche Backing Vocal-Chöre werden unterstrichen von reichhaltigen Harmonien. Der Opener, zugleich der Titeltrack der CD, ist ganz großes Prog- und Art-Rock Kino.

    Rockiger wird es bei 'Slave to Rock 'n' Roll'. Der Song lehnt sich sehr an das Classic Rock Genre an und verleitet dennoch zum Mitwippen. Im Gegensatz zum vorhergehenden Song liegt hier der Fokus auf den Gitarren, während die Tastenfraktion ein wenig in den Hintergrund tritt. Carducci offeriert hier auch die komplette Spannweite seiner Stimmlagen.

    Mit 'Superstar' kehrt der Künstler wieder zurück in progressive Arrangements. Akustikgitarren und Keyboards sind sich einig, eine schöne Untermalung der krummen Schlagzeugpattern zu bieten. Die erste ruhigere Passage wird überraschenderweise von einer Sängerin (Mary Reynaud) gesungen, die sich später mit ihren Kolleginnen und Kollegen immer wieder mal unter Carduccis Lead Vocals mischt. Generell ist das Arrangement des Songs äußerst facettenreich gestaltet. Und von Langatmigkeit keine Spur, trotz der über zwölf Minuten Spielzeit. Eine großartige Prog-Nummer!

    'The After Effect' hat ein schönes Intro, welches durch weiblichen Chorgesang und eine sacht begleitende E-Gitarre besticht. Die harmonische Einigkeit findet jedoch mit dem Einsatz der Strophe ihr jähes Ende. Die Soundlandschaft ändert sich ins Dramatische und führt den Zuhörer durch sich immer neu gestaltende Artrock-Gefilde. In diesem Song findet insbesondere die Bassgitarre zum Teil einen führenden Part. Und auch hier stellt sich beim Hören keine Langweile ein.

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    Das balladenartige 'The Game of Life' bietet außer einem schönen Piano auch einen unerwarteten Einsatz einer Trompete. Franck Carducci scheut sich nicht ungeschriebene Genregrenzen zu übertreten, und das ist auch gut so. Das macht ihn und dieses Werk so interessant und abwechslungsreich.

    'Asylum' rockt sich anfangs durch einige Classic Rock-Anleihen, bevor es zur ersten Blues Einlage kommt. Diese zieht sich bis auf Weiteres durch das klassische Strophe-Refrain-Spiel. Die bluesigen Gitarren werden mit Hammond-Einsätzen gut zur Geltung gebracht. Und doch wabert hinter dem vermeintlichen Blues eine waschechte Progrock-Nummer. Als der Song fast zur Hälfte um ist, wiegt sich der Zuhörer während eines ruhigen Piano-Parts in Gelassenheit. Dieser baut sich Stück für Stück auf, und man ist sich nicht mehr sicher, um was für eine Stilrichtung es sich handelt. Man könnte sagen es ist Bluesprog. Selbstredend, dass der Track in einem tollen Finale endet.

    Wer es pur und akustisch mag, kommt bei 'On the Road to Nowhere' vollends auf seine Kosten. Gänzlich ohne Drums, nur mit Akustikgitarren und mehrstimmigen Gesang bewaffnet, kommt Franck ohne Pomp und Rock daher. Eine schöne Nummer, um Frauen am Lagerfeuer zu beeindrucken. Dieser Track zählt mit dem nachfolgenden zum Bonusmaterial der CD.

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    Eindeutig sphärischer stimmt sich hingegen 'Beautiful Night' ein. Keyboards führen den Hörer nun mit leichter Perkussion und Akustikklampfe die ersten viereinhalb Minuten durch eine wohl besungene Soundlandschaft. Danach dominieren die Tasteninstrumente und man versinkt die restlichen Minuten in tiefen Sphären. Ein klasse Abschluss für den Hauptteil des Albums. Die restlichen beiden Songs sind Radio-Edits von '(Love is) The Answer' und 'Slave to Rock 'n' Roll'. Anspieltipps: 'Asylum', 'Superstar', '(Love is) The Answer'.

    Das Album besticht durch große und weite Kompositionen. Carducci lebt diese Musik und gehört garantiert zu den Top-Künstlern dieses Genres.
    Bewertung: 13/15 Punkten (AF 13)

    PS: Wer Franck & seine Band live erleben möchte:
    17.04.2020 - Viersen, Rockschicht
    18.04.2020 - Reichenbach, Bergkeller

    PPS: Mitwirkende auf dem Album (verschiedene Konstellationen auf den Songs):
    Franck Carducci – Bass, 12-String- & E-Guitars, Lead Vocals
    Olivier Castan – Hammond Organ, Mellotron, Synths, Backing Vocals
    Derek Sherinian - Hammond Organ, Mellotron
    Antoine Reina – Drums, Backing Vocals
    Jimmy Pallagrosi - Drums
    Christophe Obadia – Didgeridoo, E-Guitars, Backing Vocals
    Steve Marsala – E-Guitars, 12-String Guitars, Backing Vocals
    Richard Vecchi – Piano
    Thierry Seneau - Trumpet
    Mary Reynaud – Backing Vocals, Vocals (Superstar), Theremin
    Sandra Reina – Backing Vocals
    Amelynn Vecchi – Backing Vocals.

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    Progressiver Musiker, Songwriter, Produzent und Redakteur. Hört so ziemlich alles was es an Musik gibt -> außer Schlager. "You can't really dust for vomit." -- Nigel Tufnel, Spinal Tap

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