
Psychedelic Rock • Space Rock • Progressive Rock • Electronic Rock
(43:43; Vinyl, CD, Digital; Kscope/Edel; 18.09.2026)
Ein leicht durchgeknallter Psychotrip seit 1984 – oder anders gesagt: der perfekte Soundtrack für Hängengebliebene und alle, die noch hängenbleiben wollen. Ozric Tentacles liefern mit "Harmonic Mind" gute Laune für die kleinen grauen Zellen, die unter dem Einfluss von flirrenden Gitarren, wabernden Synthies und lässigen Grooves offenbar anfangen, in Regenbogenfarben zu leuchten.
Nachdem ich gerade erst einem Livekonzert von Voyage 35 beigewohnt habe, muss ich beim Hören dieses Albums und besonders beim Opener 'Guardstones' doch wieder ganz erstaunt feststellen, wie sehr der Sound des frühen Porcupine Tree an Ozric Tentacles erinnert. Psychedelische Gitarren, elektronische Klangflächen und diese eigenwillige Mischung aus Rock und elektronischem Geblubber liegen erstaunlich nah beieinander.
'Space Platform' schiebt mit Synthies, Gitarren und Rhythmus ordentlich an und macht seinem Namen alle Ehre.
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Der Titeltrack 'Harmonic Mind' zeigt anschließend, dass Psychedelic Space Rock durchaus funky sein darf. Zwischen flirrenden Gitarren, wabernden Synthies und einer ausgesprochen groovigen Rhythmussektion entsteht ein lässiger Schwebezustand, der eher zum Tanzen als zum Abheben einlädt.
'Malachite' ist mit seinem treibenden Rhythmus der perfekte Trance-Dance für die frühen Morgenstunden eines Hippiefestivals. Die Sonne ist noch nicht ganz entschieden, ob sie überhaupt schon aufgehen möchte, während die Tanzbeine längst ihre eigene Agenda verfolgen. 'Tillamook' begeistert dagegen durch seinen lässigen Groove und lässt den Psychedelic Space Rock entspannt mit dem Kopf nicken. Mit 'Sumipad' wird es schließlich deutlich gediegener – fast wie die Nachwehen eines LSD-Trips, wenn der Kopf langsam wieder auf Normalbetrieb schaltet, die Farben aber noch ein bisschen schöner bleiben.
Viel Neues gibt es dabei nicht zu entdecken. Psychedelic Rock, Space Rock, elektronische Spielereien, Ambient, Funk und ein wenig Weltmusik werden erneut zu jenem ziemlich unverwechselbaren Klangbild verrührt, mit dem die Briten seit Jahrzehnten unterwegs sind. Was anderswo nach musikalischer Orientierungslosigkeit klingen könnte, ist bei Ozric Tentacles längst ein eigenes Koordinatensystem.
"Harmonic Mind" erfindet den psychedelischen Space Rock also nicht neu. Es muss aber auch nicht jedes Album eine neue Galaxie entdecken, wenn man sich in der alten noch immer ganz hervorragend verfliegen kann. Knapp 44 Minuten gute Laune, Groove und kontrollierter Realitätsverlust – für Hängengebliebene und solche, die es noch werden wollen.
Bewertung: 10/15 Punkten
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Besetzung:
• Ed Wynne - Gitarre, Synthesizer
• Silas Neptune - Synthesizer
• Saskia Maxwell - Flöte, Multi-Instrumente
• Corey Wallace - Bass
• Pat Garvey - Schlagzeug
• Paul Hankin - Percussion
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Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von cmm zur Verfügung gestellt.

