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    Betreutes Proggen
    Du bist hier:Home»Reviews»Yann Tiersen - Kerber

    Yann Tiersen - Kerber

    0
    By flohfish on 3. September 2021 Reviews

    Yann Tiersen – Kerber (Mute Records, 27.08.21)(48:00, Vinyl, CD, Digital, Mute Records, 2021)
    Der Bretone Yann Tiersen ist vor allem für seine Filmmusik für den französischen Kultstreifen "Le fabuleux destin d’Amélie Poulain" (dt. "Die fabelhafte Welt der Amélie") bekannt, doch manche seiner Studio-Alben sind aufgrund ihres experimentellen Charakters auch für Musikliebhaber geeignet, nicht viel mit Neo Klassik und Filmmusik anfangen können. So zeichnete das 2019er Album "All", Tiersens vorletztes Werk, große musikalische Parallelen zum Post Rock und erinnerte mit seiner Stimmung an die frühen Alben von Sigur Rós und die Spätwerke von Talk Talk. Es folgte noch im gleichen Jahr ein weiteres Album, doch "Portrait" war lediglich eine Sammlung von Neuaufnahmen älterer Stücke des Franzosen. "Kerber" ist also praktisch der Nachfolger von "All", doch stehen die beiden Platten sich auch musikalisch so nahe?

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    Die Antwort lautet jein. Denn ohne Frage kann man "Kerber" anhören, aus wessen Feder die Scheibe stammt. Die sieben Stücke tragen nämlich alle unverkennbar die Hanschrift Yann Tiersens. Gleichzeitig ist "Kerber" jedoch auch das bisher elektronischste Album in der Diskographie des Mannes aus Brest, wodurch es sich von seinem Vorgänger deutlich unterscheidet.

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    Entstanden ist "Kerber" in der Zeit der Isolation, auf der kleinen bretonischen Insel Ouessant, die Tiersen seit vielen Jahren seine Heimat nennt. Und so klingt "Kerber" dann auch etwas intimer, als es für Tiersen-Alben sowieso schon charakteristisch ist. Denn es ist ein musikalisches Gemälde der Insel am westlichen Ende des europäischen Frankreichs. Dies spiegelt sich nicht nur in den durchweg bretonisch-sprachigen Titeln der sieben Stücke, sondern vor allem in der von ihnen vermittelten Atmosphäre.

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    Hieran haben insbesondere die elektronischen Spielereien großen Anteil. Denn die durch sie erzeugten Kontraste zu Tiersens Klavierspiel, setzen den vielfältigen Charakter der Insel anschaulich in Szene. So kann man sich nicht nur die schroffe Granitlandschaft der Insel vorstellen, sondern auch das sie umgebenden Meer und das beschauliche Inselleben, das mit gedrosseltem Tempo zu geschehen scheint.
    Und so ist mit "Kerber" ein fragil anmutendes Porträt einer Insel entstanden, dem man Tiersens besondere Beziehung zu ihrer Natur, ihrer Geschichte und ihren Menschen anhören kann.
    Bewertung: 10/15 Punkte

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    Weitere Informationen

    Yann Tiersen – Kerber (Mute Records, 27.08.21)
    Tracklist:
    1. 'Kerlann' (6:38)
    2. 'Ar Maner Kozh' (6:11)
    3. 'Kerdrall' (6:00)
    4. 'Ker Yegu' (4:46)
    5. 'Ker al Loch' (7:16)
    6. 'Kerber' (10:40)
    7. 'Poull Bojer' (6:29)

    Besetzung:
    Yann Tiersen

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    Wikipedia
    Konzertbericht: 18.09.19, Köln, Die Kantine

    Abbildungen: Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Mute Records zur Verfügung gestellt.

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    CD Digital Electronic Frankreich Mute Records Neo Klassik Piano Pop Rock Soundtrack Vinyl Yann Tiersen
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    flohfish
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    1978 in Traben-Trarbach geboren und seit 2014 in Köln ansässig bin ich noch immer ein echter Globetrotter. Ziehe ich gerade einmal nicht trampend und couchsurfend mit meiner Frau Inga durch die Welt, so arbeite ich als Sozialpädagoge in der Inklusionsbegleitung sowie in der Einzelfall- und Familienhilfe. Nebenberuflich bin ich als Stadtführer für Free Walk Cologne tätig. Außerdem nähen Inga und ich hin und wieder noch immer unsere Travelling Monkeys, handgefertigte Stoffaffen. Musikalisch in den 90ern sozialisiert, wuchs ich mit Grunge (Pearl Jam, Nirvana), Prog (Marillion, Dream Theater), Punk (Bad Religion, NoFX), Gothic Metal (Paradise Lost, My Dying Bride) und Crossover (Rage Against the Machine, Faith No More) auf. Für mich sind die letzten zehn Jahre musikalisch so ziemlich die spannensten, die ich bisher erlebt habe, da in dieser Zeit viele jener verschiedenen Stile musikalisch zusammengführt worden sind.

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