
Desert Rock • Stoner Rock • Fuzz • Psychedelic
(41:16; Vinyl, CD, Digital; Fuzzorama Records/Cargo, 10.04.2026)
Zehn Jahre. Zehn endlos lange, staubtrockene Jahre – und plötzlich: Die schwedische Wüste blüht wieder. Also zumindest theoretisch. Denn die Truckfighters sind zurück, und mit ihnen keimt die Hoffnung, dass aus all dem Sand endlich mal wieder etwas Neues wächst.
Doch es ist derselbe Kaktus wie 2016. Vielleicht ein bisschen größer.
"Masterflow" heißt dieses Comeback, das laut Presseinfo irgendwas von „Balance zwischen Disziplin und Freiheit“ faselt – also genau die Art von bedeutungsschwerem Nichts, das man sich auch auf ein leicht vergilbtes Festivalbändchen tätowieren könnte. In der Realität bedeutet das: Riffs, Fuzz, Groove. Viel davon. Und zwar exakt so, wie man es von Truckfighters seit jeher kennt.
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Dabei wäre die Geschichte eigentlich spannend: Aus dem Trio ist ein Duo geworden, zurück nach einer Dekade Funkstille – da könnte man ja mal annehmen, dass sich irgendwas bewegt hat. Hat es auch. Minimal. Vielleicht ein halber Meter weiter Richtung Kyuss.
Denn "Masterflow" klingt nicht nur wie der logische Nachfolger von "V" – es klingt, als hätte man die letzten zehn Jahre einfach übersprungen. Oder besser: konserviert. Songs wie 'The Gorgon' oder 'Old Big Eye' walzen sich mit stoischer Beharrlichkeit durch die staubige Landschaft, schwer, drückend, routiniert.
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„Hypnotisch“, sagt die Presseinfo. „Schon tausendmal gehört“, murmelt der Teil im Hinterkopf, der sich noch an Überraschungen erinnert.
Und die Wüste? Die blüht hier eben nicht wild und unkontrolliert, sondern nach strengem Bewässerungsplan. Alles sitzt, alles groovt, alles ist genau da, wo es hingehört. Nur eben auch nichts darüber hinaus.
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Und trotzdem: Das hier ist kein Totalausfall. Im Gegenteil. Truckfighters liefern genau das, was sie sollen – und was ihre Fans wollen.
Mal überzeugen sie mit spannender Dynamik, wie in 'Truce', mal mit Percussions und Spoken-Word-Passagen, wie im instrumentalen Titeltrack. Vor allem aber mit dieser unerschütterlichen, fuzzgetränkten Selbstgewissheit, die live vermutlich wieder alles in Schutt und Asche legt. Nur auf Platte bleibt eben dieses Gefühl, dass die Wüste zwar blüht… aber halt immer noch dieselben Pflanzen trägt wie vor zehn Jahren.
Schön, dass sie wieder da sind. Wirklich. Aber ein bisschen mehr Wildwuchs hätte dieser blühenden Wüste ganz gutgetan.
Bewertung: 10/15 Punkten

Besetzung:
• Oskar Cedermalm - Bass, Gesang
• Niklas Källgren - Gitarre
Surftipps:
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Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Oktober Promotion zur Verfügung gestellt.

