Soulrock • Psychedelic Rock • Space Rock
(44:12; Vinyl, CD, Digital; Tonzonen/375 Media; 27.03.2026)
Seit zehn Jahren besteht die Freiburger Band um Sängerin Isabelle Bapté und mit "Mirage" erschien kürzlich ihr drittes Album. Deren Stil ist auf den ersten Hör gar nicht so leicht einzuordnen, schwebt er doch dauernd zwischen Blues, Rock, Stoner und Psychedelic hin und her. Auch sprachlich ist man sowohl in Englisch, als auch auf zwei Tracks in Deutsch unterwegs. Abwechslung sollte also auf den fast 45 Minuten garantiert sein, oder?
Nun, die Frage darf man eindeutig mit Ja beantworten. Die neun Songs klingen verschieden, bleiben sich aber in ihrer Grundausrichtung treu, was teils der Stimme von Isabelle Bapté geschuldet ist, sowie der Fuzzgitarre von Jens Stöver. Das geht auch meistens alles gut, ist aber in manchen Passagen auch fragwürdig. Wenn in einem Track wie 'New Direction' die Gitarre plötzlich Westernatmosphäre einstreut, dann wirkt das recht befremdlich. Grundsätzlich aber spielt sich das Album zwischen dem erwähnten Bluesrock mit schleppenden Rhythmen ab. Das dürfte für viele Progger gewöhnungsbedürftig sein, aber nach ein paar Durchgängen ist diese Mélange nicht verkehrt. Überrascht war ich aber über den letzten Track 'Zweierlei' mit seinen fast 7 Minuten. Nicht durch die deutsche Sprache. Es ist die Nähe zu den musikalisch für mich schwierigen Zeiten Anfang der 80er Jahre, als hierzulande die NDW in Mode kam. Als der zweite Track 'Röntgenstrahlen' bereits mit diesen simplen Rhythmen an meine Ohren gelangte, fand ich das noch irgendwie witzig und auch mutig von der Band, auch wegen der Gitarre, die den Track irgendwann rettet. Aber dann noch einmal?
Leicht orientalisch klingt es auf 'Endless Night', auch 'Fata Morgana' knüpft im Orient an, während andere Tracks wie 'Lush' eher nach simplem Rock'n'Roll klingen. Ja, ich erwähnte es ja schon. Abwechslung ist garantiert. Der Nachteil ist aber, dass die Tracks nicht alle zünden und somit kein roter Faden entsteht. Das Album erinnert mich dann an meine letzte Achterbahnfahrt: mal hoch hinauf, aber irgendwann geht es wieder steil runter. Und am Ende war ich froh, dass es vorbei war.....
Bei FB würde ich über meine Beziehung zu diesem Album schreiben: Es ist kompliziert.
Bewertung: 9/15 Punkten
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Besetzung:
• Isabelle Bapté - vocals, keyboards, flute
• Jens Stöver - lead & rhythm guitars, acoustic guitars, slide
• Johannes Braunstein - drums, percussion
• Florian Kieffer - bass guitar, keys
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Abbildungen: Sound Of Smoke/Bandcamp

