
Vintage Fuzz Rock •
(41:02; Vinyl, CD, Digital; Apollon Records; 10.04.2026)
Hört man das Debüt der Bergener Band Purple Skies, denkt man sofort an Witchcraft – sind die Vocals, die Art zu phrasieren schwer am Gesang des Schweden Markus Pelander angelehnt.
Aufgenommen im Polyfon Studio in Bergen (u.a Slomosa), kommt dieses fuzzige Retro Rock Debüt mit schmissigen Melodien und guter Produktion daher. Eher Doom Rock als Stoner Doom – angenehm Vintage-angehaucht – rockt man relaxt mit vielen guten Gitarren-Fuzz Phrasierungen und hat den einen oder anderen echt guten Track im Gepäck.
Dynamische Songs wechseln sich mit eher halbballadeskem Material ab und die knapp 40 Minuten laufen dramaturgisch gut rein.
Im getragenen instrumentalen Opener 'Haven' musiziert man mit geschmeidig mellotronartigen Sounds, einem Hauch Melancholie und gehörig breitbeinigem Fuzz auf den Röhren entspannt ins Album hinein. 'Mr Fear' fällt danach mit seinen Pelander-Vocals direkt mit der Tür ins Haus – frühe Black Sabbath sind dank der Riffs ebenso schnell ausgemacht. 'Bitchcraft' macht mit richtig starkem, sehr wehmütigen Refrain Punkte satt und hier kommen die gelungenen Vocals aus meiner Sicht am besten zur Geltung.
'Too Worn To Well' und auch 'Quiet Flowers' klingen nach Weite, irgendwie Americana-inspiriert und wissen erneut mit wundervoll sehnsüchtigen Vocals und mehrstimmigem Chorus im Refrain zu berühren. Im Titelsong und vor allem in der Heavy-Ballade 'Worthless Men' offenbaren sich dem Hörer zusätzlich auch kleine feine mystische Folk Rock-Deja Vus Richtung mittlerer Hexvessel, leben die Songs doch von sehr theatralischen Vocals, die eben phasenweise auch an den tief schürfenden Pathos eines Mat Mc Nerney erinnern.
Purple Skies sollten auf keinen Fall vorschnell in die Stoner Schublade gepackt werden, dazu ist der doomige Fuzz einfach ne Ecke offener, leichter und melodischer. Etwas Grunge, Alternative spielt mit rein in den Band-Sound – hier und da diese sehr wehmütigen Synths – 70's Prog-Effekte und am Ende kommt ein liebevoll theatralisches Paket dabei heraus, bei dem noch nicht jeder Song vollumfänglich greift. Gutes Album allemal.
Bewertung: 10/15 Punkten
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Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Apollon Records zur Verfügung gestellt.


