Blackened Post Punk • Occult Rock
(40:02; Vinyl, CD, Digital; Season of Mist; 13.02.2026)
Mit Erba del Diavolo (was'n Name!) hat man eine Front-Chanteuse, die alle Extreme bedient und das ohne Fehl und Tadel. Blackened Post Punk klingt erstmal nach einem verzweifelten Versuch einer individuellen Stil-Zuordnung, aber ich will verdammt sein, dies passt hervorragend. 'Every Tongue Has Its Thorns' vereint mit aller gebührenden Lässigkeit Black Metal, Dark Wave und treibenden Post Punk, schmissige Melodik und Hit-Potential gibt es frei Haus.
Und weil es so schön war, brettert 'Lunga Vita Alla Necrosi' mit bedrohlich hymnischer Theatralik durch den nächsten Floor. Druckvolles Mid Tempo, Dark Metal mit kraftvollen Riffs, treibender Post Punk, schrille Goth-Vocals, unterbrochen von bösem Fauchen der Sängerin. All das macht Laune – kommt mit dieser Art südeuropäischem Pathos/Theatralik (gerade durch die italienischen Lyrics) extrem unverbraucht und originell durch die Boxen.
Die Sängerin trägt jedes Kostüm selbstsicher, phrasiert sich durch die Songs mit verschiedensten Emotionen, Schattierungen und der musikalische Teppich hat genau die richtige Gradzahl zwischen rockig und düster metallisch, ohne abgelutschte Goth-Metal Klischees durchzukauen. Stattdessen gibt's sogar hier und da sehr pointiert und passend Klarinette und Posaune zu hören, als wäre dies das Normalste auf der Welt ('Spirit, Blood, Poison, Ferment!').
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'Il Veleno Della Natura' hat was von den frühen Moonspell mit weiblichen gotischen Vocals ('Opium' lässt grüßen), treibt der rockige Sound angenehm leichtfüßig mit hymnisch-treffsicherem Refrain. Die klassisch/orchestralen Farbtupfer – hier und da etwas Death Rock und Wave Elemente – all dies speist man spielerisch in das Horrorfilm-artige Drehbuch mit ein und es wirkt alles so verdammt unverkrampft.
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'Delta-9 (161)' ist dann episch lang, zäher, doomig, dynamischer – nimmt etwas vom dauerhaft rockigen Drive der Rille raus – was gut Dynamik schafft. Auch hier ist die sinistre Klarinette ein freches Gimmick und passt hervorragend, um Atmosphäre und düstere Stimmung zu konstruieren, welche die Band gut neben angesagte Shooting-Nischen Stars wie Messa, Dool oder Wolvennest positioniert. Sprechgesang, Hall und postrockige Gitarren erzeugen dichte Soundschichten – okkulte Vocal-Theatralik ohne künstliche Allüren macht das Theater perfekt.
Mit dem Bauhaus-Cover 'In The Flat Field' verneigt man sich vor einer der Post Punk-Urväter und schließt die knapp 40 Minuten mit gotischem Augenzwinkern ab. Absolut unterhaltsam, abwechslungsreich in seinen düsteren Schattierungen zwischen Occult Rock, Wave, Post und Black Metal und mit einer selbstsicheren Frontfrau macht dieses Gesamtpaket ordentlich Laune – dicke Empfehlung!
Bewertung: 12/15 Punkten
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Besetzung:
• Erba del Diavolo — Vocals
• Khrura Abro — Bass
• Kratom — Bass
• Nerium — Guitar
• Segale Cornuta — Drums
Gastmusiker:
• Francesco Bucci (Ottone Pesante) — Trombone on track 3.
• Andrea l'Abbate — Programming on track 1, additional synths on track 5.
• Sergio Bertani (Lucynine) — Theremin on track 1, synths on track 4.
• Vittorio Sabelli — Bass clarinet on track 5.
• Gionata Potenti / Omega (Nubivagant) — Vocals & acoustic guitar on track 6.
Surftipps:
• Linktree
• Bandcamp
• YouTube
Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Season of Mist zur Verfügung gestellt.


