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    Du bist hier:Home»Reviews»Monosphere - Amnesia

    Monosphere - Amnesia

    0
    By flohfish on 29. März 2026 Reviews
    Monosphere - Amnesia (Eigenveröffentlichung; 13.03.2026)
    Credit: Lukas Klotz
    Progressive Metal • Post Metal • Mathcore • Progressive Hardcore • Black Metal • Deathcore • Post Rock • Experimental
    (42:04; Vinyl, CD, Digital; Eigenveröffentlichung; 13.03.2026)
    Monosphere zeigen sich auf "Amnesia" von einer deutlich gereiften Seite. Hat Rodney Fuchs seine Ausarbeitung darüber, wie man ein Konzeptalbum schreibt, noch einmal überarbeitet, oder warum klappt es diesmal so viel besser als beim Erstling "The Puppeteer"? Das Ergebnis ist jedenfalls beeindruckend.

    Natürlich ist "Amnesia" wieder ein ziemlicher Brocken, was bei der stilistischen Spannweite und Kevin Ernsts tief grollenden Growls kaum verwundert. Und doch: Das Album geht erstaunlich geschmeidig runter. Fast schon irritierend geschmeidig, denn zwischen den extremen Ausbrüchen tauchen immer wieder sanfte, atmosphärische Passagen auf, die kurze Atempausen ermöglichen, bevor die nächste Welle losbricht.

    Das Artwork signalisiert zunächst Metal-typisch unleserlich und in dem Schriftzug, den man schon seit Jahren von T-Shirts kennt: Monosphere. Eine Ansage, dass es sich bei "Amnesia" um ein reines Black- und Death-Metal-Album handelt? Weit gefehlt – und das ist gut so.

    Besonders hervorzuheben ist das Sounddesign des Albums, das einen dichten, atmosphärischen Backdrop für Gesang, Gitarren und Rhythmusfraktion bildet. Die kreative Aufteilung war dieses Mal anders als bei "Sentience":

    When I listened to Rodney’s draft of the album for the first time, it instantly clicked that this album is going to be different than everything we’ve done before. The core basis was quite empty – in the most positive way, which helped me push this album in a more atmospheric, and deeply emotional vibe than before,

    erklärt Marlon Palm, der die Layerings, zusätzlichen Melodien, atmosphärischen Schichten sowie die Bassparts beigesteuert hat. Das Ergebnis sind dicke Klangwände, dynamische Texturen und neue Melodien, die das Album lebendiger, vielseitiger und atmosphärisch dichter denn je machen. Unterstützt wurde er dabei von Gitarrist Lukas Klotz, der für die Produktion und den finalen Feinschliff des Sounds verantwortlich zeichnete. Das Ergebnis sind dicke Klangwände, dynamische Texturen und neue Melodien, die das Album lebendiger, vielseitiger und atmosphärisch dichter denn je machen.

    Kevin Ernst hat ebenfalls einen großen Schritt nach vorne gemacht, sowohl was Growls als auch den Klargesang betrifft. Besonders in 'Idiomorph' wird diese Entwicklung hörbar, wenn seine Stimme zwischen aggressiven Ausbrüchen und melodischem Gesang nuanciert und souverän wechselt.

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    Homogen im Fluss, heterogen in der stilistischen Ausrichtung: "Amnesia" verbindet Progressive und Post Metal, Mathcore-Elemente sowie Black Metal und Deathcore-Ausbrüche zu einem stimmigen Gesamtwerk. Es bleibt trotz der Komplexität kurzweilig, packend und überraschend zugänglich. Das Album lässt sich in einem Rutsch hören und belohnt mit immer neuen Details, die sich bei jedem Durchlauf noch weiter entfalten.

    Musikalisch beginnt "Amnesia" mit einem deftigen Einstieg, der jedoch durch wabernde Synthesizer aufgelockert wird. Kevin Ernsts Growls treten in 'Collapse' zunächst subtil in den Hintergrund und wirken fast wie ein zusätzliches Instrument. Nach etwa zwei Minuten verändert sich die Stimmung, die Härte tritt zurück, und sein Klargesang erklingt erstmals wohlklingend, bevor der Song in einen mächtigen, hymnischen Chorus mit Größe und Pathos mündet – packend und unmittelbar fesselnd.

    Nahtlos geht es in 'Anomia' über, dicht gewoben mit allen Monosphere-typischen Elementen: variabler Gesang, Shouts mit leichter Post-Hardcore-Tendenz, tiefe Growls, Black-Metal-Drumming und eine Atmosphäre, die fest im Post-Metal verankert ist.

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    Darauf baut 'Nadir' mit Gastsänger Jei Doublerice (Despite Exile) auf. Sanfte, melancholische Passagen kippen langsam in Aggression, unterlegt mit tiefschwarzer Färbung und wunderschönen Synthietupfern. Die Stücke gehen ineinander über, ohne Brüche zu erzeugen, und münden in 'Allusion', ein verspieltes, äußerst rhythmusbetontes Pianointerlude, das seinerseits den Weg für 'Limbic' ebnet.

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    'Limbic' entfaltet Groove, Blastbeats und eine gehörige Portion Wahnsinn. Komplex und vertrackt, aber gleichzeitig zwingend mitreißend, zieht es den Hörer mitten hinein in die wilde, verzweigte Struktur des Albums. Nach diesem intensiven Ausflug folgt 'Idiomorph', melancholisch und atmosphärisch, ein Stück, das Post-Rock, Pop und Post-Metal miteinander verschmilzt – ein emotionaler Höhepunkt, bei dem auch Kevin Ernst stimmlich seine ganze Reife zeigt.

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    Mit 'Zenith' erreicht das Album neue Dimensionen: Extreme Progressive-Metal-Riffs treffen auf Djent-Elemente und ruhige, sehr rhythmusbetonte Zwischenspiele. Groovy, symphonisch, stellenweise fast Meshuggah-artig und vor allem episch – hier zeigt sich die technische Brillanz der Band in voller Pracht. 'Engam' fungiert als Interlude mit Klargesang und bereitet elegant den finalen Höhepunkt vor.

    Und dieser Höhepunkt ist 'Dissolve', das monströse Finale des Albums. Fast zehn Minuten lang und keine Sekunde zu viel – ein epischer Abschluss mit wuchtigen Klanglandschaften, dichten Layerings und intensiver Emotionalität. Mark Garrett von Kardashev
    steuert als Gastsänger zusätzliche Tiefe bei, was 'Dissolve' zu einem unvergesslichen, krönenden Schlusspunkt macht.

    Interessant am Entstehungsprozess ist zudem, dass ursprünglich geplant war, 'Lapse' als ersten Track auf "Amnesia" zu setzen. Die Double-Single wurde als Ausgangspunkt geschrieben, von dem aus das Album wuchs. Aufgrund technischer Probleme entschied sich die Band, 'Lapse' als eigenständige Double-Single zu veröffentlichen; das Album selbst enthält es daher nicht.

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    "Amnesia" zeigt erneut, wie vielseitig und spannend Monosphere im modernen Progressive Metal agieren. Ein Album, das fordert, aber nie überfordert – dicht, emotional und technisch brillant – und den Hörer von der ersten bis zur letzten Sekunde bei der Stange hält.
    Bewertung: 13/15 Punkten


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    Weitere Informationen

    Besetzung:
    • Kevin Ernst - Vocals
    • Lukas Klotz - Guitar
    • Marlon Palm - Bass Guitar
    • Rodney Fuchs - Drums & Keys

    Gastmusiker:
    • Jei Doublerice - Vocals ('Nadir')
    • Mark Garrett - Vocals ('Dissolve')

    Surftipps:
    • Homepage
    • Bandcamp
    • YouTube
    • Rezensionen, Liveberichte & Interviews

    Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Monosphere zur Verfügung gestellt.

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    1978 in Traben-Trarbach geboren und seit 2014 in Köln ansässig bin ich noch immer ein echter Globetrotter. Ziehe ich gerade einmal nicht trampend und couchsurfend mit meiner Frau Inga durch die Welt, so arbeite ich als Sozialpädagoge in der Inklusionsbegleitung sowie in der Einzelfall- und Familienhilfe. Nebenberuflich bin ich als Stadtführer für Free Walk Cologne tätig. Außerdem nähen Inga und ich hin und wieder noch immer unsere Travelling Monkeys, handgefertigte Stoffaffen. Musikalisch in den 90ern sozialisiert, wuchs ich mit Grunge (Pearl Jam, Nirvana), Prog (Marillion, Dream Theater), Punk (Bad Religion, NoFX), Gothic Metal (Paradise Lost, My Dying Bride) und Crossover (Rage Against the Machine, Faith No More) auf. Für mich sind die letzten zehn Jahre musikalisch so ziemlich die spannensten, die ich bisher erlebt habe, da in dieser Zeit viele jener verschiedenen Stile musikalisch zusammengführt worden sind.

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