Nad Sylvan – Spiritus Mundi

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Nad Sylvan - Spiritus Mundi (IOM/Sony, 9.4.21)(41:53, CD, Vinyl, Digital, InsideOut/Sony Music, 2021)
Nach dem Abschluss seiner „The Vampirate“ Trilogie („Courting The Widow“, 2015, „The Bride Sais No“, 2017 u. „The Regal Bastard“, 2019) wählte Nad Sylvan für sein neuestes Projekt einen komplett anderen Ansatz. Zusammen mit dem amerikanischen Songschreiber und Multi-Instrumentalisten Andrew Laitres (Magus, The Winter Tree) entwickelte er das Songmaterial für sein aktuelles Werk „Spiritus Mundi“.

Die Kooperationspartner trafen sich dabei nur zwei Mal persönlich im Umfeld der Steve-Hackett-Tourneen (da ja Nad Sylvan bekanntlich seit einigen Jahren bei der Steve Hackett Band als Sänger fungiert). Also lief die Zusammenarbeit von Sylvan und Laitres fortan rein virtuell.

Logischerweise dominiert einmal mehr das markante Organ von Nad Sylvan diese insgesamt neun Stücke. Auch stilistisch bekommt man hier jede Menge sinfonische Melodik in gewohnter Spielart geboten. Dennoch ist der grundsätzliche Ansatz von Andrew Laitres wesentlich songdienlicher und weniger opulent. So verzichtet er beispielsweise fast komplett auf ausschweifende Instrumentalparts und setzt mehr auf fließende, fragile Stimmungen, vor allem die Stimme und textliche Interpretationen von Nad Sylvan. Gleichfalls ist Andrew Laitres als (sich zurückhaltende) zweite Stimme im Mix zu hören. Wobei sein zurückgenommener Gesang einen angenehmen Kontrast zum gelegentlich leicht exaltierten Vortragstil seines schwedischen Kollegen bildet.

Inhaltlich bzw. konzeptionell setzt das konzeptionell verbundene Material auf die Werke des irischen Dichters William Butler Yeats, während dazu passend die Atmosphäre einerseits von akustischen Momenten, sowie wohl dosierter Orchestrierung bestimmt wird. So stehen in erster Linie akustische Gitarre und Streicher im instrumentalen Fokus. Dadurch wirkt alles wesentlich natürlicher, weicher und zurückhaltender, als auf den bisherigen Soloalben von Nad Sylvan. Das mag zwar bisweilen weniger aufregend erscheinen, doch gerade durch die Besinnlichkeit, die Vereinfachung gewinnt dieses Album an inhaltlicher Tiefe.

Wiederum wurde auf diverse namhafte Gastmusiker zurückgegriffen, wobei folgende Musiker an den Aufnahmen beteiligt waren:
Nad Sylvan – Gesang, Keybaords, Orchestrierung, Elektrische & Akustische Gitarre, Bass, Schlagzeug, Programming
Andrew Laitres – Gesang, Akustische Gitarre, Keyboards
Tony Levin – Bass
Steve Hackett – Akustische Gitarre
Neil Whitford – Elektrische & Slide Gitarre
Jonas Reingold – Bass
Mirkko De Maio – Schlagzeug, Congas
Steve Piggot – Elektrische Gitarre
Kiwi Te Kanna – Oboe, Flöte.

Die inhaltliche Sparsamkeit und eine gewisse Zerbrechlichkeit tun diesem Album hörbar gut. Es ist definitiv das bisher überzeugendste Werk von Nad Sylvan. Da trifft die Phrasenschwein-verdächtige Phrase „weniger ist mehr“ wirklich einmal zu.
Bewertung: 11/15 Punkten (KS 11, HR 12)

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Abbildungen: Nad Sylvan / InsideOut Music

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Über den Autor

Kristian Selm

Höre eigentlich alles quer durch den bunten Gemüsegarten des Progressive Rocks, vergesse dabei aber auch nicht den Blick über den Tellerrand hin zu "normaler" Rock- und Popmusik, auch wenn mir vom aktuellen Mainstream leider immer weniger gefällt.

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von Kristian Selm Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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