Nad Sylvan – The Bride Says No

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(52:59, CD, InsideOut Music/Universal, 2017)
Nach Nad Sylvans Umwerben der Witwe („Courting The Widow“) auf dem ersten Album, ist dieses mal die Braut dran, die jedoch nicht so recht will. „The Bride Says No“ knüpft inhaltlich und stilistisch auf den Vorgänger mit einer im 17. Jahrhundert angesiedelten Vampirgeschichte an und ist als dessen Fortsetzung zu betrachten. Interessanterweise geht die Entstehungsgeschichten des Songmaterials teils bis in die späten 80er zurück. Aber erst jetzt passten alle Puzzleteile aus neuen Ideen und Fragmenten der Vergangenheit schlüssig zusammen.

Musikalisch wird hier eine deutliche Dosis Retroprog und sinfonischer Rock aufgefahren, dennoch verfügen die Songs über zeitgemäße Facetten, was sich vor allen in den wuchtigen Sounds und den mehr geradlinigen Arrangements widerspiegelt. Wie bei Nad Sylvan zu erwarten, ist sein musikalischer Ansatz recht schwelgerisch, opulent, mitunter vielleicht auch eine Spur zu überladen. Das Ganze verfügt über einen deutlich theatralischen Charakter und eine hochmelodische Färbung.

Wie schon beim Debüt kann sich der aktuelle Sänger der Steve-Hackett-Band wieder auf eine recht namhafte Gastmusikerschar verlassen. Neben Steve Hackett sind an der Gitarre u.a. Roine Stolt und Guthrie Govan zu hören, am Bass/Chapman Stick dürfen Tony Levin bzw. Jonas Reingold die Tieftöne verfeinern, während am Schlagzeug Nick D’Virgilio und Doane Perry die Felle bearbeiten.

Trotz der prestigeträchtigen Besetzung stehen hier keineswegs die Solisten im Vordergrund, sondern es geht immer um das Konzept und den gruppendienlichen Gesamteindruck. Einzig das wunderbare fließende Gitarrensolo von ‚What You’ve Done‘ hebt sich als Highlight eindeutig ab, während der über zwölfminütige Titelsong mit prägnanten Keyboard- und Gitarrenparts punktet. Die drei aus ganz unterschiedlichen Genres stammenden Gastsängerinnen Jade Ell, Tania Doko und Sheona Urquhart verfeinern insbesondere den Titelsong.

„The Bride Says No“ erfüllt alle Erwartungen, die man ein Album von Nad Sylvan hat. Seine Kritiker werden hier bestätigt werden und genügend Gründe für ausgiebiges Gemecker finden, die Fans aber bekommen genau das, was ihnen gefällt: eine souverän eingespielte und produzierte Sinfonic-Prog-Scheibe mit überbordender, extravaganter Theatralik und griffigen Melodien.
Bewertung: 10/15 Punkten (KR 10, KS 10)

Nad Sylvan (Foto: Thomas Wild)

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The Bride Said No (Track By Track Pt.1) (YouTube)
The Bride Said No (Track By Track Pt.2) (YouTube)

 

 

 

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Über den Autor

Kristian Selm

Höre eigentlich alles quer durch den bunten Gemüsegarten des Progressive Rocks, vergesse dabei aber auch nicht den Blick über den Tellerrand hin zu "normaler" Rock- und Popmusik, auch wenn mir vom aktuellen Mainstream leider immer weniger gefällt.

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Nad Sylvan – The Bride Says No

von Kristian Selm Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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