Mono – Beyond The Past • Live In London With The Platinum Anniversary Orchestra

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Mono – Beyond The Past • Live In London With The Platinum Anniversary Orchestra (Pelagic Records, 19.03.21)(1:50:21, Digital, CD, Vinyl, Pelagic Records, 2021)
Anlässlich ihres 20-jährigen Bandjubiläums luden die japanischen Post-Rock-Legenden Mono im Dezember 2019 befreundete Bands und Musikern wie ihre Landsleute von Boris und Envy, Alcest, Jo Quail und A.A. Williams ein, um gemeinsam vor 2000 Fans einen unvergesslichen Abend im legendären Londoner Barbican Center aufzutreten. Mono hatten sich für diesen Abend etwas ganz besonderes überlegt – sie spielten einen ihrer wenigen Auftritte mit orchestraler Begleitung.

Nun, fast anderthalb Jahre später ist endlich ein Mitschnitt dieses Abend veröffentlicht worden. Wer allerdings auf eine Film-Aufnahme gewartet hatte, der muss leider enttäuscht werden, denn „Beyond The Past • Live In London With The Platinum Anniversary Orchestra“ ist lediglich als CD und Tripple-Gatefold-Vinyl-Edition erhältlich. Es ist ein Umstand, der nicht weiter schwer ins Gewicht fällt, denn Mono sind keine Musiker, die für ihre instrumentalen Eskapaden bekannt sind, sondern vielmehr für ihren vielschichtigen Sound, der ausschließlich als Gesamterlebnis begriffen werden kann. Und so kann man es durchaus als Vorteil sehen, dass man sich bei vorliegendem Live-Dokument vollends auf die Musik konzentrieren kann (Wären da nicht die Gastauftritten von Sängerin A.A. Williams).

Leider bildet „Beyond The Past“ nicht wirklich einen Querschnitt durch die lange Bandhistorie, da der Schwerpunkt der Aufnahme eindeutig auf dem 2019er Werk ‚Nowhere, Now Here“ liegt, das mit immerhin sechs Stücken vertreten ist. Da die Setlist lediglich zwölf Lieder beinhaltete, konnten die neun Vorgängeralben leider nicht komplett abgedeckt werden. Und auch die Auswahl der Stücke war nicht wirklich für Überraschungen gut.

Doch ist dies wirklich das einzige Manko von „Beyond The Past“, denn soundtechnisch ist der fast zweistündige Live-Mitschnitt, für den sich Live-Sound-Engineer Matt Cook verantwortlich zeigt, über alle Kritik erhaben.

Es ist aber nicht nur der wunderbare Klang der Scheibe, sondern vor allem auch die Orchester-Untermalung, die „Beyond The Past“ so einzigartig macht. Denn vor allem die Streicher harmonieren mit der Musik der Ost-Asiaten so unglaublich gut, dass man annehmen könnte, die Originale der Stücke wären schon für Orchester arrangiert gewesen. Das Ergebnis ist Musik, die nicht für runtergekommene alte Industriehallen gemacht ist. Sondern eine, die ein ehrwürdiges Ambiente verlangt, um vollends erstrahlen zu können. So scheint das Barbican Center zwar ein passender Ort für den Abend gewesen zu sein, doch eine Kirche oder gar eine Kathedrale wäre vielleicht noch stimmiger gewesen. Denn die Musik von Mono scheint die größten Räume dieser Welt ausfüllen zu können, oder diese, wie im Falle des den Abend krönenden fast 20-minütigen ‚Com(?)‘, auch zum Einsturz brigen zu können.

Erwähnenswert ist übrigens auch das 2.000 Zuhörer zählende Publikum des Abends, da es während der Darbietung der Stücke praktisch nicht in Erscheinung tritt und sich lediglich in den Pausen zu frenetischen Ovationen verleiten lässt.

„Beyond The Past • Live In London With The Platinum Anniversary Orchestra“ ist abschließend betrachtet ein einzigartiges Live-Dokument in brillianter Soundqualität, welches nicht nur langjährigen Anhängern der Band ans Herz gelegt werden kann, sondern auch für Neueinsteiger geeignet ist.
Bewertung: 13/15 Punkte (FF 13, KR 12)


Mono – Beyond The Past • Live In London With The Platinum Anniversary Orchestra (Pelagic Records, 19.03.21)
Tracklist:
1. ‚God Bless‘ (1:50)
2. ‚After You Comes the Flood‘ (5:04)
3. ‚Breathe‘ (5:49)
4. ‚Nowhere, Now Here‘ (10:20)
5. ‚Death in Rebirth‘ (7:59)
6. ‚Dream Odyssey‘ (9:30)
7. ‚Sorrow‘ (9:01)
8. ‚Meet Us Where the Night Ends‘ (9:12)
9. ‚Halcyon‘ (9:15)
10. ‚Ashes in the Snow‘ (16:50)
11. ‚Exit in Darkness‘ (6:19)
12. ‚Com(?)‘ (19:12)

Besetzung:
Takaakira ‚Taka‘ Goto (Gitarre)
Tamaki (Bass, Piano)
Hideki ‚Yoda‘ Suematsu (Gitarre)
Dahm (Schlagzeug)

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Rezension: „Nowhere Now Here“

Abbildungen: Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Pelagic Records zur Verfügung gestellt.

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Über den Autor

flohfish

1978 in Traben-Trarbach geboren und seit 2014 in Köln ansässig bin ich noch immer ein echter Globetrotter. Ziehe ich gerade einmal nicht trampend und couchsurfend mit meiner Frau Inga durch die Welt, so arbeite ich als Sozialpädagoge in der Inklusionsbegleitung sowie in der Einzelfall- und Familienhilfe. Nebenberuflich bin ich als Stadtführer für Free Walk Cologne tätig. Außerdem nähen Inga und ich hin und wieder noch immer unsere Travelling Monkeys, handgefertigte Stoffaffen. Musikalisch in den 90ern sozialisiert, wuchs ich mit Grunge (Pearl Jam, Nirvana), Prog (Marillion, Dream Theater), Punk (Bad Religion, NoFX), Gothic Metal (Paradise Lost, My Dying Bride) und Crossover (Rage Against the Machine, Faith No More) auf. Für mich sind die letzten zehn Jahre musikalisch so ziemlich die spannensten, die ich bisher erlebt habe, da in dieser Zeit viele jener verschiedenen Stile musikalisch zusammengführt worden sind.

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von flohfish Artikel-Lesezeit: ca. 3 min
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