Xixa – Genesis

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Xixa – genesis (Jullian Records/The Orchard, 19.02.21)(42:53, Digital, CD, Vinyl, Jullian Records/The Orchard, 2021)
In Kreisen der Rock-Musik wird Tucson, Arizona, hauptsächlich mit Calexico in Verbindung gebracht, einer Band, die wie keine andere den Begriff des Desert-Rock prägte. Ebenfalls aus ‚The Old Pueblo‘ stammend und musikalisch in eine ähnliche Kerbe schlagend ist die fünfköpfige Gruppe Xixa. Dies ist nicht weiter verwunderlich, da die Bändköpfe, Gitarristen und Sänger Brian Lopez und Gabriel Sullivan zu Calexicos Live-Besetzung gehören. Zudem vermischen die fünf Musiker auf „Genesis“ geschickt so unterschiedliche Einflüsse wie Latin-Rhythmen, Indie-Rock, Psychedelich, 80s Pop, Gothic und Western-Soundtracksaus der 70er.

Schon das Cover-Artwork von Daniel Martin Diaz gibt erste Hinweise auf die Stimmung des Albums, denn es repräsentiert wunderbar die „Genesis“-typische Balance aus Dunkelheit und Schönheit

„The Metaphysical Universe“ vermischt Diaz‘ Signatur-Elemente der christlichen Mythologie wie Erneuerung und Auferstehung, Wissenschaften wie Astronomie und Anatomie, geheime Freimaurer-Symbole, ein kleine Dosis Hocus-Pocus sowie War of the Worlds-Science Fiction zu seinem ganz eigenen Stil.

„The Metaphysical Universe“ mixes Diaz’s signature elements of Christian mythology, like renewal and ascension, sciences like astronomy and anatomy, secret masonic symbols, a fair dose of hocus-pocus and war-of-the-worlds science fiction into a style all his own.

„Genesis“ ist bereits das zweite Album der Band, welche mit „Bloodlines“ im Jahre 2016 ihr Debüt ablieferte. Gegenüber seinem Vorgänger haben Xixa auf ihrem neuen Album die westafrikanischem Desert-Blues-Einflüsse ein wenig zurückgefahren. Diese stehen leider nur noch in Form der grandiosen Kooperation mit der algerischen Tuareg Band Imarhan bei ‚Eve of Agnes‘ im Mittelpunkt des Geschehens. Stattdessen wurden die schon auf dem Erstling vorhandenen peruanischen Chicha-Rhythmen weiter in den Fokus der Lieder gerückt.

Das Resultat ist ein interessanter Mix aus entspanntem, leicht psychedelischem Desert-Rock, eingängigen Gesangsmelodien und beschwingten lateinamerikanischen Klängen, welcher dem Sound der Band eine ganz eigene Ästhetik gibt, ganz so, als hätten Tito & Tarantula und die peruanische Cumbia-Formation Corazón Serrano gemeinsam eine Platte in den Sanddünen von Huacachina gegeben . Ein besonderes Flair verbreitet zudem der aus einem nord-grönländischen Waisendorf stammende Uummannaq Children’s Choir, welcher auf drei Stücken zu hören ist und mit seinen hellen Stimmen einen effektvollen Kontrast zu dem Reibeisen-Organen der beiden Sänger bildet.

Es ist Musik, die sowohl an Freunde trocken-bluesiger Melodien als auch an Liebhaber tanzbarer Rhythmen gerichtet ist und somit die musikalischen Kulturen von Nord- und Südamerika miteinander verbindet und stellvertretend für den kulturellen Schmelztiegel Tucson steht.
Bewertung: 11/15 Punkte


Tracklist:
1. ‚Thine Is the Kingdom‘ (3:29)
2. ‚Genesis of Gaea ‚ (4:18)
3. ‚Land Where We Lie‘ (3:50)
4. ‚Eclipse‘ (3:27)
5. ‚Soma‘ (6:13)
6. ‚Eve of Agnes‘ (3:48)
7. ‚Velveteen‘ (3:43)
8. ‚May They Call Us Home (3:55)
9. ‚Nights Plutonian Shore (4:02)
10. ‚Feast of Ascension‘ (6:08)

Besetzung:
Brian Lopez (Gitarren, Gesang)
Gabriel Sullivan (Gitarren, Gesang)
Jason Urman (Keyboards)
Winston Watson (Schlagzeug, Perkussion)
Hikit Corbel (Bass)

Gastmusiker:
Efren Cruz Chavez (Timbales, Perkussion)
Geoffery Hidalgo (Bass – Tracks 4, 7, 8)
Imarhan (Gesang, Elektrische Gitarren-Soli, Perkussion – Track 6)
Sadam’ lyad Moussa Ben Abderahmane (Gitarre, Gesang)
Hicham Bouhasse (Perkussion, Hintergrundgesang)
Abdelkader Ourzig (Perkussion, Hintergrundgesang)
Haiballah Akhamouk (Perkussion, Hintergrundgesang)
Tahar Khaldi (Perkussion, Hintergrundgesang)
Sergio Mendoza (Piano – Track 9)
Uummannaq Children’s Choir (Hintergrundgesang – Tracks 3, 5, 10)
Pipaluk Hammeken
Nielsine Lovstrom
Ruth Sorensen
Else-Marie Nikolajsen
Bibiane Qaavigaq

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Abbildungen: Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Napalm Records zur Verfügung gestellt.

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Über den Autor

1978 in Traben-Trarbach geboren und seit 2014 in Köln ansässig bin ich noch immer ein echter Globetrotter. Ziehe ich gerade einmal nicht trampend und couchsurfend mit meiner Frau Inga durch die Welt, so arbeite ich als Sozialpädagoge in der Inklusionsbegleitung sowie in der Einzelfall- und Familienhilfe. Nebenberuflich bin ich als Stadtführer für Free Walk Cologne tätig. Außerdem nähen Inga und ich hin und wieder noch immer unsere Travelling Monkeys, handgefertigte Stoffaffen. Musikalisch in den 90ern sozialisiert, wuchs ich mit Grunge (Pearl Jam, Nirvana), Prog (Marillion, Dream Theater), Punk (Bad Religion, NoFX), Gothic Metal (Paradise Lost, My Dying Bride) und Crossover (Rage Against the Machine, Faith No More) auf. Für mich sind die letzten zehn Jahre musikalisch so ziemlich die spannensten, die ich bisher erlebt habe, da in dieser Zeit viele jener verschiedenen Stile musikalisch zusammengführt worden sind.

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Xixa – Genesis

von flohfish Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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