Steve Lukather/Joseph Williams – I Found The Sun Again/Denizen Tenant

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Steve Lukather/Joseph Williams - I Found The Sun Again/Denizen Tenant (ThePlayersClub/Mascot/RoughTrade, 26.2.21)(52:20/52:23, CD, LP, Digital, Box Set, The Players Club/Mascot/Rough Trade, 2021)
Es ist noch nicht so lange her, dass Steve Lukather und Joseph Williams ihren Fans verkündet haben, den Bandnamen Toto künftig nur noch zu zweit weiterzuführen. Die Entscheidung der beiden, als erste Amtshandlung gleich jeweils ein Soloalbum zu veröffentlichen, wirkt da ein wenig befremdlich – speziell deswegen, weil beide Alben sehr nah am Toto-Sound sind. Um genauer zu sein, weil beide Alben reinrassigen Toto-Sound bieten. Auch das Cover-Konzept ist das Gleiche, beide Alben haben eine Laufzeit von 52 Minuten, auf beiden gastiert der jeweils Andere zusammen mit einer Reihe weiterer Ex-Toto-Alumni, wie David Paich, Leland Sklar und Simon Phillips – und die Deluxe-Edition vereint gar beide Alben im Boxset. Eine Art Anti-„Ummagumma“ sozusagen.

Joseph Williams „Denizen Tenant“ schließt mit seiner sauberen, Jazz-infizierten Westcoast-Pop-Atmosphäre direkt ans „Fahrenheit“-Album an, während Lukather es auf „I Found The Sun Again“ ein wenig trockener und erwartungsgemäß rockiger angehen lässt und sich eher an die Phase von „Kingdom Of Desire“ bis „Falling In Between“ anlehnt. Beide haben auch eine Handvoll Coversongs aufgenommen, und ein paar Stücke auf jedem Album klingen leider auch eher nach Füllmaterial als nach zwingendem Songschreiber-Erguss. Komplettausfälle lässt indes keines der beiden Alben erkennen, vorausgesetzt, man kann generell mit dem Toto-Strickmuster etwas anfangen.

Es bleibt aber nicht aus, dass man auf beiden Alben jeweils den Input des Anderen ein wenig vermisst. So hat Williams für die Gitarren größtenteils Mike Landau verpflichtet, der hier allerdings „nur“ sein Bestes gibt, wie Lukather zu klingen. Dafür ist Joseph klar der bessere Sänger und fehlt auf „I Found The Sun Again“ ein wenig. Auch wenn „Luke“ natürlich über eine gute und höchst wiedererkennbare Stimme verfügt, ist diese doch besser für Balladen geeignet. Der Gewinner im Duell ist schwer auszumachen und liegt im reinen Geschmacksempfinden – qualitativ nehmen sich die beiden Scheiben nicht viel. Dem Schreiber persönlich gefällt das Lukather-Album ein klitzekleines Stückle besser, da a. das Gesamtbild organischer klingt (Williams hat die Rhythmustracks größtenteils programmiert), b. ein echt feines Cover von Robin Trowers ‚Bridge Of Sighs‘ enthalten ist und c. durch die durchgehende Präsenz von David Paich (keys) die Toto-DNA noch stärker ist. Dafür ist Williams‘ Album eingängiger geraten. Apropos Paich: die beiden melodisch herausragendsten Songs des Projektes, ‚Run To Me‘ (Lukather) und ‚Liberty Man‘ (Williams) featuren besagten David Paich auch als Co-Autor. Was einmal mehr nahelegt, dass Toto es ohne ihren bisherigen Hauptschreiber wohl zukünftig schwer haben dürften… dazu aber irgendwann demnächst.

So bleiben letztendlich zwei gute, exzellent produzierte Toto-Light-Scheiben, die keinen Fan der Stammband enttäuschen werden, die aber als gestraffte Gemeinschaftsarbeit mit Sicherheit ein gutes Stück stärker ausgefallen wären. Was erneut die Frage aufkommen lässt, warum das dynamische Duo die Highlights nicht einfach für ein gemeinsames Album genutzt hat.
Bewertung: 10/15 Punkten (WE 11-Lukather/8-Williams, SG 10)

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SaschaG

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von SaschaG Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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