Big Big Train – Past, Present & Future: Im Gespräch mit Gregory Spawton

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Das Jahr 2020 brachte für alle eine Menge Unerwartetes – meist nicht im Positiven. Ohne Frage dürfte das Jahr 2020 die britischstämmige Prog-Institution Big Big Train ziemlich erschüttert haben. Neben der Absage ihrer ersten (!) Europa-Tour musste die Band auch noch die Trennung von gleich drei Bandmitgliedern hinnehmen, und kurz nach der Veröffentlichung des gemeinsamen Albums „Between A Breath And A Breath“ verstarb Sänger David Longdons Duettpartnerin Judy Dyble (Fairport Convention) an den Folgen ihrer Lungenkrebserkrankung. Zum Jahresende erschien nun mit „Empire“ ein neues Livealbum, mit dem Big Big Train erneut einen Höhepunkt in ihrer Karriere setzten und die Ankündigung eines neuen Studioalbums für’s kommende Jahr. Wir sprachen für Euch mit Band-Urgestein/Hauptsongwriter/Bassist Gregory Spawton, um einen Jahresrückblick und einen Ausblick in die Zukunft zu wagen.


 

»Was diese Katastrophen uns aber auch gebracht haben, ist eine etwas andere Herangehensweise ans nächste Album, an dem wir gerade arbeiten.«

 
Sascha: Als wir 2017 miteinander sprachen, war ja eine meiner Fragen, wie Ihr es schafft, ein Acht-Personen-Line-up zu unterhalten, mittlerweile hat sich die Band auf genau die Hälfte reduziert. Wurden diese Veränderung eher von finanziellen oder kreativen Dingen ausgelöst?

Gregory Spawton: Weder noch, diese Veränderungen waren von uns weder beabsichtigt noch gewollt. Ich kann auch nicht wirklich für Danny (Manners, keyb), Dave (Gregory, gtr) und Rachel (Hall, violin) sprechen, aber ich denke, die COVID-Situation hat eine Menge Menschen dazu gebracht, ihr Leben zu überdenken und vielleicht motiviert, Gefühlen, die schon länger da waren, einfach zu folgen und Entscheidungen zu treffen. Wir hatten bereits geplant, zu einem Sieben-Mann-Line-up zurückzugehen, nachdem Robin Armstrong als Gast auf der letzten Tour dabei war. Ich meine, die Sache ist die: Big Big Train ist ein enormes Unterfangen, das viel Arbeit aufwirft und Zeit verlangt. Songs schreiben, live spielen, aufnehmen, alles einstudieren und so weiter – da musst Du einfach hundertprozentig dahinter stehen. Und wenn Du aus persönlichen oder egal welchen Gründen das nicht mehr bringen möchtest oder kannst, ist es vermutlich unvermeidbar, irgendwann Goodbye zu sagen. Und genau das war leider hier der Fall. Wir hatten aber auch eine Reihe von Desaster, um ehrlich zu sein. Nach unserer erfolgreichen Tour letzten Herbst hatten wir dieses Jahr komplett verplant – und statt des Erwarteten standen wir da mit drei Bandmitgliedern weniger und zwei abgesagten Tourneen! Was diese Katastrophen uns aber auch gebracht haben, ist eine etwas andere Herangehensweise ans nächste Album, an dem wir gerade arbeiten. Ich versuche, ein Optimist zu sein, obwohl das über den Sommer sehr schwer war… wir wußten bereits, dass die Drei gehen wollten, aber wir entschieden uns, es noch ein wenig zurückzuhalten. Es war schwer für mich, das zu schlucken, und für eine Weile war ich deshalb ziemlich brummig drauf, was eigentlich gar nicht meine Art ist! Aber, weißt Du, im Endeffekt sind wir immer noch Freunde geblieben. Ob wir irgendwann nochmal etwas miteinander machen werden, kann ich jetzt natürlich noch unmöglich sagen, aber, wir wünschen ihnen auf jeden Fall nur alles Gute!

Die News zurückzuhalten war vermutlich eine sehr gute Idee, denn mit einem neuen Livealbum und der Ankündigung des nächsten Studioalbums gab’s parallel gleich zwei positive Meldungen, die den Schock für die Fans ein wenig milderten…

Genau deshalb hat unser Management auch darauf bestanden, denn es hätte sehr schnell aussehen können, als ob alles auseinanderfällt. Also beschlossen wir, das alles erst bekanntzugeben, wenn „Empire“ veröffentlicht wird, damit gleich sichtbar ist, dass die Band weitermacht und immer noch eine positive Zukunft hat.

Es ist ja nicht der erste Wechsel in den Reihen der Band, und Veränderung bedeutet ja auch immer etwas Neues, also potenziell auch durchaus etwas Gutes.

Ja, natürlich. Ich meine, es ist ja keine ganz neue Band, es bleibt Big Big Train, aber sicher werden einige neue Nuancen dabei nach oben kommen. Und eine Veränderung kann, wie eine Ruhepause auch, manchmal guttun. Und es ist… hm… wir haben nicht mehr alle Songs für das neue Album zu sehr vollgestopft, würde ich sagen, wir haben etwas mehr Raum gelassen. Es ist hochkomplexe Musik, aber wir haben nicht mehr sieben Rollen zu verteilen, deshalb ist da ein wenig mehr Luft. Ich meine, ich hätte es am liebsten gehabt, wenn die Band so geblieben wäre und wir uns alle zusammen entwickelt hätten, aber das ist eben nicht passiert. Und so haben wir das eben als Gelegenheit genommen, nicht zu schmollen, sondern etwas Positives daraus zu spinnen und alles ein wenig aufzufrischen. Die andere gute Nachricht ist natürlich auch, dass wir mit Carly Bryant und Dave Foster zwei wirklich großartige Leute für die Live-Shows dazugewonnen haben. Dave ist in der Prog-Community ja schon recht bekannt, Carly bislang vielleicht noch nicht – aber das wird sie noch! Es ist auch immer aufregend, mit anderen Leuten zu arbeiten, die neue Impulse, ein neues Feeling mitbringen. Und ich denke, die Band mit Dave, Rachel und Danny hatte knapp acht Jahre Bestand, was eine enorm lange Zeit ist, wenn Du es mal mit den ganzen Bands der Siebziger vergleichst.

So lange wie die Beatles!

Genau! Wir haben jede Menge Musik miteinander gemacht, die, so hoffe ich, den „test of time“ besteht, und die Band besteht weiter, wir wünschen den Dreien das Beste und – ja, alles ist gut.
 
 

»Ja, wir hatten ein Riesenglück mit diesem Film.«

 
„Empire“ setzt dieser Version ja auch noch einmal ein grandioses Denkmal und wirkt ein wenig wie ein Zwischenstop, der neugierig auf das nächste Kapitel macht.

Ja, wir hatten ein Riesenglück mit diesem Film. Wir waren uns nicht sicher, ob wir die letzte Show filmen sollten – oder genauer, ob wir überhaupt eine der Shows filmen sollten. Denn Filmen verschlingt immer Geld. Bisher haben wir immer mehrere Shows gefilmt und dann die besten Parts der einzelnen Konzerte verwendet. Das hier war aber ein einziger Gig, und das erschien uns schon ein wenig riskant – aber letztendlich dachten wir uns: „okay, tun wir’s einfach und schauen, was dabei herauskommt“. Natürlich war uns auch bewusst, dass die Zusammenarbeit mit Tim Sidwell von Towards Infinity (u.a. tätig für Marillion, Magnum, Thunder, The Orb und Bring Me The Horizon, Anm. d. Red.) ein großer Schritt nach vorne sein würde, in Sachen Präsentation und Qualität der BluRay. Wir haben auch gut gespielt, Rob (Aubrey, langjähriger Engineer und Co-Produzent der Band) hat einen klasse Mix abgeliefert, und so bin ich froh, dass dieser Mitschnitt ein gutes Zeugnis dieses Siebener-Line-Up bietet.

Das Schöne ist auch, dass „Empire“ eine Band zeigt, die Spaß miteinander hat, keinen deprimierenden Abgesang…

Ja, genau. Wir hatten eine wunderbare Zeit miteinander. Touren ist anstrengend, keine Frage, besonders für jemanden wie mich, einem Neuling mit 55, haha! Aber wichtig ist, obwohl die Musik sehr seriös klingt und die Texte von sehr ernsthaften Dingen handeln, dass wir Spaß haben, wenn wir sie spielen und das auch zeigen. Ich denke, Big Big Trainhat diesen Sinn für Gemeinschaftl, dieser Zusammenhalt, und der erstreckt sich auch auf unser Publikum – wenn wir Spaß haben, möchten wir, dass sie den auch haben.



Du hast das neue Album erwähnt, wusstet Ihr beim Schreiben schon, dass die Band sich verkleinern würde?

Das ist eine gute Frage, lass‘ mich mal zurückdenken… (Pause) Nein, nicht wirklich, denn ich erinnere mich, als ich hier zuhause die ersten Demos aufnahm, markierte ich noch explizit Parts für Rachel und Danny. Tatsächlich war auch der ursprüngliche Plan, das nächste Album alle zusammen in Real World aufzunehmen. Wir sagten uns – etwas voreilig, wie man heute sieht – dass die Pandemie im November mit Sicherheit vorbei sei und wir buchten das Studio, damit wir dann alles gemeinsam dorthin gehen können. Dave hat uns ja ein wenig früher verlassen, ich meine, er war schon nicht mehr Teil dieser Planung, aber Danny und Rachel haben uns erst zum Ende dieses Prozesses verlassen. Wir haben auch bislang noch keinen neuen Violinisten verpflichtet, aber wir haben einen superben Violinisten, der nächste Woche zwei Tage lang für uns Aufnahmen macht. Wir haben also alles im Blick, wenn es drum geht, den Sound von Big Big Train zu erhalten…
 
 

»Wir haben uns definitiv ein wenig in neue Richtungen orientiert. Es ist kein Konzeptalbum, aber es gibt ein paar übergreifende Themen…«

 
Kannst Du – oder genauer, möchtest Du – schon etwas zum neuen Album sagen?

Haha, ja, natürlich! Also, wir haben eine Menge Musik aufgenommen – es wird aber kein Doppelalbum, keine Angst. Stellenweise ist es ein wenig rockiger im Vergleich zu den letzten Alben… es ist ziemlich komplexer Stoff, ich glaube nicht, dass die Progressive-Rock-Fans uns eine Abkehr davon vorwerfen können. Aber es ist teilweise schon ein wenig anders als sonst, wir haben uns definitiv ein wenig in neue Richtungen orientiert. Es ist kein Konzeptalbum, aber es gibt ein paar übergreifende Themen… da will ich aber jetzt noch nicht zu viel verraten, darüber sprechen wir, wenn alles fertig ist, haha! Ganz ehrlich, ich denke, es wird großartig werden. Ich sage das jetzt nicht einfach so, aber ich habe mich die letzten sieben Monate intensivst mit dem Material beschäftigt und bin immer noch so begeistert wie zu Beginn!
 
 

»Die Mitglieder des Passengers Club haben uns in den letzten Monaten über Wasser gehalten.«

 
Wir sprechen uns also nächstes Jahr nochmal… Ihr habt auch vor fast einem Jahr den „Passengers Club“ gestartet, quasi einen Big-Big-Train-Fanclub für das Patreon-Zeitalter. Wie läuft das Projekt?

Fantastisch. Es hat uns buchstäblich am Leben gehalten. Das Problem ist: Big Big Train ist eine Rockband, aber auch ein Business. Und wenn dieses Business nicht läuft, kannst Du auch nicht mehr professionell Musik machen. Touren kosten Geld, das weiß jeder. Aber es bringt ja auch wieder Geld in die Kasse, und es kann Live-Mitschnitte abwerfen und so weiter. Als das alles plötzlich gekippt ist, standen wir ziemlich dumm da. Das hat viele Löcher aufgetan. Unser Manager Nick Shilton hat schon länger darüber nachgedacht, eine Art Fanclub zu gründen, der qualitativ hochwertiges Material bietet für diejenigen, die gewillt sind, dafür etwas zu bezahlen. Und ehrlich gesagt hat es uns auch Spaß gemacht, Content dafür zu erstellen und herauszusuchen. Es reicht eben heute nicht mehr aus, nur an Touren, Merchandise und CD-Verkäufe zu denken. Und die Mitglieder des Passengers Club haben uns in den letzten Monaten über Wasser gehalten, ganz einfach gesagt. Ich denke, man muss hier aber auch vorsichtig sein. Denn wenn zu viele Sachen exklusiv werden, dann schließt Du damit die nicht ganz so hartnäckigen Fans aus, und um ehrlich zu sein, die brauchen wir ganz genauso, wenn nicht noch mehr. Denn die Hardcore-Fans werden vermutlich immer Dein Album kaufen und auf Konzerte gehen. Wenn Du aber erfolgreich sein willst, musst Du eben auch diesen Gelegenheitsfan erreichen. Ich denke, wir halten da aber eine gute Mischung. Hoffe ich mal.

Du bist ja auch unter die Buchverleger gegangen…

Ja, das bin ich, bizarrerweise! Die zwei großen Dinge in meinem Leben sind Musik und Bücher, und durch Zufall ergab sich die Gelegenheit, auch diese zweite Sache zu verfolgen. Wir haben das bislang noch nicht zu sehr verbreitet, aber es wird schon seit einer Weile an einem Buch über Big Big Train gearbeitet. Und Nick und ich haben überlegt, wie wir das veröffentlichen sollen und beschlossen, das selbst zu tun – und wo wir schon einmal dran waren, überlegten wir, ob es da noch andere Bücher gäbe, die wir gerne herausbringen wollten. Und da fiel mir Mario Giammetti ein, der in Italien ein bekannter Musikjournalist ist und mit dem ich seit Anfang der 1990er in Kontakt stehe. Er hat eine Menge Bücher über beispielsweise Genesis geschrieben, und ich wusste, dass er vorhatte, die auch auf Englisch zu veröffentlichen. Also taten wir das, und ehrlich gesagt habe ich mit dem Verlag Kingmaker Publishing bereits mehr verdient als in meiner Musikkarriere! Gerade wird die Übersetzung des zweiten Genesis-Buches, das die Zeit mit Phil behandelt, abgeschlossen, und das wird dann gleichzeitig auf Italienisch und Englisch erstveröffentlicht. Ich bin von Natur aus jemand, der alles wissen willen, und soviel Neues über den Buchhandel und alles, was damit zu tun hat, zu lernen, ist einfach faszinierend!

Ein Buch über Big Big Train klingt ja auch vielversprechend, kannst Du ein wenig mehr darüber verraten?

Ja, es ist schon ziemlich in der Endphase angekommen. Es wird geschrieben von einem britischen Musikjournalisten namens Grant Moon, der auch für’s „Prog!“-Magazin arbeitet. Wir vertrauen ihm sehr, und er kennt uns schon lange. Er war bei Sessions dabei und hat wirklich tiefen und persönlichen Einblick in die Befindlichkeiten der Band. Natürlich muss er jetzt auch all die Veränderungen noch berücksichtigen und alles auffrischen, aber ich denke, im nächsten Jahr wird es wohl veröffentlicht werden. Wir müssen nur noch einen geeigneten Zeitpunkt dafür finden – im Juli haben wir ein paar Shows gebucht, vorher wird wohl noch das neue Album kommen, wir werden sehen. Natürlich ist die Geschichte einer kleinen Band wie Big Big Train komplett anders als die von Megastars wie Genesis, es geht nicht um das Verkaufen von Milliarden, sondern ein paar tausend Alben, haha! Es spricht also vielleicht andere Leser an. Trotzdem haben wir natürlich über die Jahre viele eigenartige Dinge erlebt – so fanden wir uns bei einer Show plötzlich als Backgroundsänger für Robert Plant wieder, was sehr eigenartig war… Oder die Loreley-Sache, die für uns eine ganz große Geschichte ist, ein Riesen-Publikum, zum ersten Mal in Europa unterwegs… wir konnten es kaum glauben, wie war das passiert? Wir sind ja mittlerweile einigermaßen erfolgreich – was nicht viel bedeutet, nur, dass wir jetzt eine halbwegs stabile Fanbase besitzen, nachdem wir lange Jahre keinen einzigen Stich machen konnten! Und plötzlich haben wir Reviews in der Times, bei der BBC – ich denke, es ist eine interessante Story, aber ich bin natürlich voreingenommen, weil sie von mir und meinen Freunden handelt, haha! Aber Grant hat das alles auch wunderbar geschrieben, sehr durchdacht.



Abschließend noch die für Dich wohl härteste Frage dieses Interviews: es gibt ein Gerücht, nachdem Euer (bandintern nicht allzu sehr gemochtes) drittes Album „Bard“ tatsächlich nun doch auch wiederveröffentlicht werden soll?

(atmet übertrieben tief durch und lacht) Ja, das wird wohl passieren… Wir haben jetzt ein Management, das alles ein wenig organisisert, das könnte Dir auch genau sagen, wann es veröffentlicht werden soll. Aber nicht nächstes Jahr, das ist für 2022 geplant. Es ist aber keine einfache Wiederveröffentlichung, sondern ein kompletter Remix. Und ich würde auch ganz gerne zumindest einen der Songs mit der aktuellen Version von Big Big Train neu aufnehmen… vielleicht ‚The Last English King‘? Ich denke, wenn das Album 2022 herauskommt, könnte es sogar sein, dass wir – schockierend, ich weiß, haha! – sogar einen Song des Albums in den Live-Set einbauen werden. Ich weiß, es ist unser „verlorenes“ Album, und ich weiß auch, es ist nicht besonders gut, aber es scheint ja eine Nachfrage zu geben. Und es geht mir gegen den Strich, dass man für das Album auf eBay oder wo auch immer Unsummen ausgeben muss. Es war eben ein selbstfinanzierter Release, von dem es nur knapp 3.000 Kopien gibt, also ist es entsprechend selten. Deshalb wird das Re-Release passieren, wir haben die Masterbänder, und wir werden zusehen, dass es so gut wird wie möglich. Es wird definitiv eine andere Ausgabe und es wird nicht auf Spotify gestellt werden. Unter Anderem auch, weil dort die neuesten Veröffentlichungen immer ganz oben stehen und das für einen Neuling ein falsches Bild abgeben würde. Das Projekt ist mehr oder weniger ausschließlich für unsere Fans gedacht.
 
 

»Es wird auch eine Neuauflage von „The Underfall Yard“ geben, schon im März.«

 
Wobei ich gestehen muss, dass ich das Album, als ich es tatsächlich zu hören bekam, überhaupt nicht so furchtbar fand wie behauptet. Ich würde sogar sagen, mit der starken Verwendung von Akustikgitarren und der Abwendung von typischen Neoprog-Sounds ist „Bard“ das Album, mit dem der heutige Big-Big-Train-Sound so richtig eingeleitet wurde…

Es ist nicht grauenhaft, stimmt schon, und zur damaligen Zeit war es das Beste, was wir zu bieten hatten. Es war unsere erste Produktion mit ProTools, und nachdem wir zuvor in Studios aufgenommen hatten, war das wirklich eine Zeit des Lernens für uns. Und, wenn ich ehrlich bin, mein Blick auf das Album ist auch davon getrübt, dass es in einer Phase meines Lebens aufgenommen wurde, in der ich sehr unglücklich war. Und die Umstände, in denen sie entstanden ist, können gelegentlich die Musik an sich überschatten. Bezüglich des Stils – hmm, interessant, ich denke, da könntest Du Recht haben. „English Boy Wonders“ war ein Album, das durchaus mein Interesse an Bands wie Radiohead widerspiegelt, die ich damals viel hörte. Ja, ich denke, es gibt tatsächlich einige Linien, die man direkt von den Songs von „Bard“ zu „Grand Tour“ oder dem neuen Material ziehen könnte. Weißt Du, Martin (Read, erster Sänger von BBT) war dabei, die Band zu verlassen, deshalb hat Tony (Müller, damaliger Keyboarder) ein paar Songs gesungen, sogar ich habe bei einem Song Lead gesungen, was definitiv eine grauenhafte Idee war, haha… Wir hatten auch nur drei Tage für den Mix, was zu wenig war… Was wir hier aber nicht machen werden, ist irgendwelche Parts neu aufnehmen. Es ist, was es ist, und wir werden es so gut klingen lassen wie machbar. Aber wir werden nicht versuchen, die Geschichte zu überschreiben, egal, wie groß die Versuchung ist. Ich möchte nur eine bezahlbare Fassung des Albums für die anbieten können, die es haben wollen.

Es wird auch eine Neuauflage von „The Underfall Yard“ geben, schon im März! Einmal haben wir das komplette Album neu abgemischt, von Grund auf neu aufgezogen, und auch einige Passagen ein wenig abgeändert – beispielsweise wurde eine Synthesizer-Passage jetzt von unseren echten Bläsern gespielt. Und auf der zweiten CD präsentieren wir ein paar der Songs mit unserem aktuellen Line-up – oder, vielmehr, mit dem Line-up, das bis vor kurzem noch aktuell war und auf „Empire“ zu hören ist. Dazu gibt’s auch noch einen komplett neuen Song, den ich sehr mag und der wohl auch vorab als Single veröffentlicht werden wird. Und – das Album kommt auch zum ersten Mal überhaupt auf Vinyl heraus, als Dreifach-Vinyl-Set sogar. Ja, es ist immer schön, zurückzublicken – aber: noch schöner ist es, nach vorne zu blicken!

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Big Big Train – Past, Present & Future: Im Gespr…

von SaschaG Artikel-Lesezeit: ca. 13 min
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