Dream Theater – Distant Memories – Live In London

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Dream Theater - Distant Memories - Live In London (IOM/Sony, 27.11.20)(54:18 + 38:40 + 56:54, CD, DVD, Blu-Ray, Vinyl, Digital, InsideOut Music/Sony Music, 2020)
Es hat sich ja inzwischen bei vielen Bands eingebürgert Live-Alben zu jeder Tour zu veröffentlichen, um einerseits der Fan-Nachfrage Genüge zu tun und um andererseits eine zusätzliche Einnahmequelle ohne zu viel zusätzliche Studiokosten zu generieren. Beides ist vor allem aufgrund der aktuellen Zustände, wo der gesamte Live-Sektor komplett brach liegt, absolut nachvollziehbar. Außerdem darf ja letztendlich natürlich auch jeder Konsument für sich selbst und abhängig vom Geldbeutel entscheiden, was er sich zulegen möchte.

Dream Theaters aktuelles Werk „Distant Memories – Live In London“ bietet das, was eigentlich für die komplette „The Distance Over Time Tour: Celebrating 20 Years Of Scenes From A Memory“ Konzertreihe geplant war, nämlich die Live-Aufführung des in Fankreisen überaus beliebten 1999er Konzeptalbums „Metropolis Pt.2: Scenes From A Memory“. Dies wird vereint mit hauptsächlich Material vom letzten Studioalbum „Distance Over Time„, sowie ‚A Nightmare To Remember‘ (von „Black Clouds & Silver Linings“) und ‚In The Presence Of Enemies – Part I‘ (von „Systematic Chaos“) – also sämtlich Songs jüngeren Entstehungsdatums.

Leider setzte der Corona-Virus dem Ganzen ein unfreiwilliges Ende, wobei die Tour jedoch irgendwann fortgesetzt werden soll. Der vorliegende Mitschnitt entstand im Februar 2020 – also noch vor dem Konzert-Lockdown – in der legendären Konzerthalte Hammersmith Apollo (bzw. das Ex-Kino „Hammersmith Odeon“ oder auch „Hammy-O“) und konserviert den dortigen über 150-minütigen Auftritt, den man sich in diversen Formaten zulegen kann.

Dieser Mitschnitt ist in erster Linie ein Fanereignis, da man vor allem das in diesem Kreis favorisierte Album zu Hören bekommt. Zwar ist gerade „Distance Over Time“ vom Songmaterial her nicht unbedingt eine schlechte Wahl, gelang mit diesem Album eine gewisse Rückkehr zu alter Stärke, setzte man eben nicht nur auf perfekte Technik und spielerisches Können. Trotzdem merkt man im direkten Vergleich zum Material von „Scenes From A Memory“, dass dieses eben doch noch mehr Seele und Gefühl hat, neben dem instrumentalen Können, auch die Kompositionen eine Spur fesselnder und abwechslungsreicher wirken.

Bei „Scenes From A Memory“ wurde übrigens im Gegensatz zu dessen kompletter Live-Premiere auf „Live Scenes From New York“ auf schauspielerische Einlagen und zusätzlichen Chor verzichtet, sondern man hangelt sich lediglich von Videos optisch unterstützt, relativ originalgetreu am Originalmaterial entlang. Einzig eine Art Honky-Tonk-Nummer als Intro wurde hinzugefügt, ansonsten liefern einzig die altbekannten Herren James LaBrie (Gesang), John Petrucci (Gitarre), Jordan Rudess (Keyboards), John Myung (Bass) und Mike Mangini (Schlagzeug) eine perfekte Vorstellung ab.

Somit bleibt letztendlich nur zu hoffen, dass irgendwann diese Tour doch noch fortgesetzt werden kann. Bis dahin kann man mit diesem umfassenden Live-Paket die Erinnerungen wach oder die Hoffnung hoch halten.
Bewertung: 11/15 Punkten

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InsideOut Music
Konzertbericht Dream Theater, 12.01.20, Oberhausen, Turbinenhalle
Konzertbericht 27.01.04, Köln, Palladium
Konzertbericht 09.02.02, Oberhausen, Arena, m. Pain of Salvation

Abbildungen: Dream Theater / InsideOut Music

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Über den Autor

Höre eigentlich alles quer durch den bunten Gemüsegarten des Progressive Rocks, vergesse dabei aber auch nicht den Blick über den Tellerrand hin zu "normaler" Rock- und Popmusik, auch wenn mir vom aktuellen Mainstream leider immer weniger gefällt.

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von Kristian Selm Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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