Armed Cloud – Torque

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Armed Cloud - Torque (Mey, 28.11.20)(42:23, CD, Digital, Vinyl, MEY Productions, 2020)
Die Niederlande scheinen ein schier unerschöpfliches Mekka für symphonische Prog-Rock- und Prog-Metal-Bands zu sein. Einige dieser Vertreter wurden in der Vergangenheit bereits an dieser Stelle ausgiebig vorgestellt und immer wieder zeigte sich, welch hohe Qualität zu attestieren war. Ob dieses auch für die aus Nijmegen, Gelderland, stammenden Niederländer zutrifft, soll nun ihr aktueller Silberling „Torque“ belegen. Neulinge im Geschäft sind Armed Cloud keinesfalls, so erschienen nach ihrer Gründung 2010 die EP „Shroud of Rain“ (2012) und die beiden Studioalben „Obsidian Desert“ (2015) sowie „Master Device & Slave Machines“ im Jahr 2017.

In der aktuellen Besetzung, die aus dem Gitarristen Kay Bouten, Sänger Daan Dekker, Bassist Boris Suvee, Tastenmann Remco van der Veen und nicht zuletzt dem Drummer Rico Noijen besteht, haben Armed Cloud ein energiegeladenes, dynamisches Album auf die Beine gestellt. Dass die Musiker mit dem Prog Metal eng verbunden sind, ist unüberhörbar, gleichfalls dürften sie durch Grunge, etwas Prog Rock und sogar ein wenig Pop beeinflusst sein. Genau diese Mischung ist auch dafür ausschlaggebend, dass die Fans eine gehörige Portion Ausdauer und Durchhaltevermögen benötigen, um sich von Anfang an bis zum Ende des Albums diesem gewaltigen Stil-Feuerwerk auszusetzen. Im Gegensatz zu manch anderen Vertretern des Genres versuchen die Niederländer ein bloßes Herunterreißen der Songs zu vermeiden. Aber auch so hinterlassen die acht Titel ihre deutlichen Spuren. Dazu tragen einerseits der sich stets lautstark artikulierende Sänger Daan Dekker, aber auch die mächtigen Gitarrenriffs und die rasanten Tastenläufe bei. Was den charismatischen Gesang, sowie die gelegentlichen Schreiattacken betrifft, könnte das allerdings etwas diskussionswürdig sein. Liebhaber des Progmetals dürften aber darüber hinwegsehen. Sobald Armed Cloud einmal das Tempo zurückfahren, erhält man einen ganz guten Eindruck von dem Potential, über das die Niederländern eigentlich verfügen. Doch werden die melodisch, harmonisch fast symphonischen Passagen immer wieder jäh und viel zu früh gebrochen, was letztendlich zu einer gewissen, aber bewusst gewollten Unruhe führt. Prog Metal gilt halt nicht, als die klassische Musik zum Chillen.

Armed Cloud zelebrieren auf ihrem aktuellen Album einen modernen und kompromisslosen Prog Metal auf ansprechendem Niveau. Freunde des Genres dürften ihr Gefallen daran finden, auch wenn die Band noch Luft nach oben zu haben scheint.
Bewertung: 9/15 Punkten

Line-up / Musiker:
Kay Bouten – Guitars
Daan Dekker – Vocals
Boris Suvee – Bass
Remco van der Veen – Keyboards
Rico Noijen – Drums

Ein kleines PS zur Würdigung der Musik von Klaus, da der im Gegensatz zu Horst ein Bier-Freund ist:

Pater Ploeper Tripel ("Torque")

Uns hatte das Album freundlicherweise im Set mit einer Armed Cloud-branded Craft Beer-Spezialität erreicht: Armed Cloud – Triple Torque (9,5%, 25 IBU). Die Kurzkritik hierzu:
Ein wahres Tripel, begeisternd voll im Geschmack, sehr „kräuterig“, in jeder Hinsicht ein Hammer. Scheint genau darum auch besser als Herbst- und Winterbier als für den sommerlichen Garten geeignet. Es stammt vom Brauer Pater Ploeper und somit aus dem europäischen Prog-Mekka überhaupt, Baarlo, der Heimat des zurecht legendären ProgPower Europe-Festivals.
Bewertung: 11/15 Punkten
 
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Abbildungen: Armed Cloud

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Über den Autor

Musik spielt seit jeher eine große Rolle für mich. Ursprünglich stand der Sammeltrieb und die Suche nach Neuem im Vordergrund. Erst 2005 eröffnete mir der engere Kontakt zu Gleichgesinnten die Möglichkeit einen intensiveren Blick in die Szene zu erhalten. So blieb es nicht aus, dann auch einmal meine Gedanken und Beobachtungen in Worte zu fassen. Aus dem Blickwinkel des kritischen Betrachters erhalten Konzerte und CD´s oftmals eine tiefergehende Bedeutung und Musik wird neu erlebt.

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Armed Cloud – Torque

von Horst-Werner Riedel Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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