Ange – Trianon 2020 – Les 50 Ans

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Ange - Trianon 2020 - Les 50 Ans (13.11.20, ArtDisto)(66:01 + 49:00 + 38:41, DVD, CD, Art Disto , 2020)
„Trianon 2020 – Les 50 Ans“ = 50 Jahre Ange resultierte u.a. in einem im Frühjahr diesen Jahres aufgenommenen Auftritt auf 3CDs und 2DVDs im altehrwürdigen Konzertsaal Le Trianon in Paris. Zwar kann man sicherlich nicht über zu wenig Live-Alben bei Ange klagen, da jedoch dieses Jahr ein „goldenes“ Bandjubiläum anstand, folgte schon knapp ein Jahr nach dem Live-Doppelpack „Escale Heureuse“ gleich nochmals die Live-Vollbedienung – also dem Anlass entsprechend im XXL-Format.

Nicht nur, dass die aktuelle Ange-Besetzung – seit vielen Jahren bestehend aus Christian Décamps (Gesang, Gitarre, Keyboards), Tristan Décamps (Keyboards, Gesang), Hassan Hajdi (Gitarre), Benoît Cazzulini (Schlagzeug) und Thierry Sidhoum (Bass) – auf der Bühne stand, diverse Gäste und ehemalige Bandmitglieder sorgen für ein lebendiges Treiben.

Im einzelnen sind hier in alphabetische Reihenfolge noch Fabrice Bony, Serge Cuenot, Caroline Crozat, Francis Décamps, Daniel Haas, Jean-Claude Potin, Hervé Rouyer, Laurent Sigrist sowie der Choeur de Chauffe mit von der Partie. Weiterhin spielt sich die Band durch eine Setlist ist nahezu chronologisch angeordneter Reihenfolge, bei der lediglich die unvermeidlichen Zugaben ‚Ces gens-là‘ und ‚Hymne à la vie‘ aus dem zeitlich aufsteigenden Konzept ausbrechen.

Es ist zwar schon seit vielen Jahren Tradition, dass die Band aus Belfort nach jedem neuen Studioalbum anschließend ein Live-Album zur entsprechenden Tour veröffentlicht. Das Schöne ist jedoch dabei, dass man zwar immer auf einige Klassiker der 70er vertraut, doch bei jeder Tour wird die Setlist munter durcheinander gewürfelt und Überraschungen ausgegraben. Auch das im Studio eher mediokere Material aus den 80ern, erfährt meist eine erhebliche Auffrischung und Modernisierung und klingt um einiges aufregender als bei den Originalversionen. Und dies ist bei diesem Konzert ebenfalls so, auch wenn teilweise tief in den eigenen Archiven gegraben wurde.

Der Streifzug durch die 1970er beginnt mit dem Debüt „Caricatures“ (CD1), erreicht auf CD2 die 1980er bis 2000er, während CD3 die 2010er Jahre plus Zugaben abdeckt, die in 1970er zurück gehen. Dennoch weist alles in seiner Gesamtheit eine gewisse Stringenz auf, die insgesamt 24 Titel wirken wie aus einem Guss. Zu den Highlights gehören einmal der Longtrack ‚Capitaine Couer De Miel‘, sowie das dramatisch-emotionale ‚Quasimodo‘ bei dem sich Tristan Décamps gesanglich komplett verausgabt. Aber auch das ganz frühe Material aus den 70ern bekommt reichlich Emotionalität und Drive verpasst oder wird einfach wie bei ‚Les Longues Nuits d’Isaac‘ als mehrstimmige Vokalnummer umarrangiert.

Wer des Französischen mächtig ist, ist hier klar im Vorteil, denn ganz der nationalen Selbstverständlichkeit folgend, wird hier für auf Nicht-Franzosen keine Rücksicht genommen. Da ist es nur logisch, dass es auch bei den beiden DVDs, die lediglich das komplette Konzert ohne jegliches Bonusmaterial enthalten, keine Untertitel gibt. Doch neben der sprachlichen Finesse, ist es seit jeher die anspruchsvolle Musik in sinfonisch-progressiver Ausprägung, die in ihrer Ausrichtung von diffizil, verträumt bis chansonesk reicht. Deswegen fühlt man sich bei diesem Spektakel einmal mehr von der Band um Christian Décamps komplett vereinnahmt und allerbestens unterhalten.
Bewertung: 12/15 Punkten (JM 14, KS 12)

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Abbildungen: Ange / Art Disto

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Höre eigentlich alles quer durch den bunten Gemüsegarten des Progressive Rocks, vergesse dabei aber auch nicht den Blick über den Tellerrand hin zu "normaler" Rock- und Popmusik, auch wenn mir vom aktuellen Mainstream leider immer weniger gefällt.

3 Kommentare

  1. nachdem ich Christian ’ne Kopie der Review schickte…………..
    hier seine Kurzantwort;
    Grand merci mein Freund… Très heureux d’avoir une chronique en allemand… C’est rare et cher… Amitiés angéliques… Christian

Antworten

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Ange – Trianon 2020 – Les 50 Ans

von Kristian Selm Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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