Mrs. Kite – Flickering Lights

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Abbildung: Mrs. Kite / Heinz Sterck

(66:42, CD / Digital, Eigenveröffentlichung / Rockwerk Records, 2019)
Mrs. Kite sind vier Musiker aus der sonnigen Domstadt am Rhein. Vor allem sind aber sie bisher dreimalige Gewinner des Deutschen Rock & Pop Preis in der Kategorie “Beste Progressiveband”. Da ist es nur naheliegend, dass die Band auch hier beim Betreuten Proggen nicht fehlen darf.

Die vier Kölner bezeichnen sich selbst als “Überzeugungstäter” der progressiven Musik. Namentlich sind das:
Lukas Preußer – Bass,
Philipp Verenkotte – Schlagzeug,
Ferdinand Schuch – Akustikgitarre, E-Gitarre, Hintergrundgesang, FX,
Florian Schuch – Gesang, Piano, Orgel Synthesizer, und
Stephan Keuneke – “Hired Gun”, Gitarre und Gesang bei Konzerten.

“Flickering Lights” ist das dritte Album von Mrs. Kite, welches zwischen 2017 und 2019 in Bergisch Gladbach aufgenommen wurde. Die CD erblickte kurz vor Ende des Jahres 2019 das Licht der Welt und präsentiert sich in einem schönen Digipack, in dem die Hörenden sämtliche Songtexte finden. Der darin befindliche Rundling trägt über eine Stunde zarter, durchdachter und vielschichtiger Musik auf zehn Anspielern.

Das Cover-Artwork von Heinz Sterck passt äußerst gut zur musikalischen Erfahrung auf “Flickering Lights”. Florian Schuch und Philipp Verenkotte haben in den Texten wahre Geschichten aus dem Leben um uns herum sowie auch persönliche Erzählungen verpackt. Die tonale Verpackung dieser Narrative fühlt sich an wie eine nächtliche Autofahrt vorbei an wabernden Lichtern, Menschen, Situationen und den daraus entstehenden Geschichten.

Mal schnell und mal langsam verläuft die Reise durch die Nacht. Mal stehen Dynamik und Bewegung des Vehikels im Vordergrund und dann bewegen sich wieder die Bilder und Geschehnisse jenseits des faradayschen Käfigs ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Zu keiner Zeit jedoch blendet sich eine der Dimensionen komplett aus. Stattdessen präsentieren Mrs. Kite stets ein vielschichtiges Bild aus vielerlei Facetten, die sich zu einer gemeinsame Entität zusammenfügen.

Auch genre-technisch holen Mrs. Kite auf “Flickering Lights” in großem Bogen aus und finden immer wieder zu sich selbst zurück. Im Grundtenor lässt sich der Sound als sanft oder zart bezeichnen. In seiner Vielfalt durchläuft das Klangbild symphonische Themen, wagt gezielte Ausflüge in Richtung Jazz, bleibt stets poppig angenehm und kann gleichzeitig mit rockigem Flair trumpfen. Ausschlaggebend für diese wohltuende Atmosphäre sind vor allem folgende drei Aspekte:
1.) abwechslungsreiche und mitreißende Strukturen,
2.) hauchzarte und harmonische Polyphonie mit rockigem Klang,
3.) vielschichtige Arrangements, die erlauben, einzelne Stücke mehrfach zu hören und jedes Mal andere Details zu entdecken.

Mrs. Kite haben mit ihrem dritten Album eine lupenreine Veröffentlichung produziert. Auf die Frage, was kontemporärer (Pop) Prog Rock sei, lässt sich “Flickering Lights” zweifelsohne als Beispiel präsentieren. Nachvollziehbar wäre, dass einigen Hörenden die zarte Produktion etwas zu glatt klingt. Wer sich dieser Kritik nicht anschließt, wird hier ein tadelloses Album erkennen.
Bewertung: 14/15 Punkten (RG 14, KR 11)

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Über den Autor

Raphael Lukas Genovese

Kontemporär in Würzburg ansässig. Irgendwo zwischen Punk, Psychedelic, Kraut, Wahnsinn und Jazz zuhause.

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Mrs. Kite – Flickering Lights

von Raphael Lukas Genovese Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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