Juice Oh Yeah – Juice Oh Yeah

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Juice Oh Yeah - Juice Oh Yeah (NoName, 22.05.20)

Abbildung: Alexandra Veselova / Juice Oh Yeah

(38:43, CD / Digital, No Name Records / [addicted label], 2020)
Juice Oh Yeah sind laut eigener Aussage die beste Klezmer-Doom-Band des dritten Jahrtausends. Dieses Statement mag zunächst mehr Fragen aufbringen als es zu beantworten vermag. Nicht alleine deshalb lohnt es sich, dem Ganzen auf den Zahn zu fühlen.

Unstrittig ist, dass Juice Oh Yeah aus Sviatoslav Lobanov (Schlagzeug) und Boris Shulman (fretless Bass, Gesang) aus Sankt Petersburg bestehen. Für die Aufnahmen ihres zweiten Albums haben sich die beiden noch etwas Unterstützung mit ins Boot geholt. Namentlich sind das Danila DanilovPetr Muzliaev und Alexey Uvarov.

Fünf Stücke fasst das selbstbetitelte Album, auf dem Juice Oh Yeah ihre abwechslungsreiche und avantgardistische Musik präsentieren. Der mehrfache Spagat zwischen Genres, Zeitaltern und Kontinenten wird über das Moskauer Label No Name Records/[addicted label] vertrieben.

Hinter dem Begriff Klezmer Doom versteckt sich eine atemberaubende Bandbreite aus Einflüssen, Stilen und Verrücktheiten. Juice Oh Yeah spielen flotten Garage Rock, den sie gerne mit psychedelischen Aspekten vermengen. Ebenso sind sie dem Stoner Rock nicht fremd und lassen viel davon in ihre musikalischen Ergüsse einfließen. Und dann ist da noch etwas ganz anderes, das sich im Ohr festsetzt. Orientalische Skalen bestimmen viele der Motive und schweben stetig mit.

Abbildung: Juice Oh Yeah

Was den Klang aber hauptsächlich bestimmt, ist der avantgardistische Gedanke, der Juice Oh Yeah ausmacht. Locker aus dem Hüftgelenk heraus bricht die Band mit musikalischen Konventionen und erzeugt eine wahnwitzige und gleichzeitig großartige Soundlandschaft. Ohne mit der Wimper zu zucken dreht sich das Duo von einem Takt auf den anderen um 180° und schafft unzählige Male unerwartete Übergänge: Vom krachenden Garage Rock in symphonische Passagen, vom glasklaren Prog Rock in undefinierbar wilde Kakophonien oder von der orientalisch psychedelischen Traumreise in knackigen Blues Rock.

Juice Oh Yeah passen in keine Schublade. Viel zu flink bewegt sich die Band von einem Genre zum anderen. So klingt also dieser Klezmer Doom. Das zweite Album ist ein verrücktes, eindrucksvolles und farbenfrohes Werk.
Bewertung: 13/15 Punkten (RG 13, KR 12)

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Über den Autor

Raphael Lukas Genovese

Kontemporär in Würzburg ansässig. Irgendwo zwischen Punk, Psychedelic, Kraut, Wahnsinn und Jazz zuhause.

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von Raphael Lukas Genovese Artikel-Lesezeit: ca. 1 min
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