Hathors – Grief, Roses & Gasoline

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Hathors - Grief, Roses & Gasoline (Noisolution, 22.05.20)(37:03, Vinyl/CD/Digital, Noisolution, 2020)
Die Hathors sind wieder da. Seit ihrem dritten Album “Panem et Circenses” hat sich bei der Band wohl einiges getan. Immerhin wird die diesjährige Veröffentlichung “Grief, Roses & Gasoline” als richtiggehender Neustart der Band gehandelt. Und tatsächlich hat das Trio aus Winterthur auf seinem vierten Album einen neuen musikalischen Kurs eingeschlagen: weg vom Noise Rock und hin zu einer mächtig rollenden Mischung aus Grunge, Stoner Rock und Indie. Dass in der Vorbereitungsphase das Release Date noch flugs von Ende April auf Ende Mai verschoben wurde, kann die Vorfreude auf dieses schöne Stück wohl kaum gemindert haben. Erhältlich ist “Grief, Roses & Gasoline” wie auch schon bei vorigen Veröffentlichungen beim Berliner Label Noisolution.

Dass der Noise-Einschlag auf dem neuen Werk deutlich geringer ausfällt, heißt nicht, dass hier nicht ordentlich auf den Putz gehauen wird. MarcoDominique und Marc geben nach wie vor gehörig Gas und lassen es mit lautem Fuzz ordentlich krachen. Dabei kommt eine sehr sympathische Garage-Rock-Stimmung rüber. Der raue und laute Gesang wiederum hat viel Ähnlichkeit mit einem Kurt Cobain zu “Bleach” Zeiten. Und dann sind da wieder ganz andere Töne und Parts, die an britischen Indie Rock zur Jahrtausendwende erinnern. Abgerundet wird diese vielseitige musikalische Odyssee durch eine allgegenwärtige Stoner-Rock-Atmosphäre, die das Album volltönend und rauchig bestimmt.

Die Hathors präsentieren ein buntes, solides und lautes Bild. Melancholische Melodien, rasante Angriffe auf die Tanzbeine und ein sympathischer DIY Charme bringen viel Freude beim Hören. Ein bisschen könnte der Stoner Grunge auf “Grief, Roses & Gasoline” das verlorene Bindeglied zwischen Nirvana und Queens of the Stone Age darstellen. Und immer wenn es mal etwas zu harsch oder behäbig werden könnte, wird die Stimmung durch flotte Indie-Rock-Tanznummern wie ‘Apathy’ aufgelockert.

Die Neuerfindung der Hathors ist definitiv geglückt. Mit ihrem Stoner Grunge ist der Band ein gekonnter Spagat zwischen krachiger und leichtfüßiger Musik gelungen. Die Kohärenz zwischen den Songs könnte etwas fließender sein, aber abgesehen davon, ist “Grief, Roses & Gasoline” ein Top-Album.
Bewertung: 13/15 Punkten (RG 13, KR 11)

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Über den Autor

Raphael Lukas Genovese

Kontemporär in Würzburg ansässig. Irgendwo zwischen Punk, Psychedelic, Kraut, Wahnsinn und Jazz zuhause.

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Hathors – Grief, Roses & Gasoline

von Raphael Lukas Genovese Artikel-Lesezeit: ca. 1 min
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