The Skys – Automatic Minds

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(42:16, CD + Download, Eigenproduktion, 2019)
The Skys sind eine litauische Classic- und Prog Rock-Band, die im November 1995 gegründet wurde. Diverse Umbesetzungen hinderten die Musiker allerdings nicht daran, bereits in der Vergangenheit einige CD’s zu veröffentlichen. So starteten The Skys 1997 mit “Civilized” und ließen 1999 “Dreams” folgen. Nach einer schöpferischen Pause legten die Musiker 2004 mit “Postmodern Game”, 2011 mit “Colours of the Desert” und 2015 mit “Journey Through The Skies” nach. Ihre aktuelle Scheibe mit dem Titel “Automatic Minds” liegt nun auf dem Ladentisch und soll der Band den erhofften Durchbruch ebnen. Die erste Begegnung mit The Skys hatte der Rezensent 2008 in Bakkeveen auf dem kleinen, aber sehr feinen niederländischen Progfarm Festival. Vorausgesetzt, dass das eigene Erinnerungsvermögen noch intakt ist, blieb damals leider nur ein wenig überzeugender Auftritt dieser Band haften. Die Darbietung war eher etwas holprig denn professionell. In der Zwischenzeit sind einige Jahre der musikalischen Entwicklung ins Land gegangen. Was bieten nun die Litauer in der aktuellen Besetzung um Jonas Čiurlionis – Gesang und Leadgitarre, Božena Buinicka – Keyboards und Gesang, Justinas Tamaševičius – Bass und Ilja Molodcov – Drums? Im Wesentlichen sind sie ihrer ursprünglichen Ausrichtung, einer Mischung aus Progressive Rock, Alternative- und Hard Rock treu geblieben.

Heute klingt alles gefestigter und abgeklärter und möglicherweise haben daran auch die hochkarätigen Gastmusiker ihren Anteil. Zu nennen wären da stellvertretend Durga McBroom (Pink Floyd), Snowy White (Pink Floyd), Neil Taylor (Robbie Williams Band) und Rob Townsend (Steve Hackett Band). Dennoch ist eine exzellente Besetzung alleine kein Garant für Spielwitz und kompositorische Höhepunkte, das sollte schon von der Stammbesetzung sichergestellt werden. Zweifelsfrei beherrschen The Skys ihr Handwerk. Mal satte, mal sanfte Keyboardpassagen, im Wechsel mit rockigen Gitarren, da können schon mal Erinnerungen an die alten Deep Purple geweckt werden. Die zeitweise gewählte Härte ist auf jeden Fall nicht weit davon entfernt. Wie bei so vielen Bands des Genres, müssen auch bei den Litauern immer wieder Anleihen aus Pink Floyd’scher Zeit herhalten, seien es die Saxophonklänge, die Keys, der ein oder andere Gitarrenpart, sowie auch mal der Frauengesang. An die Heroen der Musikgeschichte kommen die Balten dennoch nicht ernsthaft heran, auch wenn The Skys mit dem knapp acht minütigen, epischen ‘Dead End’ zum Ende der CD noch einmal auftrumpfen und zeigen, zu was sie imstande sind. Dieser Song glänzt durch guten Gesang, eingängige Melodien und hörenswerten Soli.

Wie gesagt ein Highlight des Albums, aber ein bisschen zu wenig, um ganz oben in der Liga mitschwimmen zu können. Dafür sind die anderen Titel dann doch nur guter Durchschnitt.

Progressiver Rock mit guten Ansätzen, aber noch einigem Potential nach oben. So sieht die Vorstellung von The Skys für 2019 aus. Die Musiker aus dem Baltikum werden ganz sicher in Zukunft weiter nachlegen und sich schrittweise entwickeln.
Bewertung: 8/15 Punkten

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Über den Autor

Horst-Werner Riedel

Musik spielt seit jeher eine große Rolle für mich. Ursprünglich stand der Sammeltrieb und die Suche nach Neuem im Vordergrund. Erst 2005 eröffnete mir der engere Kontakt zu Gleichgesinnten die Möglichkeit einen intensiveren Blick in die Szene zu erhalten. So blieb es nicht aus, dann auch einmal meine Gedanken und Beobachtungen in Worte zu fassen. Aus dem Blickwinkel des kritischen Betrachters erhalten Konzerte und CD´s oftmals eine tiefergehende Bedeutung und Musik wird neu erlebt.

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The Skys – Automatic Minds

von Horst-Werner Riedel Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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