Lake – Lake & Lake II (Reissue – Original Vinyl Double Classics)

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(36:57, 43:23;  2LP, Sony Music, 1976/1978/2019)
Anfang April startete Sony Music die Serie “Original Vinyl Double Classics”. Wie der Name bereits suggeriert, werden jeweils zwei Alben eines Interpreten als Doppel-Album wiederveröffentlicht. Diese Art von Back-Katalog-Veröffentlichungen gab es schon häufiger in allen möglichen Formaten. Gemeinsam hatten sie immer den reduzierten Preis im Vergleich zu zwei Einzel-Alben. Das ist auch bei den “Original Vinyl Double Classics” so, die derzeit für ca. 25€ im Handel sind. Wir haben die Gelegenheit, einige Alben aus der ersten Charge dieser Serie einmal näher unter die Lupe zu nehmen.

Den Anfang machen ersten beiden Alben der 1973 in Hamburg gegründeten Lake aus den Jahren 1976 und 1978. Mit Songs wie ‘Time Bomb’, ‘On The Run’, oder ‘Do I Love You’ schaffte es die deutsch-britische Formation nicht nur hierzulande in die Charts. Der Erfolg schwappte sogar über den großen Teich, was zu gemeinsamen Auftritten mit Bands wie Chicago oder Lynyrd Skynyrd führte.

Beide Alben bieten einen cleveren Mix aus Rock, Blues, Funk-Rock und einer Prise Prog-Rock. Das 10-minütige ‘Between The Lines’ vom ersten Album und ‘Scoobie Doobies’ von “Lake II” tendieren stilistisch ein wenig in Richtung Wishbone Ash und Steely Dan. Aus ‘Time Bomb’ mag der eine oder andere auch Supertramp heraus hören.

Gerade das zweite Album hat einen deutlichen Hang zum West-Coast Sound der Siebziger Jahre. Hier ragt vor allem das griffige ‘Highway 216’ heraus. Ihr fraglos internationales Format verdankte die Truppe insbesondere der markanten Stimme von dem 1991 leider verstorbenen James Hopkins-Harrison und ihrem Gitarristen Alex Conti, dessen markant funkiges Riff den Song ‘On The Run’ zum Hit machte. Die wechselvolle Geschichte der Band, die bis zum heutigen Tag noch aktiv ist, kann man auf Wikipedia und der Homepage von Lake nachlesen. Am Mikrophon steht heute im Übrigen Ian Cussick, der interessanterweise auch Hopkins-Harrisons Vorgänger war.

Die vorliegende Doppel-LP ist in jedem Fall eine schöne Gelegenheit, Lake kennenzulernen bzw. wieder zu entdecken. Nicht alles, was zu dieser Zeit aus deutschen Landen exportiert wurde, ist so gut gealtert. Optisch ist die Serie leider recht schlicht. Wenigstens sind die beiden abgebildeten LP-Covers auf der Innenseite nochmals in ihrer ursprünglichen Größe zu sehen. Das Cover der Debüt-LP war allerdings ursprünglich ein anderes und wurde erst später an das Cover von “Lake II” angeglichen. So gesehen wurde das Wort “Original” hier nicht so richtig ernst genommen. Über ein etwaiges Remaster findet man leider keinen Hinweis. Klang und Pressung sind aber trotzdem sehr gut.
Bewertung: 11/15 Punkten

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Über den Autor

Dieter Hoffmann

Dass der Prog-Virus hoch infektiös ist, musste ich bereits in meiner frühen Kindheit erfahren. Während meine Schulfreunde noch sorglos Ilja Richters Disco mit The Sweet und den Bay City Rollers schauen konnten, hatte mich mein älterer Bruder bereits in den frühen Siebzigern mit ELP und Yes verkorkst. Mein erster Radiorekorder und die LP-Hitparade von SWF3 gaben mir mit Genesis und Eloy dann den Rest.

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von Dieter Hoffmann Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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