Djam Karet – A Sky Full Of Stars For A Roof

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(44:34, CD / Digital, HC Productions, 2019)
Die kalifornische Formation Djam Karet fühlte sich seit ihrem Start vor mehr als 35 Jahren mehrfach in unterschiedlichen stilistischen Bereichen zu Hause. So streute man in die individuelle, rein instrumentale Progressive / Space Rock Interpretation seit jeher mal mehr oder weniger deutlich vernehmbare Ambient oder elektronische Elemente ein.

Waren die letzten Alben teilweise im Retrobereich mit entsprechender analoger Keyboarduntermalung und gelegentlichen Anleihen Richtung Canterbury Stilistik unterwegs (“Regenerator 3017” aus dem Jahr 2014 oder ein Jahr früher “The Trip“), so deutete bereits der 2017er Vorgänger “Sonic Celluloid” eine gewisse Umkehr in die wesentlich atmosphärischere Richtung an.

Das aktuelle, immerhin schon offiziell 19. Werk “A Sky Full Of Stars For A Roof” setzt den Weg der konsequenten Interpretation der anderen musikalischen zurückgenommenen Seite der Band fort. Das eher ruhige, gerade cineastisch schwebende Album ist noch mehr von chilligen, World Music-lastigen Ambientklängen durchzogen, steht in der sphärischen Tradition von Werken wie “Suspension & Displacement” (1989) oder “Collaborator” (1994).

Die Band beschreibt “A Sky Full Of Stars For A Roof” als das bisher melodischste bzw. am deutlichsten akustisch fundierte Album der Historie, welches von psychedelischen Stimmungen und Soundscapes durchzogen ist. Damit erscheint es letztendlich logisch, dass man dafür jede Menge exotisches Instrumentarium wie z.B. Harmonium, Ukulele, Dilruba, Array Mbira oder Udu verwendet, um einen organischen, harmonischen Sound zu erzeugen. Neben der Stammmannschaft um Gayle Ellett (Gitarre, Keyboards, diverse Instrumente), Mike Henderson (Gitarre Synthesizer), Chuck Oken Jr. (Keyboards, Soundscapes, Schlagzeug) und Henry J. Osborne (Bass) sind deshalb als weitere Gastmusiker Mark Cook (Gitarre, Bass), Todd Montgomery (Sitar, Bouzouki), Mike Murray (Gitarre, Mandocello), Micah Nelson (Charango), sowie Shannon Michael Terry (Array Mbira) vertreten.

Die Grundidee und die Verwendung von vielerlei akustischen Instrumenten ist sicherlich gut gemeint, doch in der finalen Umsetzung gehört dieses Album zu den schwächeren Werken von Djam Karet. Mit “Beyond The Frontier” ist zwar ein leicht floydiger, spaciger Einstieg gefunden, doch im weiteren Verlauf des Albums vermisst man den Drive, die zwingenden Ideen, die nachhaltig überzeugen können. Das exotische Instrumentarium verfehlt zwar keineswegs seine Wirkung, doch der kompositorische Umbau weist eben gewissen Leerlauf auf. Die relaxte Stimmung kann zwar als großer Pluspunkt gewertet werden, dennoch hinterlassen die Arrangements bisweilen einen zu beliebigen Eindruck. Als Hintergrundmusik oder szenische Untermalung durchaus mit ordentlichem Potenzial, bei genauem Hinhören aber ein vor sich hintickerndes Klangerlebnis.

Parallel zu “A Sky Full Of Stars For A Roof” sind zudem die beiden Alben “Beyond The Long Twilight” und “The Crows Of Dust Fall At Night” erschienen, die beruhend auf dem Master-Mix mal die elektronische Komponente, mal die akustischen Instrumente mehr in den Fokus stellen und die man beim Kauf des Album als zusätzlichen digitalen Bonus erhält.

Bewertung: 7/15 Punkten

Djam Karet (Foto: Künstler)

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Über den Autor

Kristian Selm

Höre eigentlich alles quer durch den bunten Gemüsegarten des Progressive Rocks, vergesse dabei aber auch nicht den Blick über den Tellerrand hin zu "normaler" Rock- und Popmusik, auch wenn mir vom aktuellen Mainstream leider immer weniger gefällt.

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Djam Karet – A Sky Full Of Stars For A Roof

von Kristian Selm Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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