Mother Of Millions – Artifacts

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(41:39, CD, ViciSolum Records/Sound Pollution/Rough Trade, 2019)
Zwei Jahre nach “Sigma” kehren Mother Of Millions mit ihrem dritten Longplayer “Artifacts” wieder auf die musikalische Bildfläche zurück. Die fünfköpfige Formation aus Athen (Griechenland) bestehend aus George Prokopiou (Gesang), Kostas Konstantinidis (Gitarre), Panos Priftis (Bass), Makis Tsamkosoglou (Keyboards, Samples) und George Boukaouris (Schlagzeug) verfolgt einen zeitgemäß klingenden, harmonischen, geradezu cineastischen Ansatz, der irgendwo im Grenzbereich zwischen moderaten Progressive / Alternative Metal und melancholischem Art Rock anzusiedeln ist.

Inhaltlich geht auf “Artifacts” um Ideen und Empfindungen gegenüber Gegenständen, die über einen rituellen Wert verfügen, womit man den konzeptuellen Charakter der Vorgängeralben fortsetzt.

Mother Of Millions verstehen das Spiel mit der Dynamik und setzen in ihren Kompositionen in erster Linie auf weit ausholende Melodiebögen, griffige Härte kombiniert mit geschmackvoller Tastenuntermalung. Die einzelnen Musiker nehmen sich in ihrer instrumentalen Dominanz weitgehend zurück, setzten vielmehr auf einen gesamtheitlichen, recht eingängigen Sound, so dass vor allem die melancholische Leidenschaft im Gesang als deutlichstes Merkmal heraus sticht. Bereits der Opener ‘Amber’ dient als gutes Beispiel, wie man z.B. elfenartigen Chorgesang mit knochentrockenen Riffs und Gitarren Wall-Of-Sounds vereint, Melodie, Atmosphäre und nötige Härte perfekt verbindet.

Bis auf dass das Album abschließende, knapp zehnminütige, zu Beginn fast schon Ambient-artige ‘Artefact’, begnügt sich das griechische Quintett mit Songlängen im drei- bis fünfminütigen Bereich. Doch trotz einer zurückgenommen, weniger auf Tempo setzenden Spielart funktioniert diese musikalische Denkweise. Wohl dosiert folgen immer wieder gewaltige, energetische Klangausbrüche, ist ebenfalls die hypnotische Rhythmik und konzentrierte Riffakrobatik geschickt erdacht. Zugleich vezichtet man komplett auf stolpernde Breaks oder kantige Komplexität. Dafür gehören fragile Ideen, wie das knapp 3-minütige, nur aus schwebenden Tastenfolgen bestehende ‘Nema’ zum Repertoire.

“Artifacts” ist definitiv ein emotionales Album mit Suchtpotenzial. Mother Of Millions nehmen den Hörer auf eine eindringliche, intensive Reise mit: einfach nur traurig wunderschön.

Bewertung: 12/15 Punkten (KR 11, KS 12)

Mother Of Millions (Foto: Künstler)

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Konzertbericht For All We Know, Mother of Millions, 17.03.18, Zoetermeer (NL), Boerderij

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Über den Autor

Kristian Selm

Höre eigentlich alles quer durch den bunten Gemüsegarten des Progressive Rocks, vergesse dabei aber auch nicht den Blick über den Tellerrand hin zu "normaler" Rock- und Popmusik, auch wenn mir vom aktuellen Mainstream leider immer weniger gefällt.

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Mother Of Millions – Artifacts

von Kristian Selm Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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