In These Murky Waters – In These Murky Waters

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(49:36, CD / LP / Digital, Apollon Records / Just For Kicks, 2019)
Auch wenn Mattias Olsson vor allem in jungen Jahren als Schlagzeuger von Änglagård im Prog-Bereich in nachhaltige Erscheinung trat, so hat er seitdem ein musikalisch sehr breit gefächertes Territorium an unterschiedlichen Kreativzentren durchschritten. Allein auf diesen Seiten war er in den letzten Jahren bei so unterschiedlichen Bands und Projekten wie z.B. White Willow, Il Tempio Delle Clessidre, Necromonkey, VLY, Pixie Ninja, Weserbergland oder The Winter Tree als Produzent oder Musiker beteiligt bzw. vertreten, wie er natürlich zuletzt mit seinem abstrakten Soloprojekt Molesome ganz eigene Wege beschritt.

Aufgenommen in den Roth Händle Studios in Stockholm hat sich Mattias Olsson bei diesem Projekt mit der schwedischen Sängerin / Texterin Ewik Rodell zusammengetan. Herausgekommen ist bei dieser Zusammenarbeit ein fragiles Geflecht von zwölf Songs, die nur auf sehr sparsame, minimalistische Rhythmik setzt, dafür aber eine Symbiose aus Tasten (Mellotron, Chamberlin, Optigon, Orchestron) und Stimme vollziehen. Ursprünglich entstand diese Zusammenarbeit aus der Idee, dass Ewik Rodell auf der Suche nach neuen Sounds für ein Konzeptalbum war und sie über gemeinsame Freude auf Mattias Olsson stieß. Letztendlich entstand daraus eine fruchtbare Zusammenarbeit, die instrumental komplett auf die Vergangenheit setzt, aber trotz des nostalgischen Flairs etwas recht Unverwechselbares entstehen ließ.

Logischerweise bestimmen das angenehme, tiefe Organ der Sängerin, sowie die sonoren, analogen Tastenklänge die fragilen, zugleich melancholischen Arrangements. Das Album ist von einer gänzlich verträumten, geheimnisvollen Stimmung durchzogen, die klingt, als ob hier jemand in einer endlosen Zeitschleife der Vergangenheit gefangen ist, wobei selbst leichte Bossa-Nova Momente (‘Postcard’) nicht fehlen. Dazwischen knarzt und knisterst es, die archaischen Songs scheinen irgendwie aus anderen psychedelischen Sphären herüber zu wehen, worüber sich der immer leicht distanziert wirkende Gesang ätherisch erhebt. Düster, traurig, aber auch irgendwie hoffnungsvoll.

Bewertung: 11/15 Punkten (KR 12, KS 11)

In These Murky Water (Foto: Künstler)

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Über den Autor

Kristian Selm

Höre eigentlich alles quer durch den bunten Gemüsegarten des Progressive Rocks, vergesse dabei aber auch nicht den Blick über den Tellerrand hin zu "normaler" Rock- und Popmusik, auch wenn mir vom aktuellen Mainstream leider immer weniger gefällt.

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In These Murky Waters – In These Murky Waters

von Kristian Selm Artikel-Lesezeit: ca. 1 min
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