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    Du bist hier:Home»Konzertberichte»Steven Wilson, 17.07.18, Bonn, Kunst!Rasen

    Steven Wilson, 17.07.18, Bonn, Kunst!Rasen

    0
    By Klaus Reckert on 19. Juli 2018 Konzertberichte

    Der Prince of PopProg als (teils) übellauniger Bademeister

    »You look wet!« Was die Galligkeit seiner Ansagen angeht, ist Steven Wilson offensichtlich bei seinem Storm Corrosion-Buddy Mikael Akerfeldt in die Lehre gegangen. Allerdings ohne die Leichtigkeit von dessen Humor kopieren zu können. Apropos Sturm und Unwetter: ein solches hatte sich unbemerkt von wetter.de und Regenradar an den Kunst!Rasen angeschlichen und alle frühzeitig Erschienenen einmal gründlich gebadet. Bis der Regen dann nachließ.

    Nicht nur der ausnahmsweise mal mit dem Fahrrad entlang des Rheins angereiste Autor war - wie man sagen könnte - wet to the bone, ein anderer Betreuer ließ sich von den kurzzeitig wahrnehmbaren Blitzen und Donner sogar leider komplett in die Flucht schlagen. Allen, die zu bleiben riskiert haben, ward auf Wunsch ein rosa Cape zum Lohn (was ein weiteres Steven-Bonmot provozierte: "I see a lot of Pink - Nick (Beggs)' favourite colour!").

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    Im Folgenden die strukturierte Kurzkritik von Betreuer Wolfgang zum weiteren Geschehen auf dem Rasen:

    Der Spaß stand wesentlich mehr im Vordergrund als das etwas programmhafte Musizieren der letzten Jahre (das jedoch auch seinen Reiz hatte). Live wirkten die Stücke des letzten Albums wesentlich besser und der Spannungsbogen des Konzerts war auch gut gewählt. Erst Pop, dann mehr Prog, einige tolle Porcupine Tree-Songs dazu.
    Mal abgesehen von dem Opener, der nicht so sehr mit dem Intro-Drone harmoniert und von der letzten Zugabe, die irgendwie etwas allein im Raum stand sowie von den technischen Einschränkungen war das Konzert sehr gut. Allerdings gibt es noch Luft nach oben, keine Frage.

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    Mit den "Einschränkungen" meint Wolfgang wohl Stevens wiederholtes Rumgeweine vor versammelter Mannschaft darüber, dass die Projektionsfläche hinter der Bühne diese nicht ganz füllte (sondern nur "die Größe einer Briefmarke" habe). Auch dass es um 19:30 Uhr noch heller Tag war, verstimmte den Prince of Prog wider Willen. Eine solche Verstümmelung seiner künstlerischen Integrität schien ihn in Summe ganz erheblich mehr zu betrüben als der durchweichte Zustand seines Publikums. Unglücklich bis unprofessionell, sich darüber so bei den Zuschauern zu beschweren: "It's all gone a bit to shit, really". Das steigerte sich im Laufe des Abends bis zur gelegentlichen gepflegten Publikumsbeschimpfung ("only Essen was worse"). Wenn er so weitermacht, könnte sich Steven eigentlich mit dem gelegentlich auch enorm zickigen Daniel Gildenlöw zu einer Selbsthilfegruppe der Unverstandenen zusammentun.

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    Mit der "Höhenluft" bezieht sich der Kollege auf des Rezensenten eigene Eindrücke:

    1. Der instruktive Vorfilm "Truth" wirkt schon ein wenig schlapper, als das egomanische Konzept der Vorjahre, bei dem ein ganzes Konzert in den Rahmen von Bass Communion-Drones gefasst wurde (vgl. die Links zu den Konzertberichten ganz unten).

    2. Noch im März hatten Betreuer aufgrund der brachialen Lautstärke das Essener Lokal verlassen und sogar noch vor Ort künftigen SW-Konzerten abgeschworen. Hier nun war diesbezüglich alles wunderprächtig: volle Quadrophonie inklusive herrlicher Effekte (insbes. bei 'The Same Asylum As Before') bei einer Lautstärke, die noch gesund für die Ohren der Besucher und die Nerven gerne auf Unterlassung klagender "Anwohner" auf der anderen Rheinseite war.

    3. Der Barfuß-Brite hat zweifelsohne immer noch eine gute Band am Start. Dem Autor aber fehlten die "Mund offen stehen bleib"-Momente, wie sie sich früher durch beispielsweise Guthrie Govans oder Marco Minnemanns Wirken häuften.

    4. Die endlose "This is a guitar"-Telecaster-Ansprache langweilt wohl inzwischen wirklich jeden, außer halt den Meister selbst.

    5. Eine Ninet Tayeb nur von Konserve bleibt ewig schade, was aber nun mal ebenso wenig zu ändern ist, wie das Wetter.

    6. Bezüglich der Setlist herrscht hierorts völlige Einigkeit mit dem Mitbetreuer - an diesem Abend wirkte das auf Platte teils irritierende "To The Bone"-Material sinnig integriert, Porcupine Tree als Zückerchen, Blackfield für die durchaus anwesenden Mädchen im Publikum - Herz was kannste mehr wollen? Naja, Storm Corrosion halt…

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    Surftipps zu Steven Wilson:
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    Konzertberichte 05. u. 06.03.18, Essen
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    Die Fotos des Abends (die letzen 26 Fotos am Ende der Galerie)

    Live-Fotos: Andrew Ilms

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