Aperco – The Battle

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Aperco(61:34, CD, Eigenproduktion, 2016)
Das fängt doch schon mal gut an! Die hübsche Aufmachung im Digipak gefällt und die ersten Töne vermitteln dem Symphonic-Prog-Fan gleich ein wohliges Gefühl. Das instrumentale Intro (das auch genau so heißt) bietet feinen, klassisch angelegten Retroprog mit Soundtrack-Charakter. Im folgenden, leider recht kurzen ‚Focused‘ glänzt das Flötenspiel, das zusammen mit der Orgel an alte Camel-Zeiten erinnert. Ein Auftakt nach Maß also. Im dritten von insgesamt zehn Songs kommt dann erstmals Gesang hinzu, und auch jetzt käme der Autor dieser Zeilen niemals auf die Idee, das Werk einer israelischen Band vorliegen zu haben. Gesungen wird englisch, die Stimme des Gitarristen ist zwar unspektakulär, aber alles in allem geht das in Ordnung.

Im weiteren Verlauf bietet das Quartett eine grundsolide Mischung aus sinfonischem Retroprog und Neoprog. Es legt Wert auf harmonische Arrangements, schräge Attacken bleiben außen vor. Meist sind die Kompositionen in gemäßigtem Tempo angelegt, nur selten wird ein Zahn zugelegt wie bei ‚Euphoria‘. Dafür bieten Aperco viele schöne melodische Songs, die gelegentlich auch ein wenig an Pink Floyd erinnern. ‚A Call For Submission‘ enthält ein paar schrullige Einlagen, bietet aber auch wieder schönen, teils hymnischen Sympho Prog. Im elfeinhalbminütigen Titelsong beschreitet die Band leicht psychedelische Pfade und zeigt, dass sie nicht nur auf eine Spielart festgelegt ist. Auch ‚Dissonant Sound Within‘ hat einige interessante Arrangements im Angebot, es erinnert stellenweise – gerade vom Orgelspiel her – an den Floyd-Klassiker ‚Atom Heart Mother‘. Das folgende kurze Instrumental ‚Horizon‘ (nein, keine Genesis-Coverversion!) wiederum überzeugt mit feinem Zusammenspiel von akustischer Gitarre und Flöte. Der letzte Song ‚Awaken‘ (nein, keine Yes-Coverversion!) zeigt die Band nochmal von ihrer besten Seite. Er klingt mit orchestralem Breitwandsound aus, so schließt sich der Kreis eines stimmigen, feinen Retroprog-Albums.

Israel ist zwar kein Prog-Niemandsland, aber die Zahl hierzulande bekannter Genre-Bands ist überschaubar. Mit Aperco kommt ein interessanter Newcomer hinzu. Und das sind die auf „The Battle“ zu hörenden Herrschaften, wobei gerade die Gastmusiker noch eine prägende Note einbringen:
Tom Maizel – guitar / vocals
Tal Maizel – keyboards
Yuval Raz – bass
Dor Adar – drums

Und als Gäste:
Eran Teicher – flute
Neil Kalman – saxophone.

Mittlerweile hat es einen Wechsel an den Tasten gegeben, der neue Keyboarder heißt Ronen Peled.
Bewertung: 11/15 Punkten (WE 11, JM 11, KR 11)

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Aperco – The Battle

von Juergen Meurer Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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