Okta Logue – Diamonds And Despair

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OktaLogue-DiamondsAndDespair-2016-FrontCover(67:34, CD, Virgin/Universal, 2016)
Nichts gegen das Darmstadt des Jahres 2016, wirklich nicht. Aber im Blindtest würde der diensthabende Betreuer doch meist auf das London der Siebziger als Herkunft dieser Musik tippen. In jedem Falle sind Okta Logue inzwischen längst ein internationales Phänomen, haben sie doch zum Beispiel schon bei den Szenetreff-Festivals mit Talentbörsen Eurosonic Noorderslag (ESNS) und South by Southwest (SxSW) für Aufsehen und -hören gesorgt. Dies tun die Hessen ohne Posen und schrille Töne, im Gegenteil – das bereits dritte Studioalbum, Nachfolger des hochgelobten „Tales Of Transit City“ (2013), enthält ihre wohl bislang stärksten Songs, ist dabei aber nochmal ruhiger ausgefallen. Diese Totalentspannung könnte man bei flüchtiger Begegnung als „da passiert wenig“ auslegen. Sollte man aber nicht. Wer sich mehrfach auf „Diamonds And Despair“ (sind die Klunker also doch nicht „A Girl’s Best Friend“?) einlässt, wird mit schwer vergesslichen, träumerisch-schönen Melodien belohnt, mit Benno Herz´ nur scheinbar beiläufigem, hier ideal passenden Gesang zwischen Marc Bolan und Steve Harley, mit Gilmour-artig geschmackvollen Gitarren-Soli mit mal mehr (z. B. ‚Pitch Black Dark‘) und mal weniger Fuzz- (z. B. das wunderbar „twangige“ ‚Helpless‘ oder ‚Waves‘) und Wah Wah-Einsatz von Philip Meloi.

Weitere unaufgeregte Stärken liegen in Robert Herz´ stets songdienlichem Drumming und den von Keyboarder Nicolai Hildebrandt kongenial eingebrachten wunderbaren Analogsounds. ‚It’s Been A While‘ (mit dem Staind-Song nicht verwandt oder verschwägert) bildet einen von vielen melodischen Höhepunkten dieses Albums mit echtem Glücklichmach-Potenzial.

Teapot of the Week

„Teapot of the Week“ auf Betreutes Proggen in der KW15/16

Bewertung: 13/15 (DH:12, KR:13) Punkten

PS: „D&D“ gibt es als Doppel-LP oder CD (Limited Digipack).

PPS: Das Quartett ist auch live fantastisch (vgl. Konzertbericht, 25.02.14, Bonn). Hier könnt ihr heuer noch Oktalogie studieren:
28.04. Darmstadt, Kulturzentrum Bessunger Knabenschule SOLD OUT
04.05. Berlin, Musik & Frieden SOLD OUT
05.05. Hamburg, Molotow
06.05. Köln, Blue Shell, m. Andrew Vladeck SOLD OUT
07.05. München, Milla
09.05. Wien (A), B72
03.06. Mannheim, 6. Maifield Derby
24.06. Oberrabenstein b. Chemnitz, Kosmonaut Festival
21.09. Bremen, Tower
22.09. Flensburg. Volksbad
24.09. Hannover, Café Glocksee
26.09. Düsseldorf, Zakk
27.09. Marburg, KFZ
28.09. Erlangen, E-Werk
29.09. Leipzig, Werk II
30.09. Dresden, GrooveStation
01.10. Augsburg, Kantine
03.10. Konstanz, Kulturladen
04.10. Stuttgart, ClubCANN
05.10. Freiburg, JazzHaus
07.10. Wiesbaden, Schlachthof
08.10. Münster, Gleis 22
24.10. Berlin, Lido
25.10. Köln, Luxor
26.10. Saarbrücken, Garage
28.10. Darmstadt, Centralstation.

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Über den Autor

Klaus Reckert

„everything happy, and progressive, and occupied“
K. Grahame, The Wind In The Willows

2 Kommentare

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Okta Logue – Diamonds And Despair

von Klaus Reckert Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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