Southern Empire – Southern Empire

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Southern Empire(65:04, 59:04, CD+DVD, GEP, 2015)
Eine neue Band, die uns Giant Electric Pea hier vorstellt. Exzellente Musiker, das ist schnell festzustellen. Und ein Name dürfte Symphonic-Prog-Fans bekannt vorkommen: An den Tasteninstrumenten agiert ein gewisser Sean Timms, einstiger Kopf der australischen Prog-Band Unitopia. Nachdem sich diese Formation aufgelöst hatte, suchte Timms neue Mitstreiter, die seine Ideen mit ihm umsetzen konnten. So ist es keine Überraschung, dass sich auf „Southern Empire“ ein paar Melodielinien finden, die man auch auf einem Unitopia-Album hätte vermuten können. Wie eng Timms Name mit Unitopia verbunden ist, lässt sich beispielsweise auch daran ablesen, dass der Link zur alten Band direkt auf die neue Southern-Empire-Homepage führt. Der Name Unitopia fällt dort gar nicht mehr. Oha, bemerkenswert.

Doch man sollte hier nicht immer nur von Unitopia reden oder Southern Empire als deren Ableger sehen. Damit würde man Southern Empire nicht gerecht, denn diese bieten anders ausgerichteten, eigenständigen Progressive Rock und die neuen Mitglieder hieven Timms Kompositionen auf ein noch höheres Level. Southern Empire fallen durch eine Kombination aus feinen Hooklines und anspruchsvollen Arrangements auf, aufgewertet noch durch die Tatsache, dass mit Danny Lopresto ein brillanter Sänger an Bord ist. Keyboarder und Gitarrist  dürfen gerne mal solieren, was gelegentlich in einer Art geschieht, die an Spock’s Beard erinnert.

Southern Empire überzeugen durch spielerisch leicht vorgetragene melodische Songs, die auch frickelige Parts beinhalten. Die ausgefeilten Kompositionen bieten viel Abwechslung und die Songs dürfen gerne auch mal etwas länger sein – im Extremfall bedeutet das bei ‚The Bridge That Binds‘ über 28 Minuten Spielzeit. Neben dem klassichen Prog- und Rock-Instrumentarium sind auch Flöte, Saxophon und Horn zu hören, kurz auch die Geige von Steve Unruh. So wie Southern Empire beinahe ohrwurmartige Hooks mit schmissigen Arrangements versehen, lassen sie gelegentlich auch ein wenig an Kansas denken.

Das im Digipak präsentierte Album kommt mit einer „Making of“-DVD, die deutlich vor Augen führt, wie kompetent die einzelnen Musiker bei den Aufnahmen agieren. Daher noch mal in aller Ausführlichkeit, sie haben es sich verdient:

Danny Lopresto – lead and backing vocals / electric & 12 string acoustic guitars / mandolin
Cam Blokland – electric and acoustic guitars / banjo / backing vocals
Jez Martin – fretted & fretless bass guitars / fluegelhorn / french horn / melophon / backing vocals
Brody Green – drums / hand percussion / ridiculously high backing vocals
Sean Timms – keyboards / electric guitars / lap steel guitar / theremin / alto saxophone / ukulele / melodica / backing vocals.

Noch etwas Hintergrundinformation: Bassist Jez Martin spielte unter anderem in Dream-Theater- und Frank-Zappa-Tributebands, Drummer Brody Green pendelt zwischen Symphonic Metal und Musical, er spielt auch in einer Celtic Folk Band namens The Borderers. Gitarrist Cam Blokland war schon Headliner auf australischen Guitar Festivals, er fühlt sich bei Jazz und Fusion ebenso zu Hause wie im Metal. Sänger Danny Lopresto sang schon wichtige Rollen in Musicals (Jesus Christ Superstar) und trat in Queen- und Zeppelin-Shows auf.

Als Gäste wirken mit:
Steve Unruh – violin / flute
Adam Page – soprano & tenor saxophone / flute
Tim Irrgang – congas / darbouka / tambourine / african drums
Oliver Timms – cowbell.

Und was bitteschön ist ein Melophon? Der Schreiberling will natürlich sofort Mellotron lesen, doch ein Melophon gibt es in der Tat – es sieht so aus. Das eine schließt das andere nicht aus, natürlich bedient Herr Timms auf dieser Scheibe gelegentlich auch ein Mellotron. Man sollte dieses Album nicht mit der Erwartung auflegen, Wohlfühl-Symphonic Prog zu hören. Zwar ist ein symphonischer Ansatz klar erkennbar, aber Southern Empire sind ausgesprochen vital unterwegs und garnieren ihre vielen schönen Melodien mit exzellenten Instrumentalausflügen. Und, wie gesagt: Sie haben einen bravourösen Sänger an Bord. Hier kann man sich ein akustisches Bild davon machen:

Ein sehr guter Fang, den GEP da gemacht hat. Schönes Album, unbedingt empfehlenswert! Für dieses Jahr sind wohl schon ein zweites Album und eine Europa-Tournee angedacht – wir bleiben am Ball.
Bewertung: 13/15 Punkten (KB 10, JM 13, WE 11)

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Southern Empire – Southern Empire

von Juergen Meurer Artikel-Lesezeit: ca. 3 min
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