Grand Tour – Heavy On The Beach

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Grand Tour – Heavy On The Beach(73:57, CD, Eigenveröffentlichung/JustForKicks, 2015)
Bei manchen Alben tut man sich ja schon mal schwer, sie überhaupt in irgendeine Schublade stecken zu können. Nun, bei Grand Tour ist dies ausgesprochen einfach: das ist NeoProg, wie er neo-proggiger kaum sein kann. Daran ist eigentlich nichts wirklich „neo“, aber der Begriff NeoProg ist so schön handlich, und unter Prog-Fans im Allgemeinen dürfte damit jedem klar sein, was zu erwarten ist. Das beginnt gleich im Opener mit den typischen Keyboard-Sounds los. Sphärische Synthesizer und mächtiger Orgelsound legen schon mal vielversprechend los. Und schnell reiht sich auch die Gitarre ein mit Neo-Prog typischem Spiel. Kommt dann noch der Gesang hinzu, drängt sich primär als Vergleich die mittelmäßig bekannte Neo-Prog Formation Comedy of Errors auf.

Ein Blick ins Booklet und die aufgeführte Besetzungsliste macht dann auch klar, warum man mit diesem Querverweis goldrichtig liegt. Drei Viertel des britischen Quartetts besteht nämlich aus Musikern von Comedy of Errors. Urheber des sich als richtig herausstellenden Verdachts ist sicherlich Sänger Joe Cairney. Seine Stimme ist zwar alles andere als spektakulär (ich würde ihn auch nicht unbedingt als begnadeten Sänger bezeichnen), aber offenbar besitzt sie doch einen gewissen Wiedererkennungswert und passt letztlich gut zur dargebotenen Musik. Seine hier ebenfalls aktiven CoE Mitstreiter sind Drummer Bruce Levick und Gitarrist Mark Spalding. Fehlt noch der Vierte im Bunde. Und das ist der Mann, der die Band ins Leben gerufen hat, nämlich Keyboarder Hew Montgomery, der zusätzlich auch den Bass bedient. Nachdem er bei seiner ehemaligen Band Abel Ganz seine Ideen nicht mehr in seinem Sinne umsetzen konnte, suchte er nach neuen Möglichkeiten. Und so entstand schließlich Grand Tour.

Das Album ist vollgepackt mit melodiösen Songs, in denen auch viel Freiraum für instrumentale Ausarbeitungen gelassen wird. Hervorzuheben ist die Keyboardarbeit von Montgomery, der für einige sinfonische Akzente sorgt. Aber auch Gitarrist Spalding weiß einige schöne Soli beizusteuern, ohne sich allzu sehr in den Vordergrund zu spielen. Auch die Melodielinien lassen sich durchaus als gelungen bezeichnen. Man befindet sich meist in einer Art Wohlfühlzone, richtig heavy wird es nie, und sperrig schon mal gar nicht. Dafür aber tauchen gerne mal diese typischen NeoProg-Hymnen auf. Beim Titelsong übertreiben sie es mit den Wiederholungen der Hookline ein wenig, da wird einem schon mal leicht schwindelig vor lauter „beach“. Das hätte man besser etwas knapper gefasst, über zu kurze Spielzeit muss man sich ja eh nicht beklagen.

Wer frühe Pendragon, Comedy of Errors oder Abel Ganz mag, kommt an diesem gelungenen NeoProg Album kaum vorbei.
Bewertung: 10/15 Punkten (WE 8, JM 10, KR 5, KS 7)

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Grand Tour – Heavy On The Beach

von Juergen Meurer Artikel-Lesezeit: ca. 2 min
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